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Der gefährliche Konflikt hinter der Idee, Grönland zu kaufen

Leonhard Landes / watson.de



Denmark's Prime Minister Mette Frederiksen makes a comment on US President's cancellation of his scheduled State Visit, in front of the State Department in Copenhagen, Wednesday, Aug. 21, 2019.  U.S. President Trump announced his decision to postpone a visit to Denmark by tweet on Tuesday Aug. 20, 2019, after Danish Prime Minister Mette Frederiksen dismissed the notion of selling Greenland to the U.S. as

Will nicht verkaufen: Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen Bild: AP

Abstrus, skurril, verrückt. Mit diesen Worten wurde der Vorschlag von US-Präsident Donald Trump kommentiert, die grösste Insel der Erde zu kaufen: Grönland.

Nun sagte der frühere Immobilienmogul sogar einen Staatsbesuch in Dänemark ab, weil sich die Regierungschefin weigert, über einen Verkauf von Grönland zu reden. Die Insel gehört als autonomes Gebiet zum dänischen Königreich.

Trumps Vorstoss mag als Schnapsidee erscheinen, dahinter stecken aber geopolitische Interessen der USA. Denn Grönland wäre für die USA das Zugangstor zum Nordpol – eine Region, um die international seit Jahren hart gerungen wird.

Kaum beachtet, spielt sich am Ende der Welt, in den eisigen Gewässern der Arktis, ein globaler Konflikt ab.

Trump selbst deutete sein eigentliches Ziel hinter dem Grönland-Vorstoss bereits an

Ein Kauf der Insel sei «strategisch» interessant, sagte er am Sonntag. «Im Grunde wäre es ein grosses Immobiliengeschäft.»

Nun geht es dem US-Präsidenten nicht darum, einen goldenen Trump-Tower in die kargen Landschaften Grönlands zu stellen. Auch wenn er selbst darüber auf Twitter Witze riss.

Es geht den USA darum, Zugang zur Arktis zu bekommen. Durch den Klimawandel schmilzt das Eis in der Region – dort vermutete Bodenschätze werden zugänglich und Schiffsrouten werden frei, die zuvor nicht befahrbar waren.

Bild

Bild: Googlemaps

Laut einer Studie des US-amerikanischen Geologiedienstes von 2008 schlummern im Arktischen Ozean rund 13 Prozent der weltweiten Erdölvorkommen und 30 Prozent der weltweiten Erdgasvorkommen. Ein Grossteil der Vorkommen liegt vermutlich in den Küstengewässern, in denen die Hoheitsrechte eindeutig geregelt sind.

Die Anrainerstaaten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen und Russland haben ein Auge auf die Rohstoffe geworfen und versuchen, ihr Hoheitsgebiet auszuweiten. Dieser Agenda dürfte Trumps Grönland-Vorstoss folgen.

Besonders Russland, aber auch China bemühen sich verstärkt seit Jahren, ihren Einfluss in der Region auszubauen.

Das sagt ein Experte zu Trumps Vorstoss

Auch Joachim Weber vom Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel sieht den Vorstoss von Trump im Kontext des Ringens um die Arktis. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Interessenskonflikt im Eis.

«Ich könnte mir vorstellen, dass ein Zusammenhang besteht zu den Bemühungen der USA, China auszubremsen», sagt Weber zu watson. «Sie wollen eine der letzten Chancen nutzen, bevor die Chinesen zu dominant werden, vielleicht sich selbst die Rohstoffe sichern, aber dagegen spricht das undiplomatische Vorgehen.»

Klar aber ist: Die USA haben Nachholbedarf in der Arktis. Die Weltmacht habe die Arktis seit Jahrzehnten vernachlässigt, erklärt der Experte. «Die USA sind nicht sehr präsent, sie haben geringe Möglichkeiten, ihren Einfluss geltend zu machen, auch deshalb, weil es ihnen schlicht an Eisbrechern fehlt.»

