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Neuer Klimabericht verheisst nichts Gutes

«Der Planet wird an seine Grenzen gebracht»: Neuer Klimabericht verheisst nichts Gutes

Beim Zustand des Weltklimas gibt es nach Einschätzung der Weltwetterorganisation (WMO) zurzeit wenig Raum für Optimismus.
23.03.2026, 06:4923.03.2026, 06:49

Das Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -abgabe der Erde wächst rasant, wie es im WMO-Bericht zum Zustand des Klimas 2025 heisst.

epa12539383 An aerial photo taken with a drone shows a flooded area in Nha Trang, Khanh Hoa province, southern Vietnam, 20 November 2025 (issued on 21 November 2025). At least 40 people were killed af ...
Extremwetterphänomene häufen sich rund um den Globus (im Bild: Überschwemmungen in Nha Trang, Vietnam, im November 2025).Bild: keystone

Bei den Klimaindikatoren jagen sich die negativen Rekorde. Die Temperaturen steigen, die Ozeane heizen sich auf, Eis und Gletscher schmelzen und die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre steigt weiter.

«Es lässt sich nicht leugnen, dass sich diese Indikatoren nicht in eine Richtung entwickeln, die Anlass zu grosser Hoffnung gibt», sagte die Vizechefin der WMO, Ko Barrett. Uno-Generalsekretär António Guterres sprach von einem Notstand:

«Der Planet Erde wird an seine Grenzen gebracht.»

Neu: das Energiegleichgewicht

Die WMO bestätigt, dass die Jahre 2015 bis 2025 die heisseste Elf-Jahres-Periode seit Beginn der Messungen waren. Das vergangene Jahr war das zweit- oder drittheisseste Jahr mit einer Durchschnittstemperatur von 1,43 Grad über dem vorindustriellen Niveau (1850 bis 1900). 2024 war heisser: mit rund 1,55 Grad.

Die Organisation, die Klimawissenschaft aus aller Welt auswertet, nennt erstmals das Energieungleichgewicht, das Indikatoren wie Temperaturen, Eisschmelze, Treibhausgasemissionen und andere zusammenfasst.

Bei einem stabilen Klima hielten sich die Energieaufnahme durch die Sonne und die Abgabe die Waage. Doch die menschengemachten Treibhausgase in der Atmosphäre seien auf ein Niveau gestiegen, dass die Welt seit mindestens 800'000 Jahren nicht mehr erlebt hat. Dies behindere die Hitzeabgabe.

Ozeane sind mit Abstand grösste Energiespeicher

Mehr als 91 Prozent der überschüssigen Energie würden in Ozeanen gespeichert, hiess es. Die Erwärmungsrate der Meere habe sich zwischen den Perioden 1960 bis 2005 und 2005 bis 2025 mehr als verdoppelt. Fünf Prozent der überschüssigen Energie würden in Böden gespeichert, gut 3 Prozent gingen in die Eisschmelze. Nur 1 Prozent gehe in den Temperaturanstieg an der Erdoberfläche.

Sie habe trotz allem Hoffnung, sagte WMO-Klimawissenschaftlerin Claire Ransom. Wenn alle dächten, man könne nichts mehr tun, würden die Emissionen weiter wachsen.

«Wenn wir hingegen die Verzweiflung überwinden können (...), können wir das Ausmass dieser drastischen Veränderungen begrenzen.»

Wodurch, ist klar: eine Verringerung des Treibhausgas-Ausstosses. Das heisst für den Einzelnen etwa: erneuerbare Energien statt solche aus fossilen Brennstoffen nutzen, mehr Zug fahren statt fliegen, mehr Velo als Auto fahren, mehr lokale statt exotische Produkte kaufen. (sda/dpa)

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Haarspalter
23.03.2026 07:24registriert Oktober 2020
«Der Planet wird an seine Grenzen gebracht»

Der Planet wird überleben.

Wir werden an unsere existenziellen Grenzen gebracht.
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Gina3
23.03.2026 07:03registriert September 2023
Das ist dramatisch. Und währenddessen verschmutzen die großen Staatschefs die Umwelt noch mehr mit Kriegen, die nur noch mehr Zerstörung, weniger Demokratie, aber persönlichen Reichtum bringen…
Als ob Trump und seine rechten Freunde dann Öl atmen und Dollar essen könnten.
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future--?
23.03.2026 06:53registriert November 2023
Der WMO-Bericht liest sich wie ein Arztbericht für einen Patienten, der wusste, dass er krank ist, aber die Diagnose jahrelang ignoriert hat. Besonders bitter: Während die Wissenschaft das Energieungleichgewicht der Erde erstmals als Gesamtindikator misst, zieht die weltgrösste Volkswirtschaft unter Trump aus dem Pariser Abkommen aus und behandelt Klimawandel als Erfindung. Das Klima kennt keine Ideologie – die Ozeane speichern die überschüssige Energie unabhängig davon, ob man in Washington daran glaubt oder nicht.
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