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Trump droht Kanada mit 50-Prozent-Zöllen auf Flugzeuge

Trump droht Kanada mit 50-Prozent-Zöllen auf Flugzeuge

30.01.2026, 07:3830.01.2026, 07:38

US-Präsident Donald Trump droht dem Nachbarland Kanada mit einem neuen Strafzoll in Höhe von 50 Prozent für den Import von Flugzeugen. Auslöser scheint ein Streit um die Zulassung von US-Geschäftsflugzeugen in Kanada zu sein.

President Donald Trump and first lady Melania Trump arrive for the premiere of her movie "Melania" at The John F. Kennedy Memorial Center For The Performing Arts, Thursday, Jan. 29, 2026, in ...
US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Zudem erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social, sämtlichen Maschinen des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier und allen anderen dort hergestellten Jets werde die US-Genehmigung entzogen.

Als Grund für den Entzug und den möglichen Strafzoll nannte Trump den Umgang der kanadischen Behörden mit Gulfstream, einem US-Hersteller von Geschäftsflugzeugen. Kanada habe mehreren Modellen des Bombardier-Konkurrenten keine Betriebsgenehmigungen erteilt und damit im Prinzip deren Verkauf in dem Nachbarland verboten, klagte Trump. Sollte dies nicht «sofort korrigiert» werden, werde er eine zusätzliche Importgebühr von 50 Prozent verhängen, drohte der Präsident.

Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um.

Trump greift Verbündeten Kanada zunehmend an

Erst vor wenigen Tagen hatte Trump Kanada mit horrenden Zöllen gedroht, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit des Nachbarn mit China zu verhindern. Sollte die kanadische Regierung einen Deal mit der Volksrepublik schliessen, würden alle Importe aus Kanada mit einem 100-Prozent-Zollsatz belegt, schrieb er auf Truth Social.

Kanadas Premierminister Mark Carney, der – ebenso wie sein Vorgänger Justin Trudeau – in der Vergangenheit diverse Streitigkeiten mit Trump auszutragen hatte, war im Januar nach Peking gereist und kündigte danach eine engere Zusammenarbeit mit China an. So nimmt Kanada einen Teil seiner Zölle auf chinesische Elektroautos zurück, im Gegenzug will China Handelshemmnisse für kanadische Agrarprodukte wie Raps abbauen.

Prime Minister Mark Carney speaks at the Prime Time screen and media industry conference gala in Ottawa, on Thursday, Jan. 29, 2026. (Patrick Doyle/The Canadian Press via AP)
Prime Time Media Conferen ...
Kanadas Premierminister Mark Carney kritisierte Trump mehrfach.Bild: keystone

Nach seiner China-Reise fiel Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver «America First»-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte. (dab/sda/dpa)

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26 Kommentare
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Conny 56
30.01.2026 08:37registriert April 2024
Ach die Orange droht wieder einmal mit Zöllen, wenn sich Kanada nicht fügt. Nun, Kanada sucht sich andere Handelspartner, die nicht so Launisch sind. Gut gemacht Kanada!
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Helicobacter
30.01.2026 08:47registriert Januar 2016
Im Umgang mit solchen Behauptungen, erst recht, wenn sie von Trump kommen, wäre ein kurzer Faktencheck ein erheblicher Qualitätsgewinn für jedes Newsportal!

Ein US-Präsident kann einem Hersteller nicht willkürlich die FAA-Zertifizierung entziehen, solange die Sicherheitsanforderungen erfüllt sind. Zudem sind einige der Gulfstream-Typen, von denen Trump spricht, in Kanada durchaus schon länger zugelassen und im Einsatz.

Gerade in Zeiten von Fake News, KI und dem ständigen Strom falscher Aussagen aus der US-Administration sollte dies zumindest nicht unreflektiert wiedergegeben werden.
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FPA
30.01.2026 07:55registriert August 2023
Ach der Herr Trump wieder einmal.
Der beste Marketingstratege von Airbus.
👍
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