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Former President George W. Bush (L) shakes hands with President Barack Obama (R) as he kisses first lady Michelle Obama during a memorial service following the multiple police shootings in Dallas, Texas, U.S., July 12, 2016.  REUTERS/Carlo Allegri

Am Rande der Gedenkfeier: George W. Bush küsst Michelle Obama und schüttelt Barack Obamas Hand.
Bild: CARLO ALLEGRI/REUTERS

«Wir fluten unsere Städte mit Waffen»: US-Präsident Obama übt bei Dallas-Gedenkfeier scharfe Kritik



Obama beschwört die Amerikaner: Damit es wieder besser wird im Land, müsst Ihr bei Euch selber anfangen. Auf einer Gedenkfeier für die ermordeten Polizisten von Dallas spricht auch Ex-Präsident Bush. Seltene Einigkeit für ein aufgewühltes Land.

US-Präsident Obama sieht trotz Fortschritten auf dem Weg zur Überwindung ethnischer Konflikte anhaltende Vorurteile in Amerika. «Trotz der Verbesserungen gibt es wenig Trost für diejenigen, die Opfer von Gewalt werden. Wir müssen uns fragen, ob die Gräben zwischen den Ethnien in Amerika jemals überbrückt werden können», sagte Obama am Dienstag bei einer Gedenkfeier für fünf ermordete Polizisten in Dallas.

«Amerika, wir wissen, dass es immer noch Vorurteile gibt», rief Obama. Die Diskriminierung habe sich nicht einfach in Luft aufgelöst. Dennoch habe sich das Verhältnis von Schwarz und Weiss in seiner Lebensspanne dramatisch verbessert, sagte Obama. «Wer das verneint, der verlacht den Kampf.»

Der Verzweiflung widerstehen

«Ich bin hier, um darauf zu bestehen, dass wir nicht so gespalten sind wie es den Anschein hat», sagte der Präsident. «Gegen alle Wahrscheinlichkeit sind wir schon so weit miteinander gekommen. Wir müssen der Verzweiflung widerstehen.» Amerikaner müssten einander ihre Herzen öffnen, um die Gräben zu überwinden.

«Wir können uns nicht einfach umdrehen und in allen, die friedlich protestieren, Unruhestifter oder Paranoide sehen.»

US-Präsident Barack Obama

Zu den Protesten vor allem von Afroamerikanern nach dem Tod zweier Schwarzer in den Staaten Minnesota und Louisiana sagte Obama: «Wir können uns nicht einfach umdrehen und in allen, die friedlich protestieren, Unruhestifter oder Paranoide sehen.»

Das passierte in Dallas

«Wer dazu aufruft, der Polizei Gewalt anzutun, der erweist der Gerechtigkeit einen Bärendienst», fügte Obama mahnend hinzu. Farbige und Weisse erlebten das Justizsystem vollkommen unterschiedlich, sagte Obama. «Auch erlauben wir der Armut, sich in den Städten festzusetzen. Wir geben zu wenig Geld für Drogenprogramme.»

«Wir fluten unsere Städte mit Waffen. Für Kinder ist es leichter, eine Glock-Pistole in die Hand zu bekommen als ein Buch oder einen Computer.»

US-Präsident Barack Obama

Den Schmerz hören

Auch diejenigen, die mit der Formulierung Black Lives Matter nichts anfangen können, «müssen in der Lage sein, den Schmerz der Familie von Alton Sterling zu hören», sagte Obama.

Er kritisierte zudem die Vielzahl an Waffen im Land. «Wir fluten unsere Städte mit Waffen. Für Kinder ist es leichter, eine Glock-Pistole in die Hand zu bekommen als ein Buch oder einen Computer.»

epa05422198 Dallas Police Department Chief David Brown (2-L) hugs First Lady Michelle Obama (L) as President Barack Obama (2-R) and DART Police Chief J.D. Spiller (R) look on during the Interfaith Tribute to Dallas Fallen Officers at the Morton H. Meyerson Symphony Center in Dallas, Texas, USA, 12 July 2016. Five Dallas police officers died after an ambush assault by a gunman during a protest rally in Dallas on 07 July.  EPA/LARRY W. SMITH

Der Polizeichef von Dallas, David Brown, mit Michelle Obama. Bild: LARRY W. SMITH/EPA/KEYSTONE

Bush: Sich der Ideale erinnern

Der Präsident würdigte die Rolle der Polizei. «Wir haben in unseren Strassen keine Soldaten oder Milizen, sondern öffentlich Bedienstete.» Die USA seien auf der Herrschaft des Rechts begründet. «Polizisten hören nicht oft ein Dankeschön. Vor allem nicht von denen, die sie am meisten brauchen.»

Zuvor hatte Ex-US-Präsident George W. Bush auf der Feier gemahnt, Amerika müsse sich seiner Ideale erinnern. «Manchmal wirkt es, als seien die Kräfte, die uns auseinanderreissen, stärker als die, die uns zusammenhalten.» Er fügte hinzu: «Zu oft beurteilen wir andere Gruppen anhand ihrer schlechtesten Beispiele, während wir bei uns selbst immer von den besten Absichten ausgehen.» (tat/sda/dpa)

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