Israel
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CORRECTS SPELLING OF LAST NAME TO AISHEH AND ADDS SUSPECT WAS IDENTIFIED BY ISRAEL - Flames and smoke billow from the blown-up house of Amer Abu Aisheh, one of two Palestinians identified by Israel as suspects in the killing of three Israeli teenagers, after it was demolished by the Israeli army at the West Bank city of Hebron, Tuesday, July 1, 2014. The Israeli military found the bodies of three missing teenagers on Monday, just over two weeks after they were abducted in the West Bank, allegedly by Hamas militants. The grisly discovery culminated a feverish search that led to Israel's largest ground operation in the Palestinian territory in nearly a decade and raised fears of renewed fighting with Hamas. (AP Photo/Nasser Shiyoukhi)

Bild: Nasser Shiyoukhi/AP/KEYSTONE

Entführte Jugendliche tot aufgefunden

Israel greift Dutzende Ziele im Gazastreifen an und droht mit Vergeltung



Nach der Ermordung der drei im Westjordanland entführten Jugendlichen hat Israel der Hamas harte Vergeltung angedroht. Neuer Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen wurde mit zahlreichen Luftangriffen beantwortet. Im ganzen Land kam es zu spontanen Trauerversammlungen. Das Verschwinden der zwei 16-jährigen und eines 19-jährigen Religionsschüler, die am 12. Juni per Autostopp zwischen Bethlehem und Hebron unterwegs waren, hatte die israelische Öffentlichkeit während Wochen in Atem gehalten. Als die wachsende Befürchtung, sie könnten nicht mehr leben, am Montagabend zur Gewissheit wurde, versammelten sich Trauernde an mehreren zentralen Orten. Sie sangen Lieder und zündeten Kerzen an. Viele Menschen kamen noch am Abend an der Kreuzung nahe dem Siedlungsblock Gusch Ezion zusammen, in deren Nähe die drei Jugendlichen beim Trampen zu ihren Mördern in ein gestohlenes Fahrzeug mit israelischem Kennzeichen gestiegen waren. Die drei Leichen wurden am Dienstag offiziell identifiziert. Die DNA-Tests hätten gezeigt, dass es sich um Gilad Schaer, Naftali Frankel und Ejal Jifrach handle, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld.

Rache angekündigt

Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon kündigte an, die Mordtaten würden nicht ungesühnt bleiben: «Die Hamas-Bewegung ist dafür verantwortlich, und wir wissen, wie wir Rechnungen mit ihr zu begleichen haben», erklärte der Minister im Militärradio. Und er versprach: «Wir werden die Jagd auf die Mörder der Jungen fortsetzen und nicht ruhen, bis wir sie ergriffen haben.» Die Hamas beschuldigte ihrerseits Israel, den Tod der drei Jugendlichen als Vorwand für weitere Militäraktionen gegen die Palästinenser zu benutzen. «Wir weisen alle israelische Unterstellungen und Drohungen gegen uns zurück», hiess es in einer Erklärung der Hamas. Keine palästinensische Gruppe - auch nicht die Hamas - habe sich zu der Aktion bekannt.

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Die Leichen der drei Teenager wurden gefunden. AP/YouTube

Kabinett gespalten

Das Armeeradio berichtete, das israelische Sicherheitskabinett sei tief gespalten in der Frage, wie breit die israelischen Reaktionen ausfallen sollten. Diskutiert wird insbesondere ein möglicher Einsatz von Bodentruppen im Gazastreifen, der Hochburg der Hamas. Ein Regierungsvertreter erklärte der Nachrichtenagentur AFP, Jaalon habe «massgeschneiderte» Antworten vorgeschlagen, die zu keiner allgemeinen Eskalation im Gazastreifen führen sollten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu neige ebenfalls zu dieser Position. Eine härter Gangart, die auch Strafmassnahmen gegen die von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geführte Autonomiebehörde in Ramallah einschliesse, werde hingegen von Wirtschaftsminister Naftali Bennett und Kommunikationsminister Gilad Erdan vertreten.

This undated image released by the Israel Defense Forces shows a combination of three photos of Israeli teens Eyal Yifrah, 19, Gilad Shaar, 16, and Naftali Fraenkel, a 16-year-old with dual Israeli-American citizenship, who disappeared while hitchhiking home near the West Bank city of Hebron late at night on June 12, 2014 and were never heard from again. The Israeli military found the bodies of the three missing teenagers on Monday, June 30, 2014, just over two weeks after they were abducted in the West Bank, allegedly by Hamas militants. The grisly discovery culminated a feverish search that led to Israel's largest ground operation in the Palestinian territory in nearly a decade and raised fears of renewed fighting with Hamas.(AP Photo/Israel Defense Forces)

Die tot aufgefundenen israelischen Jugendlichen lösen eine internationale Empörung aus. Bild: AP/Israeli Defense Forces

34 Luftangriffe und Haussprengung

Bereits in der Nacht auf Dienstag flogen israelische Kampfjets insgesamt 34 Angriffe auf den Gazastreifen. Wie das palästinensische Innenministerium mitteilte, zielten die Bombardements auf Übungsplätze bewaffneter Gruppen. Besonders Stützpunkte von Hamas und Islamischem Dschihad in Chan Junis und Rafah seien beschossen worden. Dabei wurden demnach vier Menschen verletzt. Die israelische Armee erklärte, die neuerlichen Luftangriffe seien wie schon zuvor die direkte Antwort auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen und stünden nicht in Zusammenhang mit der Ermordung der drei Jugendlichen. Seit Sonntagabend hätten militante Palästinenser mindestens 18 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Die Wohnhäuser der beiden von Israel direkt der Tat verdächtigten Hamas-Mitglieder in Hebron wurden am späten Montagabend gesprengt, wie Augenzeugen berichteten. Bei einer Razzia im Flüchtlingslager Dschenin im Norden des Westjordanlandes erschoss die israelische Armee nach Angaben beider Seiten in der Nacht auf Dienstag einen jungen Palästinenser, der einen Brandsatz geworfen hatte. Nach palästinensischen Angaben war er der sechste Mensch, der seit der Entführung der Jugendlichen am 12. Juni bei israelischen Einsätzen im Westjordanland getötet wurde. (sda/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 01.07.2014 10:29
    Highlight Highlight Das Westjordanland war schon immer ein Nest von Terroristen aller Art. Neben der Hamas ist auch die PLO, heute Fatah, mit ihren militanten Gruppen gut vertreten. Dazu kommen noch einige lose Splittergruppen. Es war immer und ist weiterhin ein Stachel in der Seite Israels, dazu da, Israel durch Zermürbungskrieg in die Knie zu zwingen und zu zerstören. Die politischen Instanzen der Autonomiebehörde, die die palästinensische "Sache" auf internationaler Ebene hochhalten, nicht zuletzt, um den ununterbrochenen Fluss an Hilfsgeldern zu sichern, dienen lediglich als Fassade des dahinter agierenden Terrornetzwerks. Nur dank der unaufhörlichen und sehr effizienten Arbeit der IDF und des Shin Bet, war es bisher möglich, dem aus dem Westjordanland ausgehenden Terrorkrieg Einhalt zu gebieten. Es wird aber unvermeidlich sein, früh oder später die ganze palästinensische Terrorinfrastruktur zu zerschlagen, um dem Problem auf Dauer beizukommen.

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