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A view of a gas station of Venezuelan state oil company PDVSA in Caracas, Venezuela August 10, 2016. Picture taken August 10, 2016. REUTERS/Marco Bello

Tankstelle in Caracas, Venezuela. Bild: MARCO BELLO/REUTERS

Venezuelas staatlicher Erdölkonzern in akuter Zahlungsnot



Venezuelas staatlicher Erdölkonzern PDVSA ist in akuter Zahlungsnot und warnt indirekt vor einer Pleite. Bis Freitag wurde eine letzte Frist verlängert, um ausländische Schuldner von einer Umwandlung bald fälliger Anleihen in länger laufende Anleihen zu überzeugen.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, versuche man, 2016 und 2017 fällige Anleihen in solche umzutauschen, die erst 2020 zu begleichen sind – statt bisher mindestens 5,25 Prozent Verzinsung werden 8,50 Prozent angeboten. Wenn das nicht klappt, werde es schwer, Schulden zu begleichen. Es drohe dann eine komplizierte Situation. Insgesamt geht es um ein Volumen von 5,3 Milliarden US-Dollar.

«Wenn das Umtauschangebot nicht erfolgreich ist, könnte es sehr schwierig für das Unternehmen werden, die fälligen Schulden zum vereinbarten Zeitpunkt zu bezahlen», teilte das Unternehmen mit – bisher ist das Interesse offensichtlich gering.

Drohung für Investoren?

Unklar war zunächst, wie ernst die Situation tatsächlich ist – oder ob die Drohung vor einem Zahlungsausfall Investoren bewegen soll, in die Umwandlung der Bonds einzuwilligen. Das Unternehmen mit seinen 150'000 Mitarbeitern leidet unter dem niedrigen Ölpreis von derzeit rund 50 US-Dollar je Barrel – PDVSA gilt zudem als ineffizient, es fehlen Raffinerien und moderne Fördertechnik in Venezuela.

Um notwendige neue Investitionen anstossen zu können, hatte Ölminister Eulogio Del Pino einen Mindestpreis von 70 bis 80 US-Dollar genannt.

Venezuela's Oil Minister and President of the Venezuelan state oil company PDVSA Eulogio del Pino speaks during an agreement signing ceremony with representatives of oil companies Spain's Repsol and Russia's Rosneft at Miraflores Palace in Caracas, Venezuela October 7, 2016. REUTERS/Marco Bello

Venezuelas Erdölminister hofft auf einen Barrel-Preis von 70 bis 80 Dollar.  Bild: MARCO BELLO/REUTERS

Im Oktober waren als ein kleiner Lichtblick Investitionsabkommen zur Verbesserung der Produktionsbedingungen mit der spanischen Repsol und dem russischen Rosneft-Konzern in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar geschlossen worden. Zudem versucht man händeringend, im Ausland Anteile zu verkaufen.

Venezuelas Lebensversicherung

Das Staatsunternehmen ist so etwas wie Venezuelas Lebensversicherung – das Land ist in sehr hohem Masse vom Ölexport abhängig und mit den Einnahmen werden die milliardenschweren Sozialprogramme finanziert. Das Land hat zwar die grössten Ölreserven der Welt – aber der Ölpreisverfall und Misswirtschaft haben PDVSA in eine existenzielle Krise gebracht. Das Land leidet seit Monaten unter einer tiefen Rezession und hat die höchste Inflation der Welt.

Dadurch fehlen Devisen, um Medikamente und Lebensmittel einzuführen, lange Schlangen vor vielen Geschäften prägen das Bild. Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro hat schon vor Monaten einen Ausnahmezustand verhängt und stemmt sich gegen Versuche, ihn per Referendum absetzen zu lassen. (cma/sda/dpa)

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