Islam
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A member of the Iraqi Air Force looks out of a military helicopter at an aerial view of Baghdad, June 26, 2014. Picture taken June 26, 2014.  REUTERS/Stringer (IRAQ - Tags: CIVIL UNREST POLITICS MILITARY CITYSCAPE)

Die irakische Hauptstadt Bagdad ist heute mehrheitlich von Schiiten bewohnt; vor der amerikanischen Invasion war sie mehrheitlich sunnitisch. Bild: STRINGER/IRAQ/REUTERS

ISIS-Vormarsch

Irakischer General für Aufteilung des Landes in autonome Gebiete



Der Leiter des irakischen Krisenstabs gegen die ISIS-Dschihadisten, General Ali al-Saidi, hat sich für die Aufteilung des Landes in autonome Teilgebiete ausgesprochen. Schiiten, Sunniten und Kurden sollten jeweils ihre eigene Region erhalten. Dies sagte der schiitische General der Zeitung «Welt am Sonntag». Das sei «die einzige Lösung», um der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Grosssyrien (ISIS) den Rückhalt bei der sunnitischen Minderheit zu entziehen.

Al-Saidi kritisierte, dass die Sunniten seit dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein zu weit marginalisiert worden seien. «Natürlich können sie nicht, wie früher, den gesamten Irak regieren, aber zumindest sich selbst», sagte der General. Ihrerseits müssten auch die Schiiten im Süden eine autonome Region erhalten.

Die Sunniten werfen dem schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki seit Jahren vor, sie in Politik, Verwaltung und den Sicherheitskräften systematisch zu benachteiligen. Proteste der Sunniten liess al-Maliki gewaltsam niederschlagen. Als ISIS vor bald drei Wochen im Nordirak ihre Offensive startete, stiess sie daher auch auf Unterstützung.

Ethnisch-religiöse Gruppen im Irak

irak ethnisch-religiöse karte sunniten schiiten kurden

Karte: watson

Al-Maliki stark geschwächt

FILE - In this Monday, June 23, 2014 file photo, Iraqi Prime Minister Nouri al-Maliki meets with U.S. Secretary of State John Kerry in Baghdad.  Iraq's Shiite prime minister on Wednesday, June 25, 2014 rejected calls to form an interim

Stark geschwächt: Ministerpräsident al-Maliki. Bild: AP/AFP POOL

ISIS mache nur etwa zehn Prozent der Kämpfer aus. Die Hauptrolle spielten sunnitische Stämme und die Baath-Partei des gestürzten Diktators Saddam, sagte al-Saidi der «Welt am Sonntag». Nach Einschätzung des Generals ist al-Maliki durch die ISIS-Offensive stark geschwächt. «Man kann davon ausgehen, dass er nicht mehr die entscheidende Rolle spielt, die er bisher hatte», sagte al-Saidi.

Al-Maliki hatte die Parlamentswahl Ende April gewonnen, doch wurde noch keine neue Regierung gebildet. Die USA, aber auch der Iran fordern die Bildung einer Regierung unter Beteiligung aller Volksgruppen. (dhr/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 29.06.2014 17:21
    Highlight Highlight Die weltweiten Demonstrationen der Muslime gegen diese Radikalen im Irak, Sudan, Nigeria, in Syrien etc. sind sehr gut und wichtig. Auch in vielen Schweizer Städten sind Muslime zu Tausenden auf der Strasse und zeigen mit aller Deutlichkeit, dass sie mit diesen Radikalen nichts zu tun haben möchten.

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