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Fliegt Wikileaks-Gründer Assange aus Ecuadors Botschaft?

Fliegt Assange aus Ecuadors Botschaft? Der Wikileaks-Gründer macht sich unbeliebt

03.04.2019, 17:1703.04.2019, 17:17
FILE- In this Friday May 19, 2017 file photo, WikiLeaks founder Julian Assange greets supporters outside the Ecuadorian embassy in London. Ecuador's President Lenin Moreno said on Tuesday, March  ...
Bild: AP/AP

Ecuador wirft dem in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchteten Wikileaks-Gründer Julian Assange vor, gegen die Asyl-Auflagen verstossen zu haben. Die Webseite inapapers.org verbreitete u.a. Korruptionsvorwürfe gegen den Präsidenten Moreno.

«Er hat zu oft gegen die Vereinbarung verstossen, auf die wir uns mit ihm und seinem juristischen Berater geeinigt haben», sagte Präsident Lenín Moreno am Dienstag einem lokalen Radiosender in Ecuador.

Moreno liess offen, ob Assange, der seit sechs Jahren in der Botschaft lebt, das Asyl entzogen werden soll. Aber der Wikileaks-Gründer dürfe nicht lügen, und erst recht dürfe er keine Accounts hacken oder private Telefongespräche abhören, sagte Moreno.

Fotos, Videos und Korruptionsvorwürfe

Die ecuadorianische Regierung hat offiziell Beschwerde über Assange bei einem Uno-Berichterstatter eingereicht. Demnach wurden auf der Enthüllungsplattform Wikileaks Fotos, Videos und private Unterhaltungen des Präsidenten veröffentlicht.

Die Webseite inapapers.org verbreitete zudem Korruptionsvorwürfe gegen den Präsidenten. Moreno wies diese zurück und erklärte, er wisse, wer dahinter stecke, ohne jedoch Namen zu nennen. Der Präsident sagte zudem, seine Regierung suche weiter nach einer Lösung für Assanges Situation.

Schwelender Konflikt

Die Beziehung zwischen dem Wikileaks-Gründer und seinem Gastgeber hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Im Oktober hatte Ecuador begonnen, Assanges Besuche und Kommunikationsmittel einzuschränken. Quito wirft dem 48-Jährigen vor, sich in Staatsangelegenheiten Ecuadors und anderer Länder einzumischen.

2012 war Assange in die ecuadorianische Botschaft geflohen, um einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft legte den Fall 2017 zu den Akten.

Doch es ist nach wie vor ein britischer Haftbefehl in Kraft, weil Assange gegen Bewährungsauflagen verstossen haben soll. Der Australier befürchtet, dass Grossbritannien ihn beim Verlassen der Botschaft verhaften und an die USA ausliefern könnte.

Die Plattform Wikileaks hatte 2010 für eine Sensation gesorgt, indem sie hunderttausende geheime Dokumente aus der Kommunikation von US-Botschaften veröffentlichte. Assange rechnet deswegen damit, dass ihm in den USA ein Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich sogar die Todesstrafe drohen könnte. (aeg/sda/afp)

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