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Lachs-Zucht: Norwegens Fischfarmen belasten Fjorde wie Millionenstädte

Von wegen grüner Vorzeigestaat: Norwegens Fischfarmen belasten Fjorde wie Millionenstädte

06.05.2026, 15:2106.05.2026, 18:09

Norwegen ist der weltweit grösste Produzent von Zuchtlachs. Jährlich produziert das Land über 1,2 Millionen Tonnen. Neben Erdöl und Erdgas ist die Fischzucht (Aquakultur) der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes.

Die Aquakulturen befinden sich in offenen Netzkäfigen im Meer, wodurch Nährstoffe direkt in die empfindlichen Fjordsysteme gelangen.
Die Aquakulturen befinden sich in offenen Netzkäfigen im Meer, wodurch Nährstoffe direkt in die empfindlichen Fjordsysteme gelangen.Bild: Shutterstock

Doch der wirtschaftliche Erfolg hat eine ökologische Schattenseite: Die norwegischen Lachsfarmen belasten die Fjorde und Küstengewässer des Landes erheblich mit Nährstoffen aus Fischkot, Futterresten und Urin. Analysen des Sunstone Institute ergaben, dass die norwegische Aquakultur im letzten Jahr 75'000 Tonnen Stickstoff, 13'000 Tonnen Phosphor und 360'000 Tonnen organischen Kohlenstoff freigesetzt hat.

Zur Veranschaulichung: In Norwegen gelangen so viele Nährstoffe ins Meer, dass sie mit dem ungeklärten Abwasser von ganz Australien verglichen werden können. Australien hat mehr als 21 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner als die skandinavische Halbinsel.

Die Abfälle gelangen direkt ins Meer, da die Fische in offenen Netzkäfigen gehalten werden. Nährstoffe wirken auf den ersten Blick harmlos oder sogar positiv, doch in grossen Mengen können sie die Umwelt erheblich belasten.

Veränderung ganzer Ökosysteme

Stickstoff und Phosphor wirken wie Dünger. Gelangen zu grosse Mengen ins Wasser, wachsen Algen stark und es entstehen sogenannte Algenblüten. Das Wasser kann sich dabei grün, braun oder rot verfärben und das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht.

Besonders kritisch wird es, wenn die Algen wieder absterben, denn dann werden sie von Bakterien zersetzt. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. Vor allem in den Fjorden kann das zu Sauerstoffmangel führen, da die halbgeschlossene Gewässer nur schmale Verbindungen zum offenen Meer haben. Dadurch kommt nur wenig frisches und sauerstoffreiches Wasser nach. Fische und andere Lebewesen können so ersticken oder abwandern. Die Klimaerwärmung verschlimmert das Problem zusätzlich: Wärmeres Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen, sodass es noch schneller zu Sauerstoffmangel kommt.

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99 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mute
06.05.2026 15:41registriert März 2021
Der Artikel entlarvt das Greenwashing einer ganzen Branche. Es ist Zeit zu akzeptieren, dass Massentierhaltung in sensiblen Ökosystemen wie den Fjorden zwangsläufig zum Kollaps führt. Echte Nachhaltigkeit sieht anders aus – sie beginnt dort, wo wir aufhören, Tiere als industrielle Masse zu produzieren...
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Cantillon
06.05.2026 16:16registriert Oktober 2025
Norwegen ist genau so gut sein Image gegen aussen zu verkaufen wie die Schweiz. Alle denken hier ist das Paradis aber wir vergiften auch täglich unsere Böden und unser Wasser.
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Minatori
06.05.2026 16:10registriert November 2025
Das ist schon lange bekannt. Norwegischer Zuchtlachs ist toxisch.
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