When Kolumne is killing love
Ich hab's wirklich geschafft. Ich habe meine letzte Beziehung verarbeitet. Den letzten Satz glaube ich mir selber kaum. Aber es stimmt.
Es stimmt!
Es stimmt wirklich!
Shit, ist das geil.
Und befreiend.
La la la la la laaaaaa!
Seit Sandro und ich uns neulich auf dem Lindenhof mit viel Tränen und Liebe und Nähe und Wohlwollen verabschiedet haben, ist nämlich einiges passiert.
Ich kann atmen. Und da ist wahnsinnig viel Platz ums Herz herum. Kein Elefant, der auf meiner Brust eingecheckt hat und sich keinen Millimeter wegbewegen will.
Ich fühle mich frei. Glücklich. Wie neu geboren.
Also habe ich jetzt viel Kapazität für Neues. Mit «Neues» meine ich 3. 3 ist der Mann mit 1 Kartoffel, mit dem ich sehr tolle Dates hatte und in den ich mich etwas verliebte, der aber schampar Skrupel hatte wegen Sandro.
Was ich voll verstehe.
Beziehungsweise verstand. Weil Sandro ist ja jetzt weg!
Das teile ich 3 neulich per Whatsapp mit. Wir schreiben etwas hin und her. Ich sehr euphorisch, er sehr distanziert.
Moment, mache ich mir wirklich was vor!?
Ich sage, dass ich ihn sehen, fühlen, küssen will. Er sagt, er kann nicht. Er traut mir nicht. Er lese ja diese Kolumne. Und der Sandro-Abschiedstext sei doch eine pure Liebeserklärung.
An Sandro.
Er sagt, er lese zwischen den Zeilen, wie sehr ich mir wünsche, frei zu sein. Es aber nicht bin.
Ich glaube wirklich fest, dass er sich irrt.
Und ich glaube, dass diese Kolumne zum ersten Mal killing the love im real life ist.
Saudoof.
Zum Glück werde ich gut bezahlt.
Immerhin. Gell.
Wobei Love schon wichtiger als Money ist.
So stehe ich nun also da und weiss nicht, was machen? Bin irgendwie schon recht lange aus dem Dating-Game raus. Ich erinnere mich aber noch vage daran, dass etwas, das schon kompliziert und holprig anfängt, selten bis nie mit einem Happy End endet.
2 Trennungen in 1 Monat, schon Scheissbilanz!
Also muss ich jetzt wohl tatsächlich auch mit 3 Schluss machen. Beziehungsweise er mit mir.
Das sind zwei Trennungen in einem Monat.
Läuft, sind wir ehrlich, recht scheisse bei mir.
Und doch bin ich happy. Weil ich mich - (ICH HOFFE, DU LIEST NOCH MIT, 3) - wirklich befreit fühle. Und voller Tatendrang bin.
Also überlege ich mir, was ich als Nächstes tun könnte:
A. Ich packe meinen Rucksack und haue ab. Sex on the Beach in Bali? Knutschen in Kambodscha? Bumsen in Berlin? Oder doch lieber Amore in Apulien?
B. Ich nehme doch noch einen letzten Anlauf, um 3 von uns zu überzeugen. Ich singe unter seinem Schlafzimmer. Und spiele Ukulele. Obwohl ich keine Ukulele habe und sicher keine Ukulele spielen kann. Ich würde es lernen. Zagg, XL-Liebesbeweis. Evt. alles too much und too cringe.
C. Ich date den Sohn der Nachbarin der Coucousine meiner Mutter. Nachdem meine Mutter ein Foto von ihm gesehen und gehört hat, dass er an offenen Kinderherzen operiert, hat sie ihn schon fast für mich geheiratet. Er wisse von mir, zwinker, zwinker. «Und lueg Schatz, da sini Nummere, zwinker, zwinker …»
Ich bin Team C, Leute. Ihr?
*Joke, Leute!