China dagegen verstärkt seine Präsenz und Russland nutzt seinen geografischen Vorteil aus, direkter Anrainerstaat zu sein. Moskau unterhält Militärstützpunkte in der Region und hat auch Waffensysteme dorthin verlegt.

Der US-Präsident irritiert: «So etwas habe ich noch nie gehört»

Die Vermutung von Weber ist: Trump dürfte von seinen Beratern, von den Geheimdiensten und Militärs über die schlechte Ausgangslage der USA in der Arktis unterrichtet worden sein.

epa07782924 U.S. President Donald Trump speaks during a meeting with Klaus Iohannis, Romania's president, not pictured, in the Oval Office of the White House in Washington, D.C., USA, 20 August 2019. Trump said today he's 'not ready to make a deal with China,' but adds Beijing wants an agreement and something could happen soon.  EPA/Andrew Harrer / POOL

Bild: EPA

«Irgendwann wird ihm aufgefallen sein: Da müssen wir etwas tun», sagt Weber über diese Vermutung. «Trump übersetzt das auf die ihm eigene Weise mit Äusserungen über Grönland, die einen irritiert zurücklassen. So etwas habe ich noch nie gehört, dass ein Staat seinem Verbündeten öffentlich sagt: 'Ich möchte einen Teil deines Staatsgebiets aufkaufen.' Mal ganz abgesehen vom Selbstbestimmungsrecht der Grönländer.»

Dabei dürfte auch der US-Regierung klar sein, dass Nato-Partner Dänemark Grönland nicht verkaufen wird. Doch der Vorstoss von Trump könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich die USA künftig wieder stärker um die Region bemühen.

Wie gefährlich ist der Konflikt in der Arktis?

Bereits im Mai 2019 richtete US-Aussenminister Mike Pompeo eine scharfe Warnung an Russland und China. Pompeo sprach bei der Tagung des sogenannten Arktischen Rates, ein Gremium der acht Anrainerstaaten der Arktis, Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA, das sich alle zwei Jahre trifft.

An aerial view of large Icebergs floating as the sun rises near Kulusuk, Greenland, early Friday, Aug. 16, 2019. Greenland has been melting faster in the last decade and this summer, it has seen two of the biggest melts on record since 2012. (AP Photo/Felipe Dana)

Bild: AP

Pompeo unterstellte Russland und China «aggressives Verhalten» in der Region. Erstmals seit Beginn des Arktischen Rats 1996 endete der Gipfel im Mai zudem ohne eine gemeinsame Abschlusserklärung.

Bahnt sich da ein Konflikt an? Arktis-Experte Weber betont: «Bisher ist die Lage in der Arktis völlig ruhig.» Er sagt aber auch: «Das kann sich schnell ändern, je nachdem, was einzelne Akteure tun.»

Im Mai gab es Berichte aus den USA, die Navy überlege, sogenannte Freedom of Navigation Operations in der Nordwestpassage zu starten. Heisst: Kriegsschiffe sollen einen Seeweg durchqueren, den die USA als internationales Gewässer ansehen. Das Problem ist nur: Sowohl Kanada als auch Russland beanspruchen die Passage für sich – ein Militärschiff dorthin zu schicken, wäre eine Provokation.

«Das halte ich für eine brandgefährliche Idee mit viel Konfliktpotential», warnt Weber. «Es besteht gerade in russischen Gewässern die grosse Gefahr, dass es eskaliert.»

Insgesamt aber sieht Weber noch wenig Anlass zu Panik. Mit seinem Vorstoss hat Trump bisher nur Dänemark gehörig verärgert. «Soll das ein Witz sein? Zutiefst beleidigend für die Menschen in Grönland und Dänemark», schrieb die ehemalige Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt über die Absage des Besuchs des US-Präsidenten.

Trump auf dem Titel

Was sagen Grönländer zum Kaufinteressenten Trump

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71
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    Alle Leser-Kommentare
  • Karl Marx 23.08.2019 07:28
    Highlight Highlight Dänemark muss noch Bewilligungen für Nordstream erteilen. Trump versucht wohl so Druck aufzubauen und den Bau somit zu verteuern und zu verzögern.
  • Sergio Colleoni 22.08.2019 12:42
    Highlight Highlight So lernt Dänemark dass sich die Unterwerfung nicht lohnt. Bei Nord Stream2 haben die Dänen um Auftrag der USA sabotiert
  • BossAC 22.08.2019 07:32
    Highlight Highlight Wäre die Welt perfekt, würde die Staaten dort ein internationales Naturschutzgebiet proklamieren und das Problem wäre gelöst. Leider ist sie es aber nicht und das Säbelrassen geht ungeniert weiter...
  • Einstürzende_Altbauten * 22.08.2019 07:12
    Highlight Highlight Kann mir jemand erklären, warum die USA zu den Anrainerstaaten gehört? Die obige Karte zeigt das nicht. Haben die USA einen Stützpunkt irgendwo? Danke.
    • BossAC 22.08.2019 07:29
      Highlight Highlight Alaska? ^^
  • rodolofo 22.08.2019 06:57
    Highlight Highlight Mit seinem arroganten Grosskotz-Verhalten kann Trump zwar seine Fans von den Tea-Party-Republikanern begeistern und hinter sich scharen.
    Aber kultivierte EuropäerInnen stösst er damit ebenso vor den Kopf, wie die (zahlenmässige) Mehrheit von kultivierten AmerikanerInnen, die ja Hillary Clinton von der Demokratischen Partei gewählt haben.
    Grönland gehört also zu Dänemark und will auch bei Dänemark bleiben.
    Und Dänemark ist Mitglied von?
    Der Europäischen Union!
    Und mit wem will die Europäische Union in der Nach-Putin-Ära vermehrt kooperieren?
    Mit Russland!
    Ev. auch mit den USA... OHNE TRUMP!!!
  • Astrogator 22.08.2019 02:20
    Highlight Highlight Und während alle Welt über Grönland diskutiert wurde gestern fast unbemerkt ein Gesetz durchgewunken, dass es der Regierung erlaubt Kinder von Migranten für unbestimmte Zeit ins Gefängnis zu stecken.

    Und dann gibt es Leute die behaupten die USA seien in Sachen Menschenrechte besser als China.
  • Militia 22.08.2019 01:44
    Highlight Highlight Ist China denn nun Anrainerstaat oder nicht? 🤔😃
  • α Virginis 22.08.2019 01:40
    Highlight Highlight Ob das jetzt "strategisch wichtig" ist oder nicht, wir leben nicht meht im 18. Jahrhundert, wo Länder, inklusive Bewohner, einfach mal so verkauft wurden. Der Konflikt, wie er dargestellt wird, kann durchaus auch von Europa oder gar Dänemark. So ein "Deal" kann ja nur dem grössten Dealmaker aller Zeiten einfallen, als der sich das Kleinkind ja sieht...
  • Spooky 22.08.2019 01:07
    Highlight Highlight Grönland kaufen geht schon.
    Manhattan wurde auch gekauft:

