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Nachtupdate: USA und Israel melden Tausende Angriffe auf Iran

FILE - U.S. Navy Vice Adm. Brad Cooper, speaks at an event at the International Defense Exhibition and Conference in Abu Dhabi, United Arab Emirates, Feb. 21, 2023. (AP Photo/Jon Gambrell, File)
U.S.  ...
US-Admiral Brad Cooper.Bild: keystone

USA und Israel melden Tausende Angriffe, Iran trifft US-Gebäude – das Nachtupdate

Die USA und Israel ziehen eine Bilanz während der Krieg gegen den Iran weitergeht. Den Iranern gelingt es derweil, mehrere US-Stützpunkte zu treffen – die jüngsten Entwicklungen im Krieg.
04.03.2026, 07:3804.03.2026, 07:38

2000 Ziele attackiert: USA nennen Zahlen zu Angriffen

In den vier Tagen seit Beginn des Iran-Kriegs haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben fast 2000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Innerhalb von weniger als 100 Stunden seien auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört worden, sagte der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Admiral Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. Unter den angegriffenen Zielen sei auch das einsatzfähigste iranische U-Boot gewesen. Es gehe darum, die gesamte iranische Marine-Flotte zu versenken, bekräftigte er.

Seit Jahrzehnten schikaniere der Iran die internationale Schifffahrt, sagte Cooper. Nun gebe es im Persischen Golf, in der Strasse von Hormus und im Golf von Oman kein einziges iranisches Schiff mehr. Zudem seien iranische Luftabwehrsysteme beschädigt sowie Hunderte Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen, Drohnen und auch Kommandozentren angegriffen worden. Die US-Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

In der Region seien nun mehr als 50'000 Soldaten, 200 Kampfflugzeuge, 2 Flugzeugträger und mehrere Bomber aus den USA im Einsatz, sagte Cooper. Weitere Einheiten seien auf dem Weg. «Diese Kräfte haben eine massive Schlagkraft und stellen das grösste Militäraufgebot der USA im Nahen Osten seit einer Generation dar», sagte der Admiral. Zuletzt hatten die USA vor mehr als zwanzig Jahren für den Irak-Krieg eine riesige Streitmacht im Nahen Osten zusammengezogen.

«Breit angelegte Angriffswelle» auf Militäranlagen im Iran

Auch die israelischen Streitkräfte nahmen erneut Militäranlagen im Iran unter Beschuss. Die «breit angelegte Angriffswelle» habe unter anderem Abschussrampen und Luftabwehrsystemen gegolten, teilte das Militär mit. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von Explosionen in der Hauptstadt Teheran.

Der Iran feuerte seinerseits Raketen auf Israel ab, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Sie wurden aber erfolgreich abgefangen, wie die Zeitung «Times of Israel» berichtete. Verletzt wurde demnach niemand.

Israels Militär meldet 1600 Einsätze seit Kriegsbeginn

Seit Kriegsbeginn am Samstag meldeten die israelischen Streitkräfte über 1600 Einsätze der Luftwaffe. Dabei seien etwa 4000 Geschosse eingesetzt worden, sagte der israelische Militärsprecher Effie Defrin. Damit sei das Ausmass der Angriffe schon jetzt grösser als während des gesamten zwölftägigen Kriegs im Juni vergangenen Jahres, bei dem Israel ebenfalls mit amerikanischer Unterstützung Ziele im Iran unter Beschuss genommen hatte. Seit Samstag habe Israels Militär rund 300 Raketenabschussrampen im Iran zerstört, hiess es in einer Mitteilung der Armee.

Als Vergeltung für die israelisch-amerikanischen Angriffe hat der Iran nach Angaben des US-Militärs mehr als 500 ballistische Raketen und mehr als 2000 Drohnen abgefeuert. Cooper warf dem Iran vor, dabei wahllos Zivilisten anzugreifen – ein Vorwurf, den umgekehrt auch die iranische Seite erhebt.

Israels Militär ging zu Beginn des Kriegs am Samstag davon aus, dass der Iran über rund 2500 ballistische Raketen verfügt. Neben den vom Iran abgefeuerten Raketen dürften bei Bombenangriffen der Israelis und des US-Militärs seither viele Raketen zerstört worden sein.

Geht der US-Luftabwehr bald die Munition aus?

Dennoch gibt es Befürchtungen, dass den amerikanischen und israelischen Streitkräften sowie der Luftabwehr ihrer Verbündeten nach tagelangem Beschuss durch den Iran die Abfangraketen ausgehen könnten. Die Iraner verfügten über riesige Vorräte an vergleichsweise billigen Kamikaze-Drohnen sowie Mittel- und Kurzstreckenraketen und könnten noch viel mehr davon herstellen, warnte US-Senator Mark Kelly, ein prominentes Mitglied des Streitkräfte-Ausschusses, laut dem Sender CNN.

Die USA verfügten aber nicht «über einen unbegrenzten Vorrat» an Munition, zitierte ihn CNN weiter. Das werde irgendwann zu einem «mathematischen Problem» und werfe die Frage auf, wie die USA ihre Luftabwehr-Munition wieder aufstocken könnten.

Iranische Rakete trifft grossen US-Stützpunkt in Katar

Eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete traf den auch vom US-Militär genutzten Stützpunkt Al-Udeid in Katar. Dabei sei niemand verletzt worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Doha, ohne Angaben zum genauen Einschlagsort der Rakete oder möglichen Schäden zu machen. Eine zweite ballistische Rakete sei von der Luftabwehr abgefangen worden.

Al-Udeid liegt am Rande der katarischen Hauptstadt Doha und ist der grösste Stützpunkt des US-Militärs im Nahen Osten. Der Iran hatte die Basis, die auch von katarischen und britischen Streitkräften genutzt wird, bereits im vergangenen Jahr nach dem US-Bombardement iranischer Atomanlagen angegriffen.

Nebst dem Angriff auf Al-Udeid sollen den Iranern auch mehrere Angriffe auf Gebäude der CIA gelungen sein. Laut dem US-Nachrichtensender CBS News wurde sowohl im Irak als auch in Saudi-Arabien ein Gebäude des US-Geheimdienstes getroffen. Verletzte soll es keine gegeben haben, nur Sachschaden. Offizielle US-Stellen gaben keine Stellungnahme ab.

Die aktuellsten Entwicklungen im Ticker:

Angebliche iranische Spione in Katar gefasst

Die Sicherheitsbehörden in Katar meldeten auch die Festnahme von zehn angeblichen Spionen der iranischen Revolutionsgarden – der Elitestreitmacht des Irans. Sieben von ihnen hätten den Auftrag gehabt, Informationen über die militärische Infrastruktur des Golfstaats zu sammeln, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur QNA. Drei weitere sollten demnach Sabotageakte verüben und waren im Umgang mit Drohnen geschult. Sie hätten ihre Verbindung zu den Revolutionsgarden eingeräumt. (sda/dpa/con)

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