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Stopp von US-Hilfen hat in Afrika zu mehr Gewalt geführt

Stopp von US-Hilfen hat in Afrika zu mehr Gewalt geführt

14.05.2026, 20:0014.05.2026, 20:23

Wo die USA ihre Entwicklungshilfe gestrichen hat, haben Konflikte und Gewalt zugenommen. Das zeigt eine neue Studie unter der Leitung der Universität Lausanne.

In afrikanischen Regionen, die zuvor am stärksten von US-Hilfe profitiert hätten, sei die Wahrscheinlichkeit von Protesten und Unruhen um 10 Prozent gestiegen, teilte die Universität Lausanne (Unil) am Donnerstag mit. Die Zahl der Konflikte habe um 10,6 Prozent zugenommen, jene der Todesopfer um 9,3 Prozent.

A Fulani woman who fled violence in Mali and found refuge in Fassala, Hodh El Chargui Region, Mauritania, sits in the camp, Nov. 9, 2025. (AP Photo/Caitlin Kelly)
Mali Russia Africa Corps Photo Essay
In afrikanischen Regionen haben Konflikte und Gewalt zugenommen. Bild: keystone

Für die in der Fachzeitschrift «Science» publizierte Studie verglichen die Forschenden die Entwicklung in 870 afrikanischen Regionen. Sie analysierten die Folgen der Schliessung der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) am 1. Juli 2025.

Starke Zunahme von Gewalt

Die Analyse zeigte, dass Gebiete mit zuvor hohen Hilfszahlungen einen signifikanten Anstieg von Konflikten erlebten. In den 25 Prozent der Regionen, die am meisten Hilfe erhalten hatten (mehr als 251 Dollar pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner), stieg die Wahrscheinlichkeit von Protesten und Unruhen um 10 Prozent im Vergleich zu Regionen ohne US-Hilfe. Die Zahl der Konflikte nahm um 10,6 Prozent zu, die der Kampfhandlungen um 6,9 Prozent und die der Todesopfer um 9,3 Prozent.

Die Studie zeigte auch, dass Proteste und Unruhen schnell als Reaktion auf die Kürzungen ausbrachen. Bewaffnete Auseinandersetzungen und Gewalt gegen Zivilisten hätten sich hingegen schrittweise verschärft. Ein Grund dafür sei, dass die Kosten für die Anwendung von Gewalt für die Bevölkerung sanken.

Als einen der Hauptgründe nennen die Autoren, dass die Kosten für Gewalt schneller sänken als der Wert der Güter, um die gekämpft werden könnte. Die Bevölkerung habe somit weniger zu verlieren, wenn sie auf Gewalt zurückgreife.

Eine Rolle spielte auch das politische System der verschiedenen Regionen. «Wir haben festgestellt, dass die Effekte in Ländern mit solideren und offeneren politischen Systemen erheblich abgemildert wurden», wurde Studienautor Dominic Rohner in der Mitteilung zitiert. (sda)

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