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Lonnie and Sandy Phillips, left, whose daughter Jessica Ghawi was killed in the 2012 Aurora movie theatre massacre, enter the Arapahoe County District Court on the day of closing arguments in the trial of Aurora movie theater shootings defendant James Holmes, in Centennial, Colo., Tuesday July 14, 2015. (AP Photo/Brennan Linsley)

Angehörige betreten das Gericht, wo die Schlussverhandlung gegen den Schützen von Aurora stattfinden. Bild: Brennan Linsley/AP/KEYSTONE

Prozess gegen Schützen von Aurora: «Er kam nur mit einem Gedanken ins Kino: Massenmord»

Am letzten Tag der Beweisaufnahme im Prozess um den Kinoschützen von Aurora haben Anklage und Verteidigung heftig um eine Geisteskrankheit des Täters gestritten. Der Prozess könnte sich noch über Wochen hinziehen. 



Eigentlich wär' der Prozess gegen den Batman-Schützen in seiner Schlussphase angelangt. Dennoch ist kein Ende in Sicht.  

Die Staatsanwaltschaft beharrte im Schlussplädoyer am Dienstag (Ortszeit) darauf, dass der heute 27 Jahre alte James Holmes genau wusste, was er tat, als er vor drei Jahren zwölf Menschen in einem Kino in Aurora bei Denver (US-Bundesstaat Colorado) erschoss und 70 weitere verletzte.

FILE - In this July 23, 2012, file photo, James Holmes, who is charged with killing 12 moviegoers and wounding 70 more in a shooting spree in a crowded theatre in Aurora, Colo., in July 2012, sits in Arapahoe County District Court in Centennial, Colo. In a videotape played for jurors in Holmes' murder trial Tuesday, June 2, 2015, Holmes said that he might not have carried out the attack if his previous psychiatrist, Dr. Lynne Fenton, hadn't prescribed him a drug that reduced his anxiety and fear, but said he might have done it later in life. (RJ Sangosti, Denver Post via AP, Pool, File)

Holmes im Juli 2012 Bild: AP/Pool Denver Post

«Er kam mit nur einem Gedanken ins Kino: Massenmord», sagte Staatsanwalt George Brauchler im Gericht in Centennial. «Er hatte 700 Kugeln und drei Waffen dabei und schoss auf alles, was er treffen konnte. Er wollte alle 400 Kinobesucher töten.»

«Wer so perfekt plant, ist schuldfähig.»

Staatsanwalt George Brauchler

Mag Holmes auch seelische Probleme haben, könne seine Schuldfähigkeit nicht in Zweifel gezogen werden: «Er hat alles perfekt geplant. Er hat es über Monate vorbereitet. Er hat einen Tatort ausgesucht und seinen Opfern die Fluchtmöglichkeiten genommen. Und er hat seine Wohnung mit Sprengsätzen versehen. Wer so perfekt plant, ist schuldfähig.»

FILE -In this Dec. 8, 2014, file photo, George Brauchler, left, district attorney of Arapahoe County, Colo., heads into a hearing in Centennial, Colo., in the murder trial of Aurora movie theater shooter James Holmes. Defense attorneys for Holmes are preparing to open their case on Thursday, June 25, 2015 with witnesses they hope can illustrate the severity of his mental illness at the time of the attack on July 20, 2012. (AP Photo/David Zalubowski, File)

Staatsanwalt George Bauchler. Bild: David Zalubowski/AP/KEYSTONE

Schizophrenie in der Familie

Aus Sicht der Verteidigung kann es hingegen keinen Zweifel geben, dass Holmes schizophren ist und nicht wusste, was er tat. «Planung und nach aussen rational handeln heisst nicht, nicht seelisch krank zu sein. Viele andere Verhaltensweisen schon. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass Mr. Holmes sich nicht selbst kontrollierte», sagte Verteidiger Daniel King.

«Es kann keinen Zweifel daran geben, dass Mr. Holmes sich nicht selbst kontrollierte.»

Verteidiger Daniel King

Wie andere Mitglieder seiner Familie leide er unter Schizophrenie und sei auch vor der Tat in Behandlung gewesen. «Bitte akzeptieren Sie seine geistige Erkrankung», sagte King zu den Geschworenen. «Sie ist der Grund, der einzige Grund, warum sich diese Tat ereignete.»

FILE - In this file photograph taken Monday, July 30, 2012, defense attorney Daniel King leads his team to court for an arraignment for suspected theater shooter James Holmes in district court in Centennial, Colo. Holmes attorneys will open their case Thursday, June 25, 2015 with witnesses they hope can illustrate the severity of the suspect's mental illness when the suspect attacked the Aurora theater on July 20, 2012. (AP Photo/Ed Andrieski, file)

Verteidiger Daniel King Bild: Ed Andrieski/AP/KEYSTONE

Jury als nächstes an der Reihe

Nach den Schlussplädoyers am Dienstag soll am Mittwoch die Beratung der Jury beginnen. Die sieben Männer und fünf Frauen müssen in 165 Fällen entscheiden, ob Holmes schuldig ist: Er ist für jeden Toten einmal des vorsätzlichen Mordes, einmal des Totschlags angeklagt und für jeden Verletzten des versuchten Mordes und Totschlags. Zudem wird ihm die Verwendung von Spreng- oder Brandsätzen vorgeworfen.

Sollten die Geschworenen ihn schuldig bekennen, beginnt eine neue Runde des Prozesses, in der beide Seiten ein Strafmass anstreben. Die Verteidigung will eine Einweisung in die Psychiatrie, die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe.

Holmes hatte zwölf Menschen getötet, das jüngste Opfer war ein sechs Jahre altes Mädchen, deren Mutter querschnittsgelähmt überlebte und eine Fehlgeburt erlitt. Mit zwölf Toten und 70 Verletzten ist es in der Geschichte der USA die Schiesserei mit den meisten Opfern. Holmes droht die Todesstrafe, die allerdings in Colorado in den letzten vier Jahrzehnten nur ein einziges Mal vollstreckt wurde. (sda/dpa)

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