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Pussy Riot und Femen: Aktivistinnen stürmen Biennale in Venedig

Video: watson/lucas zollinger

Bare Busen, Punkrock und Pyros – Aktivistinnen stürmen Biennale in Venedig

07.05.2026, 16:3707.05.2026, 16:52

Am Samstag wird in Venedig die Biennale eröffnet. Dieses Mal will auch Russland wieder an der renommierten, alle zwei Jahre stattfindenden Kunstaussstellung teilnehmen. Es ist das erste Mal, seit das Land seinen Krieg mit der Ukraine im Jahr 2022 begonnen hat.

Bereits jetzt finden auf dem Veranstaltungsgelände sogenannte Vorbesichtigungstage für die Fachwelt statt. Diese wurden am Mittwochmorgen jäh unterbrochen, als Aktivistinnen der russischen Gruppe «Pussy Riot» und der ukrainischen Gruppe «Femen» vor dem russischen Pavillon aufmarschierten und lautstark gegen Russlands Teilnahme protestierten. Die Bilder dazu zeigen wir dir im Video:

Video: watson/lucas zollinger

Laut Beobachterinnen und Beobachtern liessen die Organisatoren der Biennale die Aktivistinnen gewähren. Auch aus dem russischen Pavillon kam keine sichtbare Reaktion, während draussen pinke, gelbe und blaue Pyrotechnik gezündet und Punkrock abgespielt wurde.

Aktion war schon seit Monaten angekündigt

Die feministische Gruppe Pussy Riot hatte bereits im März angekündigt, gegen die Teilnahme Russlands an der Biennale vorgehen zu wollen. In einem Post schrieb das Kollektiv damals:

«Wir haben eine Botschaft an diese blutdürstigen Propagandisten: Erwartet Widerstand. Wir wollen unsere uneingeschränkte Solidarität mit der Ukraine, den Opfern russischer Kriegsverbrechen, den russischen politischen Gefangenen und den ukrainischen Kriegsgefangenen ausdrücken. Die besten russischen Bürger sitzen im Gefängnis wegen friedlicher Handlungen oder wurden getötet, während Europa die Türen für Putins Funktionäre und Propagandisten öffnet»

Damit kritisierten sie die Entscheidung des Biennale-Präsidenten Pietrangelo Buttafuoco, Russland wieder teilnehmen zu lassen. Die Gruppe bezeichnete diese als «politische Entscheidung Italiens». «Der Präsident der Biennale wird von der italienischen Regierung ernannt. Der russische Pavillon ist keine Botschaft, er ist kein souveränes Territorium und hat keinen diplomatischen Status. Italien, die Behörden von Venedig und die Biennale selbst können ‹Nein› sagen, wenn sie wollen», heisst es in dem Post.

Für Pussy Riot sei die offizielle russische Teilnahme «ein harter Schlag für die Sicherheit Europas». «Der Kreml nutzt Kultur seit langem als Fortsetzung der Aussenpolitik und zur Legitimation des Regimes im Ausland. Es handelt sich um die kulturelle Expansion des imperialen Russland ins Herz Europas», hiess es.

Auch EU kritisiert Biennale-Organisatoren

Mehrere Europaabgeordnete aus verschiedenen Fraktionen wandten sich ebenfalls mit einem offenen Brief an die Biennale und forderten eine Rücknahme der Entscheidung. Die Abgeordneten verurteilen es scharf, Russland eine Plattform bei einer der weltweit wichtigsten Kulturveranstaltungen zu geben, während das Land weiterhin Krieg gegen die Ukraine führe.

Die Europäische Union hatte daraufhin angekündigt, der Biennale einen Millionenzuschuss zu streichen, schreibt der Spiegel. Laut der Financial Times warnte die EU die Organisatoren ausserdem, dass die Teilnahme Russlands als Verstoss gegen die geltenden Kriegssanktionen gewertet werden könne.

Kontroverse hat Einfluss auf Ablauf der Biennale

Die ganze Kontroverse um die Teilnahme Russlands und auch Israels macht sich auch beim diesjährigen Programm der rennommierten Kunstveranstaltung bemerkbar. Die Jury trat geschlossen zurück, weil sie die Kunst aus den beiden Ländern bei der Preisvergabe nicht hatte berücksichtigen wollen.

epa12938779 Activists and supporters of the Russian rock band Pussy Riot protest against the opening of the Russian pavilion at the 61st International Art Exhibition (Biennale Arte 61) outside the Bie ...
Aktivistinnen protestieren am 7. Juli vor dem Hauptsitz der Biennale in Ca' Giustinian im San-Marco-Stadtteil in Venedig.Bild: keystone

Auch die Eröffnungsfeier wurde abgesagt, genauso wie die Vergabe der Goldenen Löwen, welche jeweils zu Beginn der Veranstaltung verliehen werden. Heuer sollen die Preise erst am letzten Tag der Ausstellung im November vergeben werden. Wem diese gebühren, entscheidet bis dann keine Jury mehr, sondern die Besucherinnen und Besucher. (lzo)

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Yeuxbleus
07.05.2026 17:14registriert August 2025
Die Angriffskrieger sollen nirgendwo widerstandslos eine Plattform erhalten!
272
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memphisa
07.05.2026 17:00registriert Januar 2023
sie haben meine volle unterstützung ❤️ zum glück gibt es pussy riot und femem. danke euch für den mut und den wiederstand.
203
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