Besitzerin erlitt ebenfalls Verbrennungen – das ist über die Bar-Betreiber bekannt
Wie die französische Zeitung Le Figaro unter Berufung auf Informationen der Nachrichtenagentur AFP berichtet, sind die beiden Betreiber am Leben. Die Frau wurde beim Unglück in der Silvesternacht ebenfalls verletzt, sie erlitt den Angaben zufolge Verbrennungen am Arm. Der Mann war nicht anwesend, sondern in einem der anderen beiden Lokale, die das Ehepaar im Wallis führt.
Jessica und Jacques M. kamen demzufolge Anfang der 2000er-Jahre ins Wallis und führen heute drei Betriebe: Neben der Unglücksbar «Le Constellation» auch das ebenfalls in Crans-Montana stehende Burgerrestaurant «Le Senso» und ein korsisches Restaurant namens «Le Vieux-Chalet» im Nachbarort Lens.
Ein Musiker und Freund des französischen Ehepaars, der früher in der Bar aufgetreten war, gab gegenüber der Zeitung Corse-Matin an, dass die beiden unter Schock und «von dem Ereignis extrem betroffen» seien. Er habe die ganze Nacht versucht, seine Freunde zu erreichen: «Gegen 5 Uhr morgens meldete sich schliesslich die Frau und sagte mir, dass sie leben und es eine Katastrophe sei.» Er habe ihnen seine Unterstützung angeboten. Er beschreibt die beiden Besitzer als «fleissig und hart arbeitend.»
Das Ehepaar übernahm die damals leerstehende Bar «Le Constellation» im Jahr 2015. Sie wurde schnell zu einem beliebten Etablissement und zog vor allem in der Wintersaison viele Touristen an. Die Bar war zudem auch bei jungen Menschen sehr beliebt. Recherchen von CH Media zeigen, dass das Lokal bekannt dafür gewesen war, es nicht allzu genau mit Alterskontrollen zu nehmen.
Laut einem Augenzeugen des Unglücks waren zudem manchmal bis zu 400 Besucher im Lokal, das eigentlich nur für 300 Menschen im Innenraum und 40 auf der Terrasse ausgelegt war. Die Behörden haben diesen Sachverhalt bisher weder dementiert noch bestätigt.
Die Online-Präsenz der Bar verschwand in der Silvesternacht unmittelbar nach Bekanntwerden des Brandes. Die Social-Media-Seiten auf Facebook und Instagram sind nicht mehr erreichbar, auf Google Maps wurde die Bar als «vorübergehend geschlossen» angezeigt. Das Silvesterprogramm der Bar war damit nicht mehr nachzuvollziehen.
Laut der Tageszeitung Nice-Matin wohnten die beiden Franzosen zuvor auf Korsika, Jacques M. stammt von dort. Jessica M. wuchs an der französischen Südküste auf. Sie wollten persönlich bisher nicht Stellung zum Unglück in Crans-Montana nehmen und liessen auf eine Anfrage der Zeitung über einen Mitarbeiter mitteilen: «Wir haben Mitarbeiter verloren, es fällt uns gerade sehr schwer, darüber zu sprechen.»
Beim Unglück starben mindestens 40 Menschen, 115 wurden verletzt, etwa 80 davon befinden sich noch in kritischem Zustand. Die Identifikation der Opfer gestaltet sich schwierig, wegen der schlimmen Brandverletzungen, aber auch, weil viele Betroffene aus dem Ausland stammen. Auch gab es in dem frei zugänglichen Lokal keine Gästeliste, was die Suche ebenfalls erschwert.
Die Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt, die Ermittlungen laufen. Laut der Walliser Generalstaatsanwälting Béatrice Pilloud werden «mehrere Hypothesen» geprüft. Bild- und Videomaterial aus dem Inneren der Bar zeigen, dass die Decke nach der Verwendung von Wunderkerzen in Brand geriet. Danach breitete sich das Feuer offenbar ruckartig aus, die Behörden sprachen von einem sogenannten «Flashover». Was das genau ist, liest du hier.
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