Schweiz
Wallis

Gemeindepräsident von Crans-Montana weist Vorwürfe zu Kontrollen zurück

Video: watson/Hanna Dedial

Gemeindepräsident von Crans-Montana: «Es gab kein lasches Verhalten»

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana stehen nicht nur die Betreiber der Bar «Le Constellation» in der Kritik. Auch Vorwürfe an die Behörden, wonach diese womöglich zu lasch kontrolliert hatten, werden laut. Der Gemeindepräsident von Crans-Montana kontert.
04.01.2026, 12:0307.01.2026, 09:34

Die Schweiz steht noch immer unter Schock. Die Tragödie, die sich in der Neujahrsnacht in Crans-Montana ereignet hat, wird das Land noch lange beschäftigen. Längst wurde die Schuldfrage laut. Hat sich das Betreiberpaar nicht an die Gesetze gehalten? Haben die Behörden nicht ordentlich kontrolliert? Viele Fragen sind offen, die Ermittlungen laufen.

Fest steht bisher, dass eine Strafuntersuchung gegen das Betreiberpaar eröffnet wurde. Es geht um fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässiges Verursachen einer Feuersbrunst, wie es am Samstag in einer Mitteilung hiess. Auch Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud hatte schon am Freitag erklärt, dass die ersten Erkenntnisse darauf hindeuteten, dass die Deckendämmung durch Wunderkerzen an Champagnerflaschen in Brand geraten war.

Was war mit den Kontrollen?

Ob jedoch im Innern der Bar alles regelkonform war, muss erst noch untersucht werden. Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer hatte an einer Medienkonferenz erklärt, dass der Feuerpolizei keine Informationen vorlägen, dass bei einer Kontrolle Mängel festgestellt wurden, und dass man davon ausgehe, dass Kontrollen durchgeführt worden waren.

Diese hätten einmal pro Jahr stattfinden sollen. Die Betreiber erklärten jedoch, dass sie in zehn Jahren nur dreimal kontrolliert worden seien. Zuständig dafür war die Gemeinde. Sollte sie Fehler gemacht haben, könnte auch sie belangt werden. Deren Präsident Nicolas Féraud hat sich nun erstmals gegenüber RTS geäussert. Bisher hatte er gegenüber den Medien keine Fragen bezüglich der Kontrollen beantwortet. Demnach habe er alle Unterlagen der Generalstaatsanwaltschaft ausgehändigt. Ausserdem sagt er:

«Nein, es gab kein lasches Verhalten seitens der Gemeinde Crans-Montana.»
Nicolas Feraud, Mayor of Crans-Montana, reacts near the area where a unidentified origin fire broke out at the Le Constellation bar and lounge leaving people dead and injured, during New Year’s celebr ...
Crans-Montanas Gemeindepräsident Nicolas Féraud.Bild: KEYSTONE

Weitere Fragen will er nicht beantworten, er betont aber, dass man mit der Justiz zusammenarbeite und auch für die betroffenen Familien da sei. Die Gemeinde tritt zudem als Zivilklägerin im Strafverfahren auf. Féraud ist sich eines sicher: «Es ist klar, dass sich die Dinge ziemlich schnell ändern werden.» (vro)

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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana
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Unglück in der Silvester-Nacht in Crans-Montana

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427 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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KLERUS
04.01.2026 09:42registriert Oktober 2021
Ob die Gemeinde „zu lasch handelte“ wird ein Gericht beurteilen. Er als Gemeindepräsident ist befangen und daher nicht glaubwürdig! Nicht gegen ihn persönlich oder in der Richtung..
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coronado71
04.01.2026 09:49registriert Juni 2016
Sorry, aber bei einer Katastrophe mit 40 Toten und über 100 teils schwerst Verletzten kann man doch nicht sagen, es wäre eigentlich alles okay gewesen?
Gibt es einen Vorfall in der Luftfahrt, werden nicht selten komplette Flotten stillgelegt bis aufgeklärt ist, was schief gelaufen ist. Übertragen auf Crans-Montana, müssten alle Bars und Clubs im Kt. Wallis dichtmachen bzw. überprüft werden, ob die einschlägigen Vorschriften eingehalten werden.
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Truth Hurts
04.01.2026 09:47registriert Mai 2016
Diese geldgierigen Pseudoverantwortlichen haben ihre Verantwortung komplett vernachlässigt, das ist mehr als offensichtlich. Jetzt sucht man einen Sündenbock.
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