Epstein-Files: Bestimmte geschwärzte Stellen können offenbar gelesen werden
Nach massivem Druck durch die Öffentlichkeit hat das US-Justizministerium in den vergangenen Tagen begonnen, die lange unter Verschluss gehaltenen Ermittlungsakten zum Fall des inzwischen verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu veröffentlichen. Nicht nur in den USA hat man gespannt auf die Veröffentlichung gewartet.
Schwärzungen aus manchen Dokumenten liessen sich entfernen
Unter den Dokumenten finden sich viele, die nur unter Schwärzungen freigegeben wurden. Opferanwalt John Scarola wirft dem Ministerium vor, dabei die Vorgaben des Kongresses nicht eingehalten zu haben. «Nach allem, was ich bisher gesehen habe, bin ich überzeugt, dass die Dokumente in übermässigem Umfang geschwärzt wurden», sagte Scarola dem «Spiegel».
Befeuert werden könnte der Vorwurf übermässiger Schwärzungen nun durch entschwärzte Textpassagen, die auf Social Media kursieren. Personen sollen entdeckt haben, dass bei manchen Dokumenten die Schwärzungen mithilfe von Photoshop-Techniken entfernt werden können, berichtet der Guardian. Auch konnte man wohl Text markieren und in eine Textverarbeitungsdatei einfügen, heisst es.
Darunter sind laut «Guardian» auch Dokumente, die Zahlungen von Grundsteuern für Immobilien durch von Epstein gegründete Unternehmen beinhalten, die nicht in der Bilanz dieser Unternehmen auftauchen. Inwiefern dieses Material den gesetzlichen Vorschriften für die Schwärzungen entspricht, war unklar; eine Anfrage der Zeitung liess das US-Justizministerium bislang unbeantwortet.
