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Roveredo GR: Streit um Mafia-Fall – Gemeinde droht Zwangsverwaltung

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Die Gemeinde Roveredo im Misox wird von Mafiosi unterwandert.Bild: Imago / Volker Preusser

Mafia-Chaos in Roveredo GR: Weshalb dieser Gemeinde die Zwangsverwaltung droht

Nach der Verhaftung mehrerer Mafiosi in Roveredo wirft Bürgergemeindepräsident Aurelio Troger dem Kanton Graubünden Versagen im Kampf gegen organisierte Kriminalität vor.
10.05.2026, 09:0710.05.2026, 09:07

Die Ermittlungen Anfang März sorgten im Misox für Aufsehen: Mitglieder der neapolitanischen Camorra, der kalabrischen 'Ndrangheta sowie eines Balkan-Clans sollen über Briefkastenfirmen in Roveredo Millionenbeträge aus dem Drogenhandel gewaschen haben. Das Bündner Migrationsamt hatte allen vier eine Aufenthaltsbewilligung erteilt – einem, obwohl er vorbestraft war. Das berichtet die NZZ am Sonntag.

Dieser Fakt machte den Präsidenten der Bürgergemeinde Roveredo, Aurelio Troger, besonders wütend. «Der Kanton lässt uns total im Stich, das Misox ist ihm egal», kritisiert Troger gemäss der «NZZ am Sonntag». Das abgelegene Misox werde in Chur zu wenig ernst genommen.

Aus Protest gegen die Behörden bearbeitet die Bürgergemeinde seit Ende März Einbürgerungsgesuche nur noch verzögert. Der Bürgergemeindepräsident und sein Vorstand begründen den sogenannten «Bummelstreik» mit mangelndem Vertrauen in die kantonalen Kontrollen, schreibt die Zeitung weiter. Sie befürchten, dass Personen mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität eingebürgert werden könnten. «Es ist, als wäre man in Chur im Winterschlaf», sagt Troger gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Troger erhalte im Misox breite Unterstützung, auch aus anderen politischen Lagern. Die frühere Gemeindepräsidentin Nicoletta Noi-Togni bezeichnet ihn gegenüber der Zeitung als «hartnäckig» und betont, er handle nicht aus Fremdenfeindlichkeit, sondern aus Sorge um das Tal.

Der Konflikt könnte nun eskalieren. Der Bündner SP-Regierungsrat Peter Peyer prüft offenbar eine Zwangsverwaltung der Bürgergemeinde. Das entnimmt die Zeitung einem Brief an Troger. Der Bürgergemeindepräsident zeigt sich jedoch kämpferisch: «Ich habe nichts zu verlieren», sagt er laut der «NZZ am Sonntag». Er wolle weitermachen, solange die Sorgen des Misox in Chur nicht ernst genommen würden. (hkl)

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