DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ausgebeutete Taxifahrer und das Geheimnis Guantánamos: Die Pulitzer-Preis-Gewinner 2020



Für ihre Berichterstattung über Russlands Einmischung in verschiedenen Ländern erhält die «New York Times» den renommierten Pulitzer-Preis. Die US-Zeitung habe über «eine Reihe packender Geschichten mit grossem Risiko» berichtet und damit das aggressive Vorgehen von Russlands Präsident Wladimir Putin enthüllt, erklärte die Jury ihre Entscheidung am Montag in New York.

Der Zeitung selbst zufolge geht es bei ihren Recherchen unter anderem um Mordanschläge und Einmischung bei Wahlen in den Jahren nach den Desinformations-Kampagnen zur US-Präsidentschaftswahl 2016.

Die

Die NYT holt sich einen weiteren Pulitzer-Preis. Bild: EPA FILE

Der Preis in der Kategorie für den Dienst an der Öffentlichkeit gewann die Lokalzeitung «Anchorage Daily News» zusammen mit der Recherche-Plattform «ProPublica». Ihre Geschichten enthüllten, dass ein Drittel der Dörfer in Alaska keinen Polizeischutz haben. Die Serie hätte die Behörden zum Handeln gezwungen und eine bessere Finanzierung der Sicherheitskräfte zur Folge gehabt, erklärte das Komitee.

Die Verkündung der Preise:

abspielen

Video: YouTube/The Pulitzer Prizes

Die Gewinner der Pulitzer-Preise wurden zum 104. Mal bekanntgegeben. Aufgrund der Corona-Krise war die eigentlich für den 20. April geplante Veranstaltung zuvor um zwei Wochen verschoben worden. 14 der 21 Kategorien der Pulitzer-Preise sind journalistischen Arbeiten US-amerikanischer Journalisten oder Medien vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

Preis für Taxi-Recherche

In der Kategorie «Kommentar» gewann Nikole Hannah-Jones von der «New York Times» für einen «persönlichen Essay zum bahnbrechenden Projekt 1619» zur Versklavung der ersten Afrikaner in Amerika. Von derselben Zeitung erhielt Brian Rosenthal den Preis für die beste Investigativ-Recherche. Der Reporter hatte über die Ausbeutung von Taxifahrern in der Ostküstenmetropole New York City geschrieben. Die «Washington Post» wurde für die «wissenschaftliche Klarheit» ihrer Artikel über die schweren Auswirkungen extremer Temperaturen auf der Erde ausgezeichnet.

Auch das Schicksal eines Insassen im US-Gefangenenlager Guantánamo bewegte die Jury des wohl begehrtesten Journalismus-Preises der Welt: Ben Taub vom Magazin «New Yorker» gewann mit seinem Feature «Guantánamos Dunkelstes Geheimnis», das eine Mischung aus Berichterstattung von vor Ort und lyrischer Prosa enthalte. Darin geht es um einen Mann, der entführt, gefoltert und in dem Lager für mehr als ein Jahrzehnt seiner Freiheit beraubt wurde. Die Geschichte biete eine «nuancierte Perspektive auf Amerikas facettenreichen Krieg gegen den Terror», hiess es.

Die Nachrichtenagenturen Reuters und Associated Press gewannen für ihre Foto-Berichterstattungen von den Protesten in Hongkong und der Krise in der umstrittenen Region Kaschmir. Für die AP wurden dabei die Journalisten Channi Anand, Mukhtar Khan and Dar Yasin namentlich genannt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Legendäre Titelseiten

1 / 42
Schöne und legendäre Titelseiten
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Joe Biden beginnt seinen Kampf gegen Diktatoren mit Wladimir Putin

Der US-Präsident befindet sich nicht nur auf einer Europatournee, sondern auch auf einer Mission: Er will die Demokratie gegen Diktatoren wie Putin verteidigen.

Schon bei seiner Ankunft auf dem Stützpunkt der britischen Luftwaffe in Mildenhall stellte Joe Biden klar, welche Ziele er auf seiner Europatournee verfolgen will:

Ebenso machte der US-Präsident klar, wen er dabei besonders im Auge hat: Wladimir Putin. An die Adresse des russischen Präsidenten erklärte er, man werde auf seine «schädlichen Aktivitäten» in einer «robusten und bedeutungsvollen Art reagieren». «Wir müssen alle diskreditieren, die meinen, das Zeitalter der Demokratie sei …

Artikel lesen
Link zum Artikel