Unterschrift auf Dollarnoten ist nur der Anfang – wo sich Trump noch überall verewigt
Man wundert sich, dass der Präsident vom vielen Unterschreiben noch keinen Fingerkrampf bekommen hat. Denn Donald Trump ist in diesen Tagen dran, alles Mögliche mit seinem Namen zu schmücken. Längst geht es dabei nicht mehr nur um private Fanartikel, sondern um alle möglichen Dienstleistungen des Staates.
So hat Finanzminister Scott Bessent am Freitag bekannt gegeben, dass auf neue Dollarscheine künftig die Unterschrift des Präsidenten gedruckt wird. Das ist ein Bruch mit einer 165-Jahre alten Tradition. Bisher galt nämlich, dass am linken Unterrand von Dollarnoten die Unterschrift des amtierenden Finanzministers und jene des Schatzmeisters prangt.
Anlässlich des 250. Geburtstags der Vereinigten Staaten in diesem Jahr muss zumindest das Signet des Schatzmeisters allerdings jenem von Donald Trump weichen. Die Gegner des Präsidenten können diese Änderung nicht verhindern, weil die Gestaltungshoheit über neue Banknoten in den USA bei der Regierung liegt. Deshalb wird es demnächst auch eine 24-Karat-Goldmünze mit Trumps Porträt geben.
Fragen kann man sich trotzdem, ob diese Ideen aus dem Hause Trump wirklich Gold wert sind. Der Dollar verliert wegen der aktuellen Weltlage ständig an Wert – und die Amerikanerinnen und Amerikaner bekommen bald bei jedem Griff ins Portemonnaie gleich eine passende Erinnerung dazu, wem sie das zu verdanken haben.
Wobei: In Washington ist Trump in diesen Tagen sowieso überall. Vor den Fassaden von staatlichen Gebäuden hängen grosse Fahnen mit Porträts des Präsidenten, Institutionen wie das Kennedy-Center werden zu Trump-Kennedy-Center umbenannt.
Doch auch wenn man sich vor «Trump» fernzuhalten versucht, begegnet man ihm zwangsläufig: Denn auch normale Dienstleistungen des Staates tragen nun immer öfter seinen Namen, wie folgende Auswahl zeigt.
Trump-Sparkonto
Zum Nationalfeiertag am 4. Juli dieses Jahres startet das neue System der Trump-Accounts für Kinder. Für jedes unter 18 Jahre alte Kind können Eltern beim Staat ein steuerlich begünstigtes Trump-Sparkonto beantragen. Zum Start spendiert das US-Finanzministerium für jedes Kind 1000 Dollar aufs Konto, danach können Freunde und Verwandte jedes Jahr zusätzliches Geld darauf einzahlen.
Die Trump-Accounts funktionieren ähnlich wie die klassische Altersvorsorge, die Gelder sind bis zum Erreichen des 18. Lebensjahrs blockiert und können dann später zum Beispiel für Bildungskosten verwendet werden. Nicht ganz ungefährlich ist allerdings, dass die Trump-Accounts sogenannte «Stock market index investment accounts» sind. Das bedeutet, dass das eingezahlte Geld automatisch in die amerikanische Börse investiert wird – und damit im dümmsten Fall auch verloren gehen kann.
Trump-Card
Streng genommen heisst die neue Eintrittskarte in die Vereinigten Staaten natürlich «Trump Gold Card» und kommt in opulent leuchtenden Goldfarben daher. Wer der US-Regierung mindestens eine Million Dollar schenkt und eine Bearbeitungsgebühr von 15'000 Dollar bezahlt, erhält die Karte. Sie berechtigt Trägerinnen und Träger zum dauerhaften Aufenthalt in den USA und zur Möglichkeit, später sogar die Staatsbürgerschaft zu erhalten.
Eine der Ersten, die eine «Trump Gold Card» als Geschenk erhielt, ist die Trump-freundliche Rapperin Nicki Minaj. Gedacht ist die Karte allerdings vornehmlich für Grossinvestoren. So können Firmeninhaber, die mehr als zwei Millionen Dollar spenden, mit der Karte auch Angestellte unter vereinfachten Bedingungen in die USA holen.
Trump-Medikamente
Seit Anfang Februar dieses Jahres gibt es die Website TrumpRx. Patientinnen und Patienten können dort die Namen ihrer Medikamente eingeben, um zu prüfen, ob es sie nicht auch zu billigeren Preisen direkt vom Hersteller zu kaufen gibt. Ziel ist es, die in den USA exorbitant hohen Medikamentenpreise auf das Niveau der europäischen Preise zu senken. Bisher sind allerdings erst 57 Medikamente auf der Website gelistet, weil erst wenige Pharmafirmen entsprechende Deals mit der US-Regierung unterzeichnet haben.
Interessanterweise finden sich in der Auflistung allerdings tatsächlich auch Medikamente von Schweizer Herstellern – wie etwa ein Multiple-Sklerose- und ein Leukämie-Medikament von Novartis. Angeblich spart man im Fall des Multiple-Sklerose-Medikaments dank TrumpRx 90-93 Prozent der Kosten ein. Kritiker bemängeln allerdings, dass viele dort angebotene Preise immer noch deutlich höher sind als in anderen Ländern. (aargauerzeitung.ch)
