Nach Trumps Eingreifen: Schattenflotte kehrt unter russischer Flagge zurück
Nach dem Vorgehen des US-Militärs gegen einen mutmasslichen Tanker der russischen Schattenflotte im Nordatlantik wechseln mehrere Schiffe ihren Flaggenstaat. Nach Angaben des Schifffahrtsversicherers Lloyd's sind allein in den vergangenen vier Wochen 17 Schiffe unter die russische Flagge zurückgekehrt. Verglichen mit lediglich 15 Frachtern in den fünf Monaten zuvor. Das berichtete die Zeitung «Guardian».
Als Schattenflotte werden Schiffe bezeichnet, die mit Blick auf die Ukraine-Sanktionen des Westens unter eine neue Flagge fliehen. Russlands Staatschef Wladimir Putin kann so das westliche Öl-Embargo umgehen und Devisen für seine Kriegskasse erzielen.
Zuletzt hatte die US-Marine Jagd auf den Tanker «Marinera» gemacht und den Frachter im Nordatlantik zwischen Island und Schottland aufgebracht. Das Schiff hatte zuvor die US-Blockade vor Venezuela durchbrochen und auf der Fahrt als neuen Flaggenstaat plötzlich Russland angegeben. Zudem hatte die US-Marine den Tanker «M/T Sophia» festgesetzt. Entsprechende Bilder veröffentlichte die US-Navy.
Schifffahrtsexpertin Bridget Diakun bezifferte die Zahl der Schattenfrachter, die die Öl-Sanktionen gegen Russland, Iran und Venezuela umgehen, auf rund 1'400 Schiffe. In den vergangenen Wochen gab es jedoch einen Trend, unter die russische Flagge zurückzukehren. Hintergrund ist wohl die Hoffnung, Russland könnte sich für die Besatzung einsetzen. So hatte der Kreml nach dem Zwischenfall vor Island die Freilassung der russischen Mitglieder der «Marinera»-Crew gefordert.
Die Schattenflotte wurde in der Ostsee auch mit Drohnen-Zwischenfällen in Verbindung gebracht. Unter anderem in Dänemark. Der US-Sender CNN hatte Ende vergangenen Jahres berichtet, dass jenseits der Schiffscrew auch russische Agenten an Bord der Schattenflotte entsandt werden.
Der dänische Sicherheitsexperte Jacob Kaarsbo sagte CNN: «Jeder, der auch nur ein bisschen Ahnung hat, weiss, dass diese Leute ihre Befehle vom russischen Staat erhalten, aber es ist schwer zu beweisen.»
Verwendete Quellen:
- guardian.com: ‘Shadow fleet’ ships moving sanctioned oil reflagged to Russia at rising rate (Englisch)
- llodyslist.com: What to look out for in risk and compliance in 2026 (Englisch)
- cnn.com: Nato's extended frontline (Englisch)

