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Nachupdate: Öllager in Teheran brennt, Iran greift weiter Golfstaaten an

Video: twitter/Hanna Dedial

Öllager in Teheran in Flammen, Iran greift weiter Golfstaaten an – das Nachtupdate

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran geht auch in der Nacht auf Sonntag weiter. Während Israel in Libanon ein Luxushotel angriff, attackierte der Iran Saudi-Arabien und Kuwait – hier ist das Nachtupdate.
08.03.2026, 08:4308.03.2026, 10:04

Öllager in Teheran in Flammen

Im Konflikt mit dem Erzfeind Iran hat Israel rund eine Woche nach Kriegsbeginn erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen aus der Hauptstadt, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten. Israels Armee erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigten die Revolutionsgarden die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden Teherans.

Video: twitter/Hanna Dedial

Israels Armee: Al-Kuds-Kommandeure in Beirut angegriffen

Israels führte in der Nacht zudem nach eigenen Angaben in Libanons Hauptstadt Beirut einen Angriff auf Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durch. Zugleich setzte Israel seine Angriffe gegen die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz im Süden Beiruts fort. Der Iran wiederum feuerte erneut Raketen auf Israel und attackierte Treibstofftanks des internationalen Flughafens in Kuwait sowie Ziele in Saudi-Arabien mit Drohnen. Am Morgen begann die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle im Iran.

Die israelische Armee machte keine Angaben zum genauen Ort des Angriffs auf Al-Kuds-Kommandeure in Beirut. Nach libanesischen Angaben griff Israels Militär in der Nacht gezielt ein Zimmer eines Luxushotels im Zentrum von Beirut an. Nach vorläufigen Informationen des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und acht weitere Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger.

Die aktuellen Entwicklungen im Liveticker:

Iran greift Saudi-Arabien und Kuwait an

Als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Militärschläge setzte Teheran in der Nacht seine Angriffe fort gegen arabische Staaten, in denen es US-Militärstützpunkte gibt. Die Luftabwehr in Kuwait fing drei in den Luftraum eingedrungene ballistische Raketen ab und zerstörte sie, wie die Armee auf X mitteilte.

Kurz zuvor waren laut Verteidigungsministerium bereits Treibstofftanks des internationalen Flughafens von Kuwait Ziel von Drohnenangriffen geworden. Nähere Angaben gab es zunächst nicht. Die Armee erklärte, zivile Einrichtungen seien durch Trümmerteile infolge des Luftabwehreinsatzes beschädigt worden.

Auch das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Irans Präsident Massud Peseschkian nannte zuvor als Bedingung für eine Einstellung der Luftangriffe auf die Nachbarländer, dass von dort keine Attacken auf sein Land erfolgten.

FILE - Smoke rises behind the Azadi (Freedom) monument in Tehran, Iran, on March 3, 2026, following the U.S.-Israeli military attack. (Davoud Ghahrdar/ISNA via AP, File)
Russia Iran Cautious Stance
Israel und die USA fliegen weiterhin Angriffe auf die iranische Hauptstadt Teheran.Bild: keystone

Iran und die USA beschuldigen sich gegenseitig

Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hatte den USA zuvor vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf der in der Strasse von Hormus gelegenen Insel Qeschm angegriffen zu haben. Die Wasserversorgung von 30 Dörfern sei beeinträchtigt, schrieb er auf der Plattform X. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Ein Angriff auf die Infrastruktur des Irans sei ein «gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Folgen», schrieb Araghtschi.

Trump wiederum beschuldigte Teheran, für die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran am ersten Kriegstag verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA dafür verantwortlich seien, sagte er zu Journalisten: «Nein, meiner Meinung nach, basierend auf dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan». US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte vor Journalisten, der Vorfall werde untersucht.

Bei dem Angriff wurden nach iranischen Angaben vergangenen Samstag unter anderem rund 170 Schülerinnen getötet.

Mehr dazu:

Trump erweist gefallenen US-Soldaten letzte Ehre

Trump nahm derweil an der Überführung der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teil. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im US-Bundesstaat Delaware, wo er auch auf die Familien der Gefallenen traf. Die Soldaten waren nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden.

Inmitten zumeist schwarz gekleideter Gäste stach Trump auch deshalb hervor, weil er eine weisse Baseball-Kappe mit der Aufschrift «USA» trug.

Russland unterstützt Iran laut Witkoff nicht

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff teilte derweil Russland nach eigenen Angaben mit, dass Moskau Teheran nicht mit Informationen in dem Krieg unterstützen soll. Auf eine entsprechende Frage sagte Witkoff vor Journalisten: «Das habe ich deutlich gesagt.» Weitere Details nannte er nicht.

Mehrere US-Medien hatten berichtet, Russland liefere dem Iran Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen. Witkoff ist Trumps Chefunterhändler für Moskau bezüglich des Kriegs in der Ukraine. Der Immobilieninvestor und Anwalt unterhält gute Beziehungen nach Russland. Er fiel in der Vergangenheit häufig mit russlandfreundlichen Aussagen auf.

Netanjahu: «Moment der Wahrheit» rückt näher

Trump schloss unterdessen die Einbindung von Kurden in den Iran-Krieg aus. Kurdische Kämpfer in der Region seien bereit dazu, aber er habe ihnen gesagt, dass er das nicht wolle, sagte Trump vor Journalisten. Die USA hätten eine gute Beziehung zu den Kurden, «aber wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist.»

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte in einer Videoansprache an die Menschen im Iran gewandt, der «Moment der Wahrheit» rücke näher. «Wir wollen den Iran befreien und in Frieden mit ihm leben», sagte Netanjahu. Aber «die Befreiung vom Joch der Tyrannei» hänge letztlich vom iranischen Volk ab. (sda/dpa/con)

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Der Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise. Israel etwa greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an.

quelle: keystone / mohammed zaatari
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Mare55
08.03.2026 09:26registriert Juni 2024
Ich bin auch nicht für die die jetztige Regierung in Iran. Was mich stört sind Angriffe während Verhandlungen. Ich frage mich und hoffe, dass die zwei Angreifer zu Verantwortung gezogen werden.
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Sisyphus
08.03.2026 09:07registriert Dezember 2021
Und immer, wenn man denkt, schlimmer geht es nicht, legen die USA und Israel noch einen drauf: Völkerrecht interessiert in den USA und Israel niemanden mehr.
Der Schutz von Zivilisten ist auch egal. Ob dabei einige Schülerinnen umkommen, ist nur am Rande erwähnenswert.
Umweltschutz ist nur wichtig, wenn er uns betrifft. Ob man da noch einige Öltanker im Meer versenkt oder Ölanlagen in Brand setzt, ist egal, solange es den eigenen Interessen dient.
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