    "4. Mai 1626 - Peter Minuit kauft Manhattan für 60 Gulden"
  • Mike67 21.08.2019 23:23
    Highlight Highlight Da zeigt sich wie gross das Interesse und die Bemühungen der Grossmächten für das Klima sein müssen.
    Gleich null!
    Habgier und Machhunger wird der Menschheit früher oder später zum Verhängnis!
    • THEOne 22.08.2019 12:13
      Highlight Highlight willkomen in der realen welt...
  • schmettervogel 21.08.2019 23:20
    Highlight Highlight Dass Grönland und die ganze Arktis bei allen Nachbarn Begehrlichkeiten weckt, ist kein Geheimnis. Jetzt hat Trumps Berater Team dem Boss ins Ohr geflüstert und brav twittert der Präsident der USA drauflos. Es ist wie beim Zauberlehrling von Goethe, können die Weltmächte, die Geister die sie rufen auch beherrschen?
  • amore 21.08.2019 23:06
    Highlight Highlight He, he. Unsere SNB kauft Grönland mit den Devisen, die sie durch die Stützung des Schweizer Frankens geäufnet hat. Da kommt Trump nun wirklich zu spät. 🤣
  • Captn 21.08.2019 22:42
    Highlight Highlight Wir haben doch auch etwas Geld... was würde denn Hawaii kosten?
  • mob barley 21.08.2019 22:41
    Highlight Highlight "Mal ganz abgesehen vom Selbstbestimmungsrecht der Grönländer."

    Das geht im Artikel fast unter, sollte aber über allem stehen. Man sollte die Grönländer abstimmen lassen, ob sie unabhängig, weiterhin zu Dänemark gehören oder Teil (Bundesstaat oder sonstwas) der USA werden wollen. Wobei m.E. Kanada oder Island näherliehend wären.

    Mit welchem Recht würde Danemark Grönland gegen Geld "verkaufen" können? Sind ja weder Sklaven noch Leibeigene, die dort leben...
  • Todesstern 21.08.2019 21:43
    Highlight Highlight Willkomen im Jahr 2019 die Welt spinnt komplett!
  • schwuppdiwupp 21.08.2019 21:36
    Highlight Highlight Ich vermute der nächste Terroranschlag wird von einem Eisbären verübt 🤷🏻‍♂️
    • jimknopf 22.08.2019 14:55
      Highlight Highlight Denen sollte man schon lange die Demokratie bringen!
  • landre 21.08.2019 21:12
    Highlight Highlight In einem Sandkasten hat solche Taktik bzw. Strategie durchaus seine Logik. Im Süden und Osten bzw. im südchinesischem Meer, im Nahost, Afrika, etc läuft es nicht so rund wie früher, also gerechtfertigt sich ein Ego-Versuch im Norden...Zumindest kindisch oder infantil gesehen?
  • Shelley 21.08.2019 21:05
    Highlight Highlight Das Donald hat echt nicht alle Tassen im Schrank. Keinen Anstand, noch Ehre. Am schlimmsten sind aber diejenigen, die ihn trotz allem noch gut finden. Er ist eine Schande für die westliche Kultur, wenn nicht sogar für die menschliche Zivilisation.
    • sa5 21.08.2019 21:43
      Highlight Highlight Oder ganz einfach eine Strategie. Trump führt sich wie ein Irrer. Alles schauen fasziniert auf das wahnwitzige Schauspiel.
      Das Theater aber, vernebelt die Sicht auf was Trump wirklich vorhat. Niemand kann ihn in die Karten schauen.
      So etwa wie das Höhlengleichnis von Platon:
      https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hlengleichnis
      Alles im allem eine sehr wirksam Verschleierungsstrategie.
    • LaktoseintoleranterVeganerLGBT 21.08.2019 23:07
      Highlight Highlight Sa5 sehe das genau wir du. der typ ist schlicht genial! Alle reden über seine auf dem silbertablett servierten Fürze während er im Hintergrund tun kann was er will! Und alle, alle fallen drauf rein.
    • paulinapalinska 22.08.2019 00:41
      Highlight Highlight was genau, denkst du, hat er denn vor?
    Weitere Antworten anzeigen
  • sowhat 21.08.2019 20:57
    Highlight Highlight Hab ich doch andernorts schon gesagt, das ist planvolles Überrumpeln. Nützliches Changemanagent eben.
  • Magnum44 21.08.2019 20:50
    Highlight Highlight Ich hoffe doch sehr, das im Jahr 2100 Erdöl und -gas nicht mehr so wichtig sind wie heute und man sich daher nur ein wenig darüber streitet, wo die Schiffe im Sommer genau durchfahren dürfen.
    • Pafeld 21.08.2019 23:56
      Highlight Highlight Erdöl wird immer ein nahezu unersetzlicher Rohstoff bleiben. Die strukturelle Vielfalt der Kohlenwasserstoffverbindungen, welche für unzählige Alltagsverbindungen die Grundlage darstellt, wird man immer nur mit imensem Aufwand ersetzen können.
      Aber solange die meisten Leute Ölreserven mit "wie lange kann ich noch Auto fahren" oder "wann muss ich meine Ölheizung austauschen" assoziieren, wird wohl kaum ein Gespühr für die Unersetzbarkeit auftauchen. Bis die Leute für eine Schachtel Dafalgan plötzlich das vielfache bezahlen müssen.
    • rodolofo 22.08.2019 07:11
      Highlight Highlight Dann stürzen sich alle auf das Lithium...
      Die wunderbare Zukunft der Elektromobilität mit Batterie-Autos a la Tesla hat bereits begonnen!
      Und sie ist ein Alptraum von Tod und Verderben für die Menschen, die dort leben, wo das Lithium gefördert wird:
      Play Icon

      Menschliche Gier führt dazu, dass Kosten gedrückt und "externalisiert" werden, so dass ANDERE den wahren Preis zahlen müssen, oft mit ihrem Leben...
  • K1aerer 21.08.2019 20:47
    Highlight Highlight Zuerst müssen die Chinesen ausgebremst werden. Sie legen ziemlich alles einseitig aus. Haben das Gefühl niemand darf ihnen reinreden, aber bei anderen dürfen sie die Nase reinhalten. Das ist eine brandgefährliche Entwicklung.
    • Okguet 22.08.2019 05:57
      Highlight Highlight Also sie werden zur USA?
    • rodolofo 22.08.2019 07:15
      Highlight Highlight Das beobachtest Du auch am Morgenbuffet in einem Hotel, wenn die chinesischen Touristen sich an die Brötchen und an den Kaffee drängen...
      Ich glaube, die müssen den Mangel in den Zeiten des "Kriegskommunismus" kompensieren.
      Mein Vater war übrigens auch so.
      Er gehörte zur deutschen Nachkriegsgeneration...
  • Don Alejandro 21.08.2019 20:40
    Highlight Highlight Grönland ist für Europa immens strategisch wichtig. Ich begrüsse die klare Haltung der Dänen. Zudem ist Grönland weitesgehend autonom. Nur aussenpolitisch wird es von Dänemark repräsentiert. Das ganze Kasperlitheater macht aber deutlich, wie stark Trump den Unilateralismus voranpeitscht.
  • Zeit_Genosse 21.08.2019 20:39
    Highlight Highlight Indem die USA so plump, geradeheraus und laut das kommerzielle Interesse an Grönland aufbrachten, blockieren sie das Thema für die anderen Grossmächte, die auch ein Auge auf die Insel haben. Man hätte ja auch über partielle Nutzungsrechte und Kooperationen über diplomatische Kanäle sprechen können. Nein, man macht unerhörten Lärm und schreckt auf. Übrigens Afrika wird jetzt im Stillen „aufgeteilt“. China und Russland sind hyperaktiv dabei. Europa schläft ruhig und tief, ist mit sich selbst beschäftigt (worden).
  • cinz 21.08.2019 20:34
    Highlight Highlight Wenn durch die Eisschmelze dort Bodenschätze frei werden, erklärt das zum Teil wieso sich Politiker wie Trump nicht für den Klimawandel interessieren
  • FrancoL 21.08.2019 20:09
    Highlight Highlight "Trumps Vorstoss mag als Schnapsidee erscheinen, dahinter stecken aber geopolitische Interessen der USA. Denn Grönland wäre für die USA das Zugangstor zum Nordpol – eine Region, um die international seit Jahren hart gerungen wird"

    Es ist und bleibt eine Anmassung von Trump und eine Schnapsidee auch wenn das als Zugangstor betrachtet.

