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Amoklauf in Schwarzen-Kirche in Charleston
quelle: ap/ap / david goldman
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Weisser tötet in US-Kirche neun Schwarze – Täter auf der Flucht



In einer Kirche im US-Bundesstaat South Carolina hat ein Weisser das Feuer eröffnet und neun schwarze Gläubige getötet. Der Polizeichef von Charleston, Gregory Mullen, sprach von einem «Verbrechen aus Hass». Die Polizei leitete eine Grossfahndung nach dem etwa 20-jährigen, als «extrem gefährlich» eingestuften Angreifer ein.

Es handle sich vermutlich um eine rassistisch motivierte Tat, sagte der Polizeichef in der Nacht auf Donnerstag (Ortszeit). Im Inneren der methodistischen Emanuel-Kirche seien acht Leichen entdeckt und zwei Menschen seien mit Verletzungen ins Spital gebracht worden. Dort sei ein weiterer Mensch gestorben. Ein Mensch liege schwer verletzt im Spital.

Einzelheiten zu den Opfern wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Laut unbestätigten Medienberichten soll Clementa Pinckney, demokratischer Senator im Landesparlament, unter den Opfern sein. Der 41-Jährige ist Pfarrer an der Emanuel-Kirche, die zu den ältesten Kirchen im Süden der USA gehört.

Zeitgleiche Bombendrohung

Der Polizei zufolge ereignete sich die Attacke in der Emanuel African Methodist Episcopal Church am Mittwochabend gegen 21.00 Uhr Ortszeit. Demnach eröffnete der Täter während einer Bibelstunde das Feuer auf die Gemeindemitglieder. Mullen sagte, den Polizisten habe sich nach ihrem Eintreffen eine «sehr chaotische Szenerie» geboten.

Die Polizei suchte den Angreifer anschliessend mit einem Grossaufgebot und auch mit Unterstützung aus der Luft. Ebenso seien Spürhunde eingesetzt worden. «Wir wollen sichergehen, dass er nicht in der Nähe ist und noch weitere Verbrechen anrichtet», sagte Mullen. Medienberichte, wonach zwei Stunden nach der Tat ein Verdächtiger gefasst wurde, bestätigte die Polizei nicht.

Ein unbekannter Anrufer hatte in der Umgebung der Kirche fast zeitgleich eine Bombendrohung ausgesprochen. Es bestehe jedoch keine Gefahr, erklärte die Polizei.

Rassismusdebatte

Die Tat fügt der zuletzt in den USA ohnehin intensiv geführten Rassismusdebatte nun einen weiteren schweren Fall von Gewalt gegen Schwarze hinzu. South Carolinas Gouverneurin Nikki Haley erklärte nach dem Angriff, sie bete für die Opfer dieser «unfassbaren Tat». Der republikanische Präsidentschaftskandidat Jeb Bush schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter, seine «Gedanken und Gebete» seien bei den Opfern und Hinterbliebenen in Charleston.

Ähnlich und ebenfalls bei Twitter äusserte sich die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, die den Menschen in Charleston ihre «Gedanken und Gebete» zukommen liess. (whr/sda/afp/dpa)

Ein unbekannter Anrufer hatte in der Umgebung der Kirche fast zeitgleich eine Bombendrohung ausgesprochen.

(sda/afp/dpa) 

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