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Emma Amour: Eine sehr unschöne Geschichte, die 1 Furz beinhaltet

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bild: shutterstock/watson
Emma Amour

Eine sehr unschöne Geschichte, die 1 Furz beinhaltet

Ich würde es gerne abstreiten, aber ich kann nicht. Hie und da muss ich furzen. So auch neulich beim Restaurantbesuch mit Sandros Familie. Warum das schlimmer als schlimm war und was das mit Frau Fischer und einem Happy End zu tun hat.
16.02.2024, 10:03
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Dass es in meinen Gedärmen rumpeln wird, war mir schon nach dem dritten Bissen klar. Aber es musste das sehr scharfe rote Curry sein.

Ich liebe rotes Curry. Der Scheiss dabei ist: Rotes Curry liebt mich nicht.

Will heissen: Trifft das Curry auf meine Gedärme, kommt's selten gut. In 9 von 10 Fällen endet die Story schwitzend auf dem WC.

So auch neulich beim Restaurantbesuch mit Sandros Eltern. Wer schon länger zu Gast in meinem Leben ist, weiss: Frau Fischer, Sandros Mutter, und ich, das ist, gelinde gesagt, kein Perfect Match.

Sie mag mich nicht, ich mag sie nicht. Gut möglich, dass sie per se Freundinnen von Sandro nicht mag, weil ihr diese ihren Buben streitig machen. Aber vielleicht ist das auch einfach eine sehr unberechtigte und gemeine Unterstellung meinerseits. Was ich nicht glaube. Aber mais bon, gell.

Es ist flüssig und laut und wüst

Jedenfalls sitzen wir an diesem runden Tisch. Ich zwischen Sandro und Frau Fischer. Herr Fischer mir gegenüber. Die Runde ist angestrengt. Die Gespräche holprig. Dass es alle ankackt, hier zu sein, ist klar spürbar. Aber mais bon zum zweiten, gell.

Also Soulfood. Also Curry. Rot. Scharf.

Also Schweiss, Übelkeit, Gepoltere.

Keine zwei Minuten nach dem Hauptgang verabschiede ich mich. Ich wolle mich schnell frisch machen, sag ich. Kennt man ja so aus Filmen.

Hinter der nächsten Ecke renne ich los und bete, dass ich es rechtzeitig auf die Schüssel schaffe. Mir ist bewusst, dass da viel Material rauswill. Und dass das flüssig und laut und wüst wird.

Das WC ist gut. Nur eine abgetrennte Kabine und ein Brünneli. Ich hoffe, dass die Nächste, die reinwill, genug Feingefühl hat, ganz draussen und nicht beim Brünneli zu warten.

Spoiler: Hat sie nicht.

Ich setze mich jedenfalls hin und dann geht die Explosion los. Die erste Runde ist schlimm. Die zweite noch schlimmer.

Während ich also da sitze und schwitze und stöhne und furze und, wie formuliert man das am besten, liefere, höre ich, wie die Türe aufgeht.

Die geht sicher grad raus, denke ich, während ich alles versuche zu stoppen, was hier grad so aus meinen Gedärmen kommt.

Die Kandidatin macht aber keine Anstalten, das WC zu verlassen. Ich überlege, was zu sagen, kann aber nicht. Das Curry ist stärker.

Absolut rein gar nichts ist gut!

Noch eine Runde all in donnert aus mir raus. Luft, Material, Schweiss.

Die Kandidatin bleibt drin. Sie wird mir ins Gesicht schauen und so viel mehr über mich wissen, als mir lieb ist.

Cool bleiben, Ems, sag ich mir. Die wirst du nie wieder sehen. Und: Sie kackt auch. Bla bla.

Es dauert noch ein bisschen bei mir, bis ich das Gefühl habe, einigermassen da zu sein, wo ich das WC verlassen und mich zurück an den Tisch begeben kann. Nur noch biz Schweiss abtupfen, Lippen nachziehen und gut ist.

Aber nichts ist gut. Rein. Gar. Nichts.

Die, die da nämlich vor meiner sehr undichten WC-Türe steht, ist, logisch, Frau Fischer. Sie starrt mich entsetzt an, bevor sich mir ein Quadratzentimeterli Platz am Brünneli macht.

Ich wasche Hände und sage nichts. Frau Fischer sagt auch nichts. Ich schau auch nicht in den Spiegel. Ich will mich nämlich auflösen. In Luft. Schutt. Asche. Mir komplett scheissegal, was.

Nun die Wende.

«Geht's dir gut?», fragt sie. «Nein», sage ich. «Können Sie verstehen, dass ich mir überlege, Sandro zu verlassen, um Ihnen nie mehr begegnen zu müssen?»

«Ja», sagt Frau Fischer.

Schweigen. Stille. Peinlichkeit.

Dann lacht sie los. Und, jetzt kommt's, nimmt mich in den Arm.

Sie erzählt mir, wie sie beim Reisen mit Herrn Fischer vor über 40 Jahren mal in Australien im Busch vor ihm niederknien und ihrem mega Durchfall freien Lauf lassen musste. Sie erzählt und erzählt und ich lache und wir haben den besten Moment, seit wir uns kennen.

Ich sage, dass ich sehr froh bin, dass sie trotz der Geschichte Sandro gezeugt haben. Vielleicht ist es dieser Satz, der ihr eisernes Schwiegermutter-Herz schmelzen liess. Sie drückt mich noch etwas fester.

Eventuell ist das der Anfang einer neuen Lovestory. Oder es ist die Geschichte eines kurzen, schwachen Moments.

On verra.

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Emma Amour ist ...
... mittlerweile 40 Jahre alt, hat es nach tausend Jahren des Hin und Hers tatsächlich geschafft, eine Beziehung mit Suff-SMS-Sandro nicht nur einzugehen, sondern sie sogar mehr oder weniger stabil zu führen! Emma wohnt im Zürcher Kreis 5 (wahrscheinlich für immer) und Sandro im Kreis 3. Zusammenziehen wollen sie nicht, aber sag niemals nie – ausser zu seinem Bierdosenberg, dazu sagt Emma ganz klar «nie in meiner Hütte». In diesem Blog nimmt euch Emma mit in ihr Beziehungsleben und plaudert alles aus, selbst die schlechten Seiten – wohl wissend, dass Sandro mitliest. I love you, SSMSS! Also lehnt euch zurück und geniesst die etwas *erwachsenere Emma!

*Ein bisschen Spass, ihr wisst schon …!
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138 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Laborant
16.02.2024 10:27registriert November 2019
Richtig Spass macht es erst, wenn die Kloschüssel akustisch optimiert wurde, sodass das kleinste Lüftchen wie das Horn von Gondor klingt.
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Turrdy
16.02.2024 10:21registriert März 2018
Was für eine Scheiss-Story. Aber schön, hast du "geliefert". 💩
(Schlechter) Wortwitz bei Seite: Rotes Curry ist dann genug scharf, wenn es dreimal brennt: 1. beim Essen, 2. auf dem WC, 3. beim Kläranlagenmitarbeiter in den Augen!
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N. Y. P.
16.02.2024 11:07registriert August 2018
Hinter der nächsten Ecke renne ich los und bete, dass ich es rechtzeitig auf die Schüssel schaffe. Mir ist bewusst, dass da viel Material rauswill. Und dass das flüssig und laut und wüst wird.

Herrlich. Maximalnote. Emma hat einen tollen Schreibstil. Ben übt noch.
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