    Wo kämen wir da hin wenn wir nun Länder kaufen und verkaufen je nach deren geopolitischen Lage.
    • Magnum44 21.08.2019 20:27
      Highlight Highlight Zum Glück wird wohl erst lange Zeit nach 2024 über den Nordpol entschieden, mit hoffentlich dann auch wieder einem funktionierenden Hirn auf amerikanischer Seite.
    • sowhat 21.08.2019 20:55
      Highlight Highlight Schnapsidee hin oder her. So'ne Schnapsidee hatte schon mal einer. In ein Land einmarschieren und gleichzeitig behaupten "seit 5:45 Uhr wird zurück geschossen" – wir wissen, was daraus geworden ist....
      Und in Grönland gehts um richtig viel Kohle!
    • Al_1 22.08.2019 01:12
      Highlight Highlight "wo kämen wir da hin"? Genau in die Gegenwart! Länder wurden nicht nur gekauft/verkauft (Alaska/Louisiana), sondern wurden erst künstlich erschaffen (Syrien, Jordanien, Irak). Indem man einerseits ethnisch-kulturelle Entitäten zerschnitt, andererseits eine grosse Anzahl unterschiedlicher religiöser, sozialer und ethnischer Gruppe in einem einzigen Staat zusammenfasste u rundherum eine willkürliche Grenze zog. Weshalb? ausbeuterische Handelsverträge lassen sich nun mal einfacher abschliessen sowie kontrollieren wenn nur eine Gegenpartei vorhanden ist. Ganz nach der Lehre des Niccolò Machiavelli
    Weitere Antworten anzeigen
  • weissauchnicht 21.08.2019 20:08
    Highlight Highlight Er dachte wohl, wenn man Alaska für ein paar Millionen kaufen kann, dann auch Grönland. Geld haben die Amis zwar keines, aber sie können es bei Bedarf drucken. Die Welt nimmt‘s.

    Interesse zu bekunden ist noch eins. Bei einer Absage, weil nicht käuflich, allerdings gleich eine diplomatische Krise zu starten aber etwas anderes. Das wirkt schon fast wie eine Drohung, dass er sich‘s irgendwann sowieso nimmt, auch gegen den Willen der Dänen/Grönländer. Kann er ja, militärisch. Was sollten sie schon entgegensetzen? Die Rest-NATO? Haha... Russland? Oops....
    • sowhat 21.08.2019 21:28
      Highlight Highlight Weissauchnicht, na genauso hat er's doch gemeint.
  • Platon 21.08.2019 20:04
    Highlight Highlight Wie wärs wenn wir diese 13% Erdöl da lassen, wo sie sind? Die restlichen 87% bringen uns schon ordentlich ins schwitzen und wir sollten ohnehin möglichst keines mehr verbrennen ab 2050.
    • rodolofo 22.08.2019 07:25
      Highlight Highlight Du hast recht.
      Aber sag das mal dem Rösti!
      Der schwitzt schon ohne Öl, weil er immer diesen seriösen Langhosen-Langhemden-Jacket-Anzug tragen muss, als Preis für seine Freiheit...
  • My Senf 21.08.2019 19:53
    Highlight Highlight Ende der Welt 🌍?

    Je nach Perspektive könnte es auch der Anfang der Welt sein oder?
  • Charlie Brown 21.08.2019 19:51
    Highlight Highlight Dank Klimawandel bekommen wir Zugang zu noch mehr fossilen Brennstoffen.

