Italiens Verteidigungsminister wegen Dubai-Reise in Kritik
Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto steht wegen eines Aufenthalts in Dubai zu Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran zunehmend in der Kritik.
Der Politiker der rechten Regierungspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) wurde von den Angriffen am Wochenende offensichtlich überrascht. Crosetto hielt sich zusammen mit seiner Familie in dem Emirat auf. Die Opposition wirft ihm auch vor, über den Zweck seiner Reise falsch Auskunft gegeben zu haben.
Inzwischen ist der Verteidigungsminister wieder in Rom. Crosetto wurde mit einer Militärmaschine nach Hause gebracht – nach seinen Angaben auf eigene Kosten. Dort musste er sich vor einem parlamentarischen Ausschuss einer Befragung stellen.
Im Unterschied zu vielen anderen Touristen, die weiterhin in der Region festsitzen, kehrte seine Familie ebenfalls bereits nach Rom zurück. Nach italienischen Medienberichten geschah dies an Bord einer der ersten eigens gecharterten Maschinen.
Meloni stellt sich hinter Minister
Die Opposition hielt dem rechten Politiker vor, widersprüchliche Angaben über den Grund seiner Reise gemacht zu haben. Crosetto verteidigte sich mit den Worten, er habe «immer dieselbe Version» geäussert. Er habe eine «institutionelle Verpflichtung» – ein Treffen mit dem Verteidigungsminister der Emirate – mit einem Besuch bei der Familie verbunden. Crosetto musste nach eigenen Angaben am Wochenende wegen der Angriffe des Irans auf Dubai in einen Bunker.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (ebenfalls Fratelli d'Italia) stellte sich hinter ihren Minister. Sie sagte zu dem Streit am Montagabend nur: «Ich kann sagen, dass Minister Crosetto nie aufgehört hat, seine Arbeit zu verrichten.» Meloni steht seit dreieinhalb Jahren an der Spitze einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien. Crosetto gehört seit Beginn an zu ihrem Kabinett. (hkl/sda/dpa)
