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Zu hoher Fleischkonsum gefährdet die weltweite Versorgung mit Essen

Zu hoher Fleischkonsum gefährdet die weltweite Versorgung mit Essen

10.10.2022, 07:31

Die aktuelle Art der Nahrungsmittelproduktion und vor allem der hohe Fleischkonsum gefährden nach einer Studie der Unternehmensberatung PwC Strategy& die künftige globale Lebensmittelversorgung.

Frau kocht Fleisch
Rund 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche werden derzeit direkt oder indirekt für die Fleischproduktion verwendet.Bild: Shutterstock

Die Nahrungsmittelindustrie sei mittlerweile verantwortlich für zwei Drittel des globalen Frischwasserverbrauchs, für drei Viertel der Nährstoffbelastung in Gewässern und für ein Viertel aller Treibhausgasemissionen, heisst es in der PwC-Studie «The Coming Sustainable Food Revolution».

Angesichts der weiter steigenden Weltbevölkerung sei ein Umsteuern bei der Nahrungsmittelproduktion dringend notwendig, schreiben die Experten. Denn das aktuelle System sei nicht belastbar. Schon der Ukrainekrieg habe ausgereicht, um einen dramatischen Anstieg der weltweiten Nahrungsmittelpreise auszulösen.

Fleischkonsum spielt zentrale Rolle

Eine zentrale Rolle spielt der PwC-Studie zufolge dabei der in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegene weltweite Fleischkonsum. Rund 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche würden derzeit direkt oder indirekt für die Fleischproduktion verwendet. Damit würden jedoch nur 11 Prozent des weltweiten Kalorienverbrauchs gedeckt.

Die Veränderung der Essgewohnheiten sei deshalb ein entscheidender Schritt, um auch in Zukunft die Ernährung der Weltbevölkerung sicherzustellen. Schon der Ersatz von Rindfleisch durch Hühnerfleisch könne die Kohlendioxidemissionen bei der Fleischproduktion halbieren und den Wasserverbrauch um rund 30 Prozent reduzieren. Noch grösser sei der Effekt bei einer Umstellung auf vegetarische oder vegane Ernährung.

Effizientere Lieferkette nötig

Gleichzeitig müssten aber auch die Ernte und die Lieferketten effizienter gemacht werden, damit weniger Waren auf dem Weg zum Verbraucher verderben. Aktuell müsse noch rund ein Drittel aller Nahrungsmittel infolge von Verzögerungen und Ineffizienz bei der Ernte, der Logistik oder im Handel entsorgt werden.

Hier könne digitale Technik Verbesserungen bringen - etwa durch Optimierung der Bewässerung und Düngung und eine genaue Verfolgung der Waren bei der Lieferung. Zusammen könne all dies wesentlich dazu beitragen, den wachsenden Nahrungsmittelbedarf auf nachhaltige Weise ohne deutliche Preissteigerungen zu sichern, heisst es in der Studie. (sda/apa/dpa)

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83 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chnebeler
10.10.2022 08:27registriert Dezember 2016
Wenn man dies liest sollte allen klar werden, das die als extrem verteufelten Agrar Initiativen der letzten zwei Jahre nur vorausschauend und vernünftig gewesen wären. Da hat die Schweiz leider eine grosse Chance verpasst.
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Tsunade
10.10.2022 08:23registriert November 2021
Go vegan…
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MarGo
10.10.2022 09:16registriert Juni 2015
Ist doch schon ewig lange jedem klar. Diejenigen, die es interessiert, haben schon lange die Konsequenz darauf gezogen - allen anderen ist es weiterhin egal. Also was sollen solche Berichte bringen?
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