    Und die Spirale dreht noch ein wenig schneller.
    • maasi 22.08.2019 06:37
      Highlight Highlight genau das habe ich gedacht! Kein Wunder bemühen sich die grossen Staaten nicht, den Klimawandel zu stoppen/verlangsamen, wenn dies so unglaublich viel Geld bedeutet 🙄
  • LLewelyn 21.08.2019 19:44
    Highlight Highlight Die USA haben militärischen Zugang zur Region, verfügt doch die Thule Airbase über einen entsprechenden tiefwasser Hafen (den nördlichsten der Welt). Zumal kommt noch Alaska als arktisches Gebiet dazu.

    Was mich jetzt eher irritiert , ist das China ein Interesse anmeldet, ohne ein Anrainer zu sein... aber das kennen wir ja von anderswo.
  • Hugeyun 21.08.2019 19:32
    Highlight Highlight In Sachen Klima- und Umweltschutz ist das alles Mist, was da nördlich des Polarkreises geschieht und alle der oben genannten Anreisestaaten sollten ihre Finger von den Rohstoffen und dem allen da oben raushalten!
  • bbelser 21.08.2019 19:27
    Highlight Highlight Die Experten haben festgestellt: der kleine Donald will den Sandhaufen von Mette ganz für sich, damit er von dort aus Vladi und Xi anpinkeln kann...
  • El Vals del Obrero 21.08.2019 19:27
    Highlight Highlight Das meint er doch ohnehin nicht ernst. Die Strategie lautet lediglich schaumschlagen und von den wirklichen Problemen ablenken.

    Alle reden über seine Grönland-Fürze, niemand mehr über Flüchtlingskinderlager oder über weitere geplante Steuerreduktionen und andere solche langweilige Themen. Stichwort "Agenda-Cutting".

    Wenn weiterhin alle so sein Spiel mitspielen und ihm die Themen diktieren lassen und ihm unbewusst helfen, können wir schon froh sein, wenn er nach der zweiten Amtszeit abtritt.
    • Kruk 21.08.2019 19:42
      Highlight Highlight Vielleicht meint er es ernst, wartet aber mit dem kundtun seiner Absichten auf den passenden Moment. Mit dem Ziel zwei Fliegen auf einen Schlag zu erwischen.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 21.08.2019 19:43
      Highlight Highlight Obwohl man genau über die Flüchtlingskinder sprechen sollte.
      Denn die amerikanische Regierung will das Gesetz, wonach Kinder nur 20 Tage festgehalten werden dürfen, aufheben.
    • sowhat 21.08.2019 20:49
      Highlight Highlight Der meint das sehr wohl ernst. Hat doch auch geklappt mit den Provokationen an die Adresse Kims in Nordkorea. Am Ende haben sie sich getroffen und er ist weitergekommen als jeder andere Potus vor ihm. Auch wenns noch nichts gebracht hat.
      Dein letzter Satz allerdings, dass wir froh sein können, wenn er nach der zweiten Amtszeit abtritt, trifft den Kern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dmark 21.08.2019 19:24
    Highlight Highlight >>Denn Grönland wäre für die USA das Zugangstor zum Nordpol...<<
    Das allerdings die Dänen sich selbst und wohl eher Europa, bzw. der EU vorbehalten möchten.

    Bleibt nur zu hoffen, dass nun Amerika nicht auch noch Grönland "demokratisieren" will...
    Weitere Antworten anzeigen
  • dho 21.08.2019 19:23
    Highlight Highlight Was sagte doch unlängst der Herr Rohani?

    Das weisse Haus leide unter «geistiger Behinderung» und habe keine Ahnung, was zu tun sei.

    (Kann das jemand ins Dänische übersetzen?)

    Was sagte ich darauf? Zitat: "Wo er recht hat, hat er recht."

    (Kann auch das jemand ins Dänische übersetzen?)

    Merçi beaucü...
    • Partikel 22.08.2019 07:20
      Highlight Highlight Zumindest nach Google Translater ;)
      Det hvide hus lider af "mental handicap" og har ingen idé om, hvad de skal gøre
    • dmark 22.08.2019 19:03
      Highlight Highlight "mental handicap"...
      Made my day ;)

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