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Wallis

Ex-Mitarbeiterin von Bar in Crans-Montana erhebt schwere Vorwürfe

Notausgang Crans Montana
Rechts auf dem Bild soll sich der Eingang zum Raucherraum befinden, wo der Notausgang war. bild: x

Ex-Mitarbeiterin: «Es war uns verboten, die Notausgangstür zu öffnen»

Eine ehemalige Angestellte der Bar «Le Constellation» berichtete gegenüber dem französischen Sender BFMTV, dass es zwar einen Notausgang gab, dieser jedoch jederzeit verschlossen war. Derzeit ist noch unklar, wie es am Abend des Unglücks um den Notausgang bestellt war.
05.01.2026, 10:1905.01.2026, 10:19

Nach dem Drama, bei dem es in Crans-Montana zu Neujahr 40 Tote und 119 Verletzte gab, werfen die Sicherheitsvorkehrungen in der Bar «Le Constellation» Fragen auf.

Wenn das Feuer durch brennende Kerzen ausgelöst wurde, muss die Untersuchung insbesondere klären, ob die Renovierungsarbeiten und Kontrollen den Normen entsprechend durchgeführt wurden.

Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Die Journalisten von BFMTV haben eine ehemalige Angestellte der Bar befragt, in der sich der dramatische Brand ereignet hat. Diese arbeitete 2023 im «Constellation» und wohnte in demselben Gebäude, in dem sich die Bar befand. Der Journalist fragt:

Journalist
Wenn die Bar geöffnet war und Gäste da waren, haben Sie dann dafür gesorgt, dass der Notausgang verschlossen war?
Ex-Mitarbeiterin
Die Nottür war verschlossen, weil sie direkt ins Gebäude führte.
Ex-Mitarbeiterin
Ich selbst musste einen Schlüssel nehmen, um diese Tür zu benutzen und nach oben gehen zu können.
Journalist
Es war Ihnen also verboten, diese Tür zu öffnen. Was sagten Ihnen die Manager des Unternehmens?
Ex-Mitarbeiterin
Es war verboten, sie zu öffnen, es sei denn, man wollte nach Hause gehen. Aber zu der Zeit, als ich dort arbeitete, war ich die Einzige, die oben wohnte, also war ich die Einzige, die dort vorbeikam.

Es ist jedoch nicht bekannt, ob diese Tür am Abend des Dramas verschlossen war. Zeugen gaben jedoch laut «20 Minuten» an, dass sie blockiert war.

BFMTV erwähnte anschliessend die Ausgangstreppe. Dieser einzige Fluchtweg aus dem Untergeschoss schien in der Tat viel zu eng zu sein, wie zahlreiche Zeugen nach dem Brand berichteten.

Journalist
Es gab nur diese eine Treppe für eine Kapazität von 300 Personen im Falle einer Evakuierung. Beschreiben Sie uns diese Treppe.
Ex-Mitarbeiterin
Auf dieser Treppe ist es meiner Meinung nach völlig unmöglich, 200 Personen innerhalb von 10 Minuten zu evakuieren. Sobald es etwas voller wurde, kam es bereits zu Staus auf den Treppen.
Ex-Mitarbeiterin
Ich glaube, wenn diese Tür, die sich gegenüber den Toiletten am Ende des unteren Stockwerks befand, geöffnet werden könnte, hätte dies die Zahl der Todesopfer und Verbrennungen begrenzen können, da die Menschen viel schneller hätten fliehen können.
Ex-Mitarbeiterin
Es gab diese Tür und diese Treppe, nur diese beiden Stellen.

Die Behörden haben bislang keine Informationen zu diesem Thema bekannt gegeben. BFMTV erwähnte anschliessend die Arbeiten, die in der Einrichtung durchgeführt wurden.

Als Sie dort arbeiteten, waren diese Arbeiten Ihrer Meinung nach bereits durchgeführt worden?
Ja, ich habe 2023 dort gearbeitet, die Arbeiten waren abgeschlossen. Alles war aus Holz. Glühkerzen zu verwenden, war also doch gefährlich. Aber ich habe das Risiko nicht unbedingt wahrgenommen, da ich wusste, dass es schon seit einiger Zeit so war.

(joe)

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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana
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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana

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Die Momente vor dem Brand in Crans-Montana
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239 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Horst-Rüdiger
05.01.2026 10:40registriert März 2020
Jeden Tag kommen mehr Grobfahrlässigkeiten ans Licht, aber im Wallis spricht man von einer Tragödie die überall hätte passieren können und man nicht alles verhindern kann.
Das sind übelste Mafiastrukturen dort!
Es braucht nun dringendst eine nationale Untersuchungskommission sonst kommt da eine gewaltige Lawine auf die Schweiz zu. Denn nach der Trauer kommt die Wut und die wird riesig werden. Das Wallis wird es diesmal nicht schaffen das Ganze unter den Teppich zu kehren und es verjähren zu lassen.
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slnstrm
05.01.2026 10:34registriert August 2023
Es gab also einen Notausgang, alles andere hätte mich bei dieser Grösse doch sehr gewundert...
Diesen aber so zu verschliessen, dass er nicht geöffnet werden kann, dürfte dann dem Betreiber das Genick brechen.
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disentis
05.01.2026 10:29registriert Februar 2015
Im Zusammenhang mit der Aussage von Jositsch (es seien keine schweren Vergehen) könnte ich ob all dem einfach nur ko**en.
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