DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Clinton vs. Trump – das wissen wir über den «Recount» der Stimmen

Das Ergebnis der US-Wahl soll in drei US-Bundesstaaten überprüft werden. Hillary Clintons Wahlkampfmanager hat bekanntgegeben, das kostspielige Prozedere zu unterstützen. Donald Trump reagiert ungehalten.
26.11.2016, 22:3827.11.2016, 09:39

Das Wahlkampf-Lager der unterlegenen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterstützt eine Neuauszählung der Wahlstimmen in drei Bundesstaaten und will sich aktiv an den Prozeduren beteiligen. Das teilte der Rechtsberater der Clinton-Kampagne, Mark Erik Elias, am Samstag mit.

Im Einzelnen geht es um Wisconsin, Pennsylvania und Michigan, wo das Wahlergebnis jeweils extrem knapp ausgefallen ist. Hätte Clinton am 8. November in diesen drei Staaten gewonnen, wäre sie und nicht ihr republikanischer Gegner Donald Trump der Gesamtsieger geworden.

«Es ist ein grundlegendes Prinzip unserer Demokratie, sicherzustellen, dass jede einzelne Stimme richtig gezählt wird.»
Clintons Wahlkampfleiter, Mark Erik Eliasquelle: medium.com

Experten halten die Chance, dass Neuauszählungen Clinton nachträglich die Präsidentschaft bescheren, für äusserst gering. So hatte das Lager auch nicht selber die Initiative dafür ergriffen, sondern schliesst sich jetzt lediglich Vorstössen der – bei der Wahl völlig chancenlosen – Grünen-Bewerberin Jill Stein an.

Diese hat bereits einen «Recount» in Wisconsin beantragt, der genehmigt wurde. Entsprechende Petitionen plant sie auch in den beiden anderen Staaten.

Trump spricht von «Schwindel»

Trump bezeichnete Steins Antrag als Schwindel. Stein fülle damit nur ihre eigenen Taschen, teilte Trump mit. Den Grossteil der Spenden werde sie niemals für diese «lächerliche Neuauszählung» ausgeben. Die US-Grünen haben 5.8 Millionen Dollar dafür eingesammelt. Die Ergebnisse der Wahl sollten respektiert werden, forderte Trump.

Wahlmaschinen für Hackerangriffe anfällig

Trump hatte in Wisconsin mit einem Vorsprung von etwa 23'000 Stimmen gewonnen und auch Pennsylvania knapp für sich entschieden. Er scheint ausserdem auf einen Sieg in Michigan zuzusteuern, wo das Ergebnis erst am Montag offiziell feststehen wird.

Die Neuauszählung in Wisconsin muss bis zum 13. Dezember abgeschlossen sein. Will Stein auch entsprechende Anträge in den beiden anderen Staaten einreichen, muss sie das der «Washington Post» zufolge in Pennsylvania spätestens am Montag tun, in Michigan am Mittwoch. Dann laufen die Fristen ab.

Computer-Experten hatten darauf hingewiesen, dass die in Wisconsin benutzten Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe seien und deswegen in anderen Bundesstaaten, etwa Kalifornien, nicht benutzt werden dürfen. Die favorisierte Clinton hatte in Stimmbezirken, in denen Wahlmaschinen benutzt wurden, deutlich schlechter abgeschnitten als in Wahllokalen, wo auf handgeschriebene Stimmzettel gesetzt worden war.

Wenig Hoffnung

Elias selber dämpfte indes am Samstag Hoffnungen von Clinton-Anhängern, dass Wahlergebnis noch umkehren zu können. Eigene Nachprüfungen hätten keine Beweise für Unstimmigkeiten erbracht, daher habe das Clinton-Lager selber auch keine Nachzählungen beantragt, sagte er. Aber jetzt, da der Stein ins Rollen gekommen sei, «beabsichtigen wir eine Teilnahme um sicherzustellen, dass der Prozess in einer Weise erfolgt, die fair für alle Seiten ist».

Landesweit waren bei der Wahl am 8. November auf Clinton rund zwei Millionen mehr Stimmen entfallen als auf Trump. Die Vergabe der Wahlmänner erfolgt jedoch auf Basis der Bundesstaaten nach dem Winner-Takes-All-Prinzip: Hohe Siege zählen nicht mehr als knappe.

(sda/dpa/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Beobachter24
26.11.2016 23:48registriert August 2014
"Computer-Experten hatten darauf hingewiesen, dass die in Wisconsin benutzten Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe seien ..."

Ich wiederhole mich: Das weiss man schon seit Jahren! (vgl. https://goo.gl/N9p9KX, https://goo.gl/sY6vzR)
Warum hat man die anfälligen Maschinen nicht schon vor der Wahl weggeworfen?
Warum schreibt Ihr erst nach der Wahl darüber?
Einfach nur schlecht informiert? oder dachtet Ihr, dass es eh keine Rolle spielt, da Hillary eh gewinnt?

P.S. der im Artikel verlinkte Artikel enthält keine einzige Quelle und keine brauchbaren technischen Infos ...
postfaktisch?
225
Melden
Zum Kommentar
avatar
Cash
26.11.2016 23:45registriert April 2016
Zuerst im Wahlkampf grosse Töne schwingen die Wahl nur zu akzektieren, falls er gewinnt und nun wenn die Unterlegene ebenselbes tut von Betrug zu reden zeugt von äusserst grossem staatsmännischem Handeln...
2112
Melden
Zum Kommentar
9
Tanja Stadler warnt vor BA.5: «Wir sind auf Schweizer Daten angewiesen»
Während die Fallzahlen sinken, zeigt sich bereits, welche Variante BA.2 ablöst: In Süddeutschland wird BA.5 wohl im Juli dominant. In der Schweiz könnte es dennoch anders verlaufen.

Rund 1700 bestätigte Corona-Neuansteckungen gibt es aktuell – das sind 15-mal weniger als beim zweiten Omikron-Peak Mitte März. Auch die positiv getesteten Spitalpatienten sind um den Faktor 10 zurück gegangen – der Rückgang kommt also nicht nur von den wenigen Tests.

Zur Story