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Diese Republikaner anerkennen bereits Bidens Sieg – und es werden immer mehr

salome woerlen



Um die Republikaner blieb es lange ruhig, nachdem Joe Biden zum gewählten Präsidenten ausgerufen wurde. Die Namen der Trump-Kritiker, die sich öffentlich gegen den abgewählten Präsidenten stellten, war überschaubar – und wenig überraschend.

Doch jetzt brechen immer mehr Mitglieder ihr Schweigen – und wollen Trumps Spiel nicht mehr mitspielen. Wer sich alles schon gegen Trumps Weigerung, den Sieg Bidens zu akzeptieren, gesellt hat, siehst du in der Slideshow:

Diese Republikaner haben sich von Trump abgewandt

Und das sind die namhaftesten und wichtigsten Trump-Kritiker:

George W. Bush

Laut eigenen Aussagen rief er Biden und Harris einen Tag, nachdem sie als Gewinner und Gewinnerin verkündet wurden, an, um ihnen zu gratulieren. Der ehemalige republikanische Präsident verwies darauf, dass es Trumps Recht sei, erneute Zählungen zu verlangen und Rechtsverfahren einzuleiten. Dennoch ist er der Meinung, dass Bidens Sieg klar sei:

«Das amerikanische Volk kann darauf vertrauen, dass diese Wahl grundsätzlich fair war, ihre Integrität gewahrt bleibt und das Ergebnis klar ist.»

Georg W. Bush CNN

Karl Rove

Der ehemalige Berater Bushs, Karl Rove, schrieb in einem Kommentar im Wallstreet Journal, dass die Wahlresultate auch trotz Trumps rechtlicher Verfahren nicht aufgehoben werden würden. Rove, der auch Trump im Vorfeld der Wahlen beraten hatte, vermied es zwar Biden als den gewählten Präsidenten zu bezeichnen, doch einen Sieg des jetzigen Präsidenten schliesst er aus. Trump müsse beweisen können, dass ein systematischer Betrug vorliege und dass zehntausende Stimmen illegal seien – bisher existieren aber keine solche Beweise.

FILE- In this Aug. 18, 2018 file photo Republican strategist Karl Rove speaks during the Mississippi Book Festival in Jackson, Miss. Rove and a connected dark money group are raising money for a GOP candidate for the Ohio Supreme Court, with a focus on yielding power over redistricting efforts in the battleground state. A letter obtained by The Associated Press shows Rove pleading for wealthy donors and law firms in Ohio to donate to Justice Judi French's reelection campaign as the court's conservative majority is up for grabs on Nov. 3, 2020. (AP Photo/Rogelio V. Solis, File)
Karl Rove

Der Republikaner Karl Rove ist von Trumps Anschuldigungen nicht überzeugt. Bild: keystone

Mike DeWine

«Joe Biden ist der gewählte Präsident», sagt der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine gegenüber CNN. Gemäss DeWine, der Trump für eine zweite Amtszeit unterstützt hatte, habe Trump das Recht, die Wahlen anzufechten. Er gehe aber davon aus, dass Biden der nächste Bewohner des Weissen Hauses sein wird.

FILE - In this March 5, 2019, file photo, Ohio Gov. Mike DeWine speaks during the Ohio State of the State address at the Ohio Statehouse in Columbus, Ohio. Every Tuesday for months, DeWine interrupts his remarks on pandemic stats and safety measures and pleads with fellow Republican lawmakers to act on his legislation addressing gun violence in the state. DeWine proposed the bill after a mass shooting in Dayton in 2019. A key element is boosting penalties for felons committing new crimes with guns. The governor says the need has only grown more dire since Dayton. (AP Photo/Paul Vernon, File)

Mike DeWine akzeptiert Joe Biden als den gewählten Präsidenten. Bild: keystone

Lisa Murkowski

Alaskas Senatorin Lisa Murkowski gratulierte Biden direkt im Anschluss, nachdem er von den Medien als Sieger ausgerufen wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Stimmen in Alaska noch immer gezählt – die Sender NBC News und CNN haben Biden in Alaska sogar erst am Donnerstagabend (Ortszeit) zum Gewinner der Wahlen erklärt.

In ihrer Stellungnahme auf Twitter schreibt Murkowski weiter, dass der Übergangsprozess des Präsidenten für «unser Demokratiesystem von grundlegender Bedeutung ist und letztendlich das amerikanische Volk ehrt.»

Lindsey Graham

Krebst er langsam zurück? Lindsey Graham, Senator von South Carolina, gilt als einer der engsten Verbündeten Donald Trumps. Im Anschluss an die Betrugsvorwürfe Trumps verkündete er auf Facebook, dass er die eingeleiteten Gerichtsverfahren mit einer Spende einer halben Million unterstützen würde.

Gegenüber der CNN sagte er nun aber, dass Biden das Geheimdienst-Briefing erhalten sollte. Dieses wird ihm aufgrund des fehlenden «ascertainment»-Briefes nach wie vor verwehrt.

Susan Collins

Collins, Senatorin von Maine, hat Trump schon im Vorfeld nicht für eine zweite Amtszeit unterstützt – obwohl sie eine Republikanerin ist. Auf Twitter schreibt sie:

«Präsidentschaftsübergänge sind wichtig und es sollte sichergestellt werden, dass der gewählte Präsident und die gewählte Vizepräsidentin jede Gelegenheit erhalten, um am 20. Januar regierungsbereit zu sein.»

Susan Collins

Charlie Baker

Auch Charlie Baker, republikanischer Gouverneur von Massachusetts, hat Trumps Kampagne nicht unterstützt. Deshalb war es wenig überraschend, dass er Biden und Harris bereits am 7. November gratulierte. Des Weiteren schreibt er:

Dies war eine lange und umstrittene Kampagne, aber jetzt ist es für uns alle wichtig, uns auf die sehr realen und unmittelbaren Herausforderungen zu konzentrieren, denen sich diese Nation gegenübersieht.

Charlie Baker

Das Internet

Nicht nur republikanische Politiker und Politikerinnen wenden sich zunehmend von Trump ab, auch im Internet schliessen sich immer mehr (normalerweise) republikanische Wählende gegen Trump zusammen. So wurde beispielsweise auf Twitter der Kanal «Republicans against Trump» ins Leben gerufen. Auf der dazugehörigen Website werden Republikaner und Republikanerinnen dazu aufgerufen, kurze Videos hochzuladen, auf denen sie erklären, wieso sie Trump nicht unterstützen wollen – die Liste ist endlos lang.

Auf ihrem Twitterkanal teilten sie unter anderem dieses Video:

Wenn sich sogar ein 96-jähriger, lebenslang treuer Republikaner über den Sieg des gewählten Bidens freut, dann brechen für Trump düstere Zeiten an.

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