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Kuba veröffentlicht Handbuch für Kriegsfall – Kritik im Netz

Veterans of the 1959 Cuban Revolution take part in a parade during the anniversary of Fidel Castro's arrival to the capital as the head of the rebel army, in Havana, Thursday, Jan. 8, 2026. (AP P ...
Veteranen besuchen eine Parade in Havanna. Bild: keystone

Kuba veröffentlicht Handbuch für Kriegsfall – Kritik im Netz

16.05.2026, 22:1416.05.2026, 22:14

Angesichts der Spannungen mit den USA hat der kubanische Zivilschutz ein Handbuch mit Richtlinien für die Bevölkerung im Falle einer militärischen Aggression veröffentlicht. Der «Leitfaden für Familien zum Schutz vor einem militärischen Angriff» empfiehlt, einen Rucksack mit Lebensmitteln und Medikamenten bereitzuhalten sowie sich bei Luftalarm sofort an einen sicheren Ort zu begeben.

«Mit demselben Eifer und derselben Disziplin, mit denen wir uns auf die Bewältigung von Katastrophen vorbereitet haben, müssen wir uns darauf vorbereiten, Leben zu schützen, falls der Feind uns militärisch angreift», heisst es in der Einleitung. Bei einem Angriff werde sich die sozialistische Karibikinsel zwar entschlossen verteidigen. Ein Grossteil der Bevölkerung, darunter Kinder und ältere Menschen, würde jedoch nicht an den möglichen Kämpfen teilnehmen und müsste deshalb gemäss den Richtlinien geschützt werden.

Das neunseitige Dokument ist digital auf einigen offiziellen Seiten wie dem Bürgerportal der Stadt Havanna zu finden. Andere Regierungsstellen sollen den Text dagegen nach der Veröffentlichung wieder zurückgezogen haben, wie das Nachrichtenportal «14yMedio» berichtete.

Menschen reagieren in sozialen Netzwerken: «Ist das ein Witz?»

In Kommentaren unter Facebook-Posts kubanischer Nachrichtenseiten wie «Venceremos» über den Leitfaden äusserten viele Kritik. «Ach wirklich, und woher sollen wir denn die Sachen für den Rucksack nehmen, wenn man derzeit nicht im Krieg ist und bereits jetzt absolut nichts hat?», schrieb eine Frau. «Unverderbliche Lebensmittel! Ist das ein Witz?», hiess es in einem weiteren Kommentar.

Die Kubaner leiden unter Mangelwirtschaft und stundenlangen Stromausfällen. In der Hauptstadt Havanna gibt es teilweise bis zu 22 Stunden täglich keinen Strom. Die wenigen verfügbaren Lebensmittel verderben im Kühlschrank.

Kuba steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Energiekrise, die sich in den vergangenen Monaten durch eine Reihe von Strafmassnahmen der USA weiter verschärft hat. Die kubanische Regierung macht dafür das seit mehr als 60 Jahren geltende Handelsembargo der Vereinigten Staaten sowie das von der Regierung von US-Präsident Donald Trump im Dezember verhängte Ölembargo verantwortlich. (sda/dpa)

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