International
USA

Donald Trump droht dem Iran mit Eskalation: Die neusten Entwicklungen

Trump droht dem Iran mit der totalen Eskalation – das Wichtigste in 5 Punkten

Während Trump seine Warnungen bekräftigte, falls Teheran die Strasse von Hormus nicht öffnet, verspottete ein Sprecher der iranischen Militärführung dies als «haltlose Drohungen» eines «wahnhaften» Präsidenten. Es droht damit eine Eskalation des Kriegs.
07.04.2026, 07:3607.04.2026, 09:06

Was ist neu?

Im Iran-Krieg zeichnet sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran keine Einigung ab.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seines Ultimatums gedroht. Die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine «völlige Zerstörung» herbeiführen, sagte Trump im Weissen Haus. Die Frist, die er Teheran zur Öffnung der Strasse von Hormus gesetzt hat, läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab.

epaselect epa12872329 US President Donald Trump gestures as he responds to a question from the news media during a briefing on Iran from the White House in Washington, DC, USA, 06 April 2026. EPA/JIM  ...
Donald Trump droht dem Iran.Bild: keystone

Über seine angedrohte Zerstörung iranischer Brücken und Kraftwerke sagte Trump, man wolle nicht, dass das passiert. Er betonte aber zugleich:

«Wir haben einen Plan.»

Jedes Kraftwerk werde in diesem Fall vom Netz gehen, brennen, explodieren und niemals mehr genutzt werden können. Kurz zuvor hatte er bereits gedroht:

«Das ganze Land kann in einer Nacht ausgeschaltet werden, und diese Nacht könnte morgen sein.»

Wie reagiert der Iran?

Irans stellvertretender Sportminister Alireza Rahimi rief für heute Mittag Ortszeit Künstler und Sportler dazu auf, Menschenketten an Stromkraftwerken im ganzen Land zu bilden. «Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen», schrieb Rahimi auf der Plattform X.

Demonstrators attend a pro-government gathering in a square in Tehran, Iran, Sunday, April 5, 2026. (AP Photo/Francisco Seco)
Iran War
Demonstrierende in der iranischen Hauptstadt Teheran.Bild: keystone

Der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, sagte laut Staatsmedien, die «rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten» würden Irans Angriffe gegen die «amerikanischen und zionistischen Feinde» nicht stoppen. Ali-Akbar Welajati, aussenpolitischer Berater des obersten iranischen Führers, schrieb auf X, die arabischen Staaten sollten – «um zu verhindern, dass die Region im Dunkeln versinkt» – Trump klarmachen, dass der Persische Golf «kein Ort für Glücksspiel» ist. Iran greift derweil Golfstaaten mit US-Basen weiter an.

Wie stehen die Chancen auf eine Waffenruhe?

Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hatte es am Montag geheissen, man habe beiden Seiten einen Plan für eine 45-tägige Waffenruhe vorgelegt, in deren Rahmen Friedensgespräche geführt und ein Abkommen vorgeschlagen werden solle. In den Kontakten hätten die USA darauf bestanden, dass der Iran vor Verkündung einer Waffenruhe die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Strasse von Hormus öffne. Diese Bedingung wiederum habe Teheran zurückgewiesen.

FILE- A man walks along the shore as oil tankers and cargo ships line up in the Strait of Hormuz, seen from Khor Fakkan, United Arab Emirates, March 11, 2026. (AP Photo/Altaf Qadri, File)
Photo Highli ...
Der Iran will die Strasse von Hormus nicht öffnen.Bild: keystone

Der Iran lehnt eine Waffenruhe ab. Laut Staatssender Irib übergab Teheran den Vermittlern ein zehn Punkte umfassendes Papier mit eigenen Forderungen wie einer Beendigung des Kriegs, Kriegsreparationen sowie die vollständige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen das Land.

Die Revolutionsgarden, die das eigentliche Sagen im Iran haben, fordern zudem das Recht auf Uran-Anreicherung, den Abzug aller US-Stützpunkte aus dem Persischen Golf sowie die Kontrolle der Strasse von Hormus durch den Iran. Ein US-Beamter habe die Antwort des Irans als «maximalistisch» bezeichnet, schrieb der Reporter des US-Nachrichtenportals «Axios» Barak Ravid auf X. Es sei unklar, ob dies Fortschritte hin zu einer diplomatischen Lösung ermögliche.

Warum steht die Trump-Regierung vor einem Dilemma?

Danny Citrinowicz, einer der führenden Iran-Experten, schrieb auf X, Washington stehe nun vor einem Dilemma: «ein unvollkommenes Abkommen akzeptieren» oder in eine zeitlich unbegrenzte Konfrontation «ohne klaren Ausweg abrutschen». Auch schwere Angriffe auf Irans Infrastruktur würden «keine Kapitulation herbeiführen.» Sie würden Vergeltung provozieren, die Entschlossenheit der iranischen Führung stärken und wahrscheinlich eine Eskalation in der ganzen Region auslösen. «Die Annahme, dass allein Druck Teheran brechen kann, ist keine Strategie, sondern Wunschdenken», schrieb er.

President Donald Trump speaks with reporters in the James Brady Press Briefing Room at the White House, Monday, April 6, 2026, in Washington. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
Trump
Die Trump-Regierung ist im Iran-Krieg mit einem Dilemma konfrontiert.Bild: keystone

Joseph Webster, Energieexperte bei der US-Denkfabrik Atlantic Council, erklärte, Angriffe auf die iranische Energie- und andere Zivilinfrastruktur würden den militärischen Fähigkeiten des Landes nur wenig Schaden zufügen. «Sie würden jedoch der iranischen Zivilbevölkerung erheblich schaden», zitierte ihn die US-Denkfabrik auf X.

Das Pentagon sagte unterdessen ohne eine Angabe von Gründen kurzfristig eine für heute anberaumte Pressekonferenz mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine ab.

Wie reagieren die Vereinten Nationen?

UN-Generalsekretär António Guterres forderte die USA und Israel auf, von Angriffen auf Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur abzusehen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstossen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric. «Selbst, wenn bestimmte zivile Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werden könnte, würde das humanitäre Völkerrecht Angriffe darauf dennoch verbieten», wenn «übermässige» Schäden für Zivilisten zu erwarten seien. Es sei «höchste Zeit», dass der Krieg beendet werde.

epa12819243 Secretary-General of the United Nations Antonio Guterres speaks during a press conference in Beirut, Lebanon, 14 March 2026. Antonio Guterres arrived in Beirut on 13 March for a three-day  ...
UN-Generalsekretär António Guterres.Bild: keystone

Der UN-Sicherheitsrat soll derweil heute (17.00 Uhr MESZ) voraussichtlich über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Strasse von Hormus abstimmen. In dem Entwurf werden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven Massnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hiess. Dafür soll der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen. In einer vorangegangenen Version des Dokuments wurde etwa explizit auf Kapitel 7 der UN-Charta verwiesen, das dem Sicherheitsrat die Befugnis einräumt, Massnahmen von Sanktionen bis zu militärischer Gewalt zu ergreifen. Dagegen hätten sich etwa die Vertreter Russlands und Chinas gewehrt, hiess es.

Nach dem Ausbruch des von Israel und den USA am 28. Februar begonnenen Kriegs hatte Teheran die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus mit Angriffen und Drohungen quasi zum Erliegen gebracht. Weil die Meerenge für den globalen Öl- und Gashandel zentral ist, schossen die Energiepreise nach oben.

(dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
40 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
urs.meier13
07.04.2026 07:52registriert Juni 2016
DT und Netanjahu haben mit diesem Krieg einzig erreicht, dass sich die Radikalisierung im Nahen und Mittleren Osten noch steigert. Soll sich niemand wundern über zukünftige Attentate. Gleichzeitig ist es eine Sauerei, zivile Infrastruktur zu zerstören und damit Ländern Milliarden an Investitionen zu vernichten. Auch hier: bitte nicht wundern, sollte dann China einsteigen.
Diese idiotische Politik fördert einen Abbau der Demokratie auf der Welt und vernichtet Unsummen Geld, die für die Entwicklung und den Erhalt der Bewohnerbarkeit des Planeten essentiell wären.
693
Melden
Zum Kommentar
avatar
rötzpötz
07.04.2026 07:48registriert März 2014
Die Drohungen von dem irren Donald Trump gegenüber dem Iran sind brandgefährlich und schlicht verantwortungslos. Wer so unverschämt von der Zerstörung eines ganzen Landes spricht, handelt nicht wie ein Staatsmann, sondern wie ein dummer Brandstifter.

Die Rhetorik von DT und seiner Entourage bringen die Welt näher an eine totale Katastrophe. Die USA sollten sich fragen, wie lange sie sich einen derart rücksichtslosen Kurs noch leisten wollen und können!
471
Melden
Zum Kommentar
avatar
Okay, Boomer
07.04.2026 08:07registriert Juli 2022
Ein Immobilienspekulant wundert sich, dass internationale Diplomatie anders funktioniert als das Erpressen von armen Mietern.
451
Melden
Zum Kommentar
40
Russische Zensur: Wenn der Futterautomat der Katze für Videocalls zweckentfremdet wird
Russlands Bevölkerung wird es vom Kreml zunehmend erschwert, über sichere Kanäle miteinander zu chatten. Manche Bürgerinnen und Bürger kommen auf kreative Ideen.
Seit Monaten zieht der Kreml die Zügel immer straffer. Die Liste teilweise oder gänzlich gesperrter Messenger-Dienste wird immer länger und VPNs werden eingeschränkt, während die staatliche Mega-App «Max» zunehmend alternativlos wird.
Zur Story