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Im ersten entscheidenden TV-Duell für die Vorwahlen zur US-Präsidentschaft stand Trump im Zentrum.
Im ersten entscheidenden TV-Duell für die Vorwahlen zur US-Präsidentschaft stand Trump im Zentrum.Bild: Charlie Neibergall/AP/KEYSTONE

«Unsere Spitzenpolitiker sind dumm! Politiker sind dumm!» – Trump schiesst bei der ersten TV-Debatte gegen alles und jeden

07.08.2015, 02:2307.08.2015, 08:39

Es ist das erste Highlight im amerikanischen Wahlkampf: Die US-Präsidentschafts-Kandidaten der Republikaner werden von Fox News zur Debatte gebeten.

Milliardär Donald Trump, auf den an diesem Abend alle Augen gerichtet waren, grenzte sich gleich zu Beginn von seinen Mitbewerbern ab: Auf die erste Frage des Moderators, ob sie versprechen können, den bei den Vorwahlen bestimmten Spitzenkandidaten der Republikaner zu unterstützen, antwortete Trump als einziger: «Ich werde dieses Versprechen zu diesem Zeitpunkt nicht abgeben.» Das könne er nur zusichern, wenn er selbst zum Gewinner der Vorwahlen erklärt würde. 

Trump: «Ich habe keine Zeit für politische Korrektheit»

Ein Wahlkampf Trumps als unabhängiger, dritter Kandidat bereitet den Republikanern grosse Sorge. Da bei einer knappen Wahl jede Stimme aus dem konservativen Lager zählt, könnte eine unabhängige Kandidatur Trumps letztlich zu einem Sieg der Demokraten führen. Trump sichere sich nach allen Seiten ab und verhelfe damit Hillary Clinton zum Sieg, kritisierte deshalb der Senator aus Kentucky, Rand Paul, nach Trumps Ankündigung.

Weiter schlachtete Trump vor allem das Thema illegale Einwanderung populistisch aus. «Wir müssen eine Mauer bauen. Und sie muss schnell gebaut werden», sagte Trump. Die «dummen Spitzenpolitiker in den Vereinigten Staaten» würden nichts gegen illegale Einwanderung unternehmen. Im Publikum in Cleveland stiessen Trumps Äusserungen auf geteilte Reaktionen: Neben Applaus waren auch laute Buh-Rufe zu hören.

Trump: «Wir müssen eine Mauer bauen»

Der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, warf Trump eine «spaltende Sprache» vor. Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, sagte, dass Trump mit der Einwanderungsdebatte einen «Nerv» getroffen habe. «Die Leute sind frustriert. Sie haben es satt», sagte Kasich und fügte mit Blick auf Trump hinzu: «Er hat seine Lösungen, einige von uns haben andere Lösungen.»

Bush sprach sich dafür aus, Einwanderern ohne gültige Papiere einen Weg in die Legalität zu ermöglichen. Wisconsins Gouverneur Scott Walker machte dagegen deutlich, dass es mit ihm als Präsidenten keine «Amnestie» geben werde.

Kritik an Hillary Clinton 

Bei der Debatte ging es auch um die Sanierung der Staatsfinanzen, den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), das Atomabkommen mit dem Iran sowie Streitfragen wie Abtreibung, landesweite Schulstandards und die Homoehe.

Die zehn Prime-Time-Republikaner von links oben nach rechts unten: Jeb Bush, Ben Carson, Chris Christie, Ted Cruz, Mike Huckabee, John Kasich, Rand Paul, Marco Rubio, Donald Trump und Scott Walker.
Die zehn Prime-Time-Republikaner von links oben nach rechts unten: Jeb Bush, Ben Carson, Chris Christie, Ted Cruz, Mike Huckabee, John Kasich, Rand Paul, Marco Rubio, Donald Trump und Scott Walker.Bild: /AP/KEYSTONE

Die republikanischen Bewerber kritisierten ausserdem die frühere Aussenministerin Hillary Clinton, die als grosse Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gilt. «Jeder Teil der Welt, den Hillary Clinton angerührt hat, ist heute in grösserer Unordnung», sagte Walker.

Bush distanzierte sich von dem unter seinem Bruder George W. Bush angeordneten Einmarsch in den Irak. Rückblickend sei der Krieg ein «Fehler» gewesen, sagte er. «Ich wäre nicht reingegangen.» Zugleich warf er Präsident Barack Obama vor, den Irak mit dem Abzug der US-Armee im Stich gelassen und damit den Aufstieg der IS-Miliz begünstigt zu haben.

Auch in der B-Runde stand Trump im Zentrum

Bevor die zehn aussichtsreichsten republikanischen Präsidentschaftskandidaten debattierten, trafen die sieben übrigen Bewerber bei einer nachmittäglichen TV-Debatte aufeinander. Angesichts des 17-köpfigen Bewerberfeldes hat sich Sender Fox News als Organisator der Debatte für zwei getrennte Runden entschieden.

Die B-Liste der Präsidentschaftsanwärter arbeitete sich an dem schillernden Milliardär ab, der derzeit in Umfragen am meisten Zuspruch aller Republikaner erhält. Der frühere texanische Gouverneur Rick Perry sagte, Trump verdanke das Umfragehoch seiner Berühmtheit und stehe nicht für konservative Werte.

 «Ich denke, er zapft die Wut an, die die Leute fühlen», ergänzte die frühere Managerin Carly Fiorina und warf Trump vor, bei Themen wie Abtreibung und der Gesundheitsreform einst eher linksliberale Ansichten vertreten zu haben. «Ich würde mich fragen, nach welchen Prinzipien er regieren wird», sagte sie.

Die Texanerin Carly Fiorina überflügelte in der kleinen Runde ihre männlichen Mitbewerber. Die Kommentatoren der «New York Times» bezeichneten sie als eine «Kraft auf der Bühne», sattelfest und glaubhaft – im Gegensatz zu den anderen Kandidaten, die sich mehrere Fauxpas leisteten. Eine Auswahl (mehr folgt in Kürze):

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