DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Irans Aussenminister und US-Senator Cotton liefern sich ein Twitter-Scharmützel 

Irans Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif und der republikanische US-Senator Tom Cotton beschiessen sich auf allen Kanälen. Dabei geht es um Sanktionen, Anschuldigungen und einen Glückwunsch.



Für den frischgebackenen Senator Tom Cotton ist klar: Für die nationale Sicherheit der USA gibt es zwei ernsthafte Bedrohungen. Ein Iran mit Atomwaffen und Ayatollah Ali Chamenei, der oberste Führer der Islamischen Republik. So zumindest äusserte sich der Republikaner jüngst in einer Rede, in der er die Iran-Politik von US-Präsident Barack Obama kritisierte.

Vorwürfe an den Iran

Der Iran versucht laut einem vertraulichen UNO-Bericht, trotz der bestehenden Sanktionen Atomtechnologie einzukaufen. Der Bericht beruft sich auf Informationen aus Grossbritannien, welche die UNO jedoch nicht unabhängig überprüfen konnte. Die britische Regierung in London habe die Vereinten Nationen am 20. April darüber informiert, dass der Iran über zwei den internationalen Sanktionen unterliegende Firmen versuche, an Nukleartechnologie zu kommen. (kad/sda/afp)

Bereits Anfang März hatte er einen überheblichen, offenen Brief an Chamenei verfasst und liess ihn von 46 Senatoren unterzeichnen. Der 37-Jährige aus Arkansas, der seit Januar im Senat sitzt, ist gegen die Lockerung der UNO-Sanktionen.

An audience member holds up a sign during an interview with Iran's Foreign Minister Mohammad Javad Zarif's, by David Ignatius, of the Washington Post, hosted by the Center on International Cooperation at New York University, Wednesday, April 29, 2015, in New York. (AP Photo/Richard Drew)

Sarif spricht in New York. Bild: Richard Drew/AP/KEYSTONE

Kein Wunder, spielte Irans Aussenminister Sarif just auf diesen Mann, als er am Mittwoch an der New York University über die Atomverhandlungen seines Landes sprach, wie das Newsportal Politico meldet. Im Falle eines Atomabkommens, sagte Sarif, würden die UNO-Sanktionen gegen den Iran aufgehoben, «ob es Senator Cotton nun passe oder nicht».

Der Angesprochene liess sich nicht zweimal bitten und publizierte auf seiner Webseite eine Stellungnahme. Darin warnte er, der iranischen Führung sei nicht zu trauen, und Präsident Obama sei von Anfang an schlecht beraten gewesen, in der Sache irgendwelche Zugeständnisse in Aussicht zu stellen.

Doch das reichte ihm anscheinend noch nicht. In einer vierteiligen Twitter-Botschaft doppelte Cotton nach:

«Lass uns über die Verfassung debattieren», fordert Cotton Sarif auf. 

Er schlägt ein Treffen in Washington DC vor, Sarif möge den Zeitpunkt bestimmen, um über «Irans Akte der Tyrannei, des Verrats und des Terrors» zu sprechen.

Dann wird es persönlich: Er verstehe, wenn Sarif sich drücke, schreibt Cotton. Schliesslich habe er sich während des Irak-Kriegs «in den USA versteckt».

Zum Abschluss bezichtigt er ihn eines «feigen Charakters».

Wie bloss reagiert man auf solche Verunglimpfungen? Sarif tat folgendes: 

«Wir brauchen seriöse Diplomatie, nicht persönliche Macho-Hetze», schrieb Sarif. Und gratulierte seinem Widersacher im gleichen Atemzug zur Geburt dessen Sohnes. 

In der Tat waren Cotton und seine Frau Anna Peckham drei Tage erstmals Eltern geworden. Von einem Sohn mit dem Namen Gabriel, wie dieser Tweet belegt:

Was ist von diesem verbalen Schlagabtausch zu halten?

Welcher der beiden Streithähne ist - Stand heute - Gewinner des Zwists?

Anfang April 2015 hatten die UNO-Vetomächte und Deutschland sowie Teheran in Lausanne eine unverbindliche Grundsatzeinigung im Atomstreit mit Iran erzielt. Bis Ende Juni wollen beide Seiten eine umfassende Lösung aushandeln. (kad)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Nahost-Experte: «Eine dritte Intifada ist nicht auszuschliessen»

Die Situation zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert erneut. Nahost-Experte Hans-Lukas Kieser sagt im Interview, wie Ministerpräsident Netanjahu von den jüngsten Ereignissen profitiert und was jetzt eine dritte Intifada verhindern kann.

Eine Verkettung von Ereignissen führte dazu, dass der Konflikt zwischen Israel und palästinensischen Gebieten wieder aufgeflammt ist. Können Sie einen Überblick geben, wie es dazu kam?Hans-Lukas Kieser: In den vergangenen Wochen hatte die israelische Polizei in der Altstadt von Jerusalem diverse Plätze abgesperrt, auf denen sich muslimische Anwohner während des Ramadans normalerweise treffen. Das führte dazu, dass die Muslime ihren Ramadan nicht so feiern konnten, wie sie es …

Artikel lesen
Link zum Artikel