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Iranischer Film gewinnt Goldenen Bären – der Regisseur durfte nicht einreisen



Der Episodenfilm «Es gibt kein Böses» des iranischen Regisseurs Mohammed Rassulof hat den Goldenen Bären gewonnen. Der Filmemacher erzählt darin vier Kurzgeschichten, die sich mit der Todesstrafe im Land beschäftigen.

Die Jury zeichnete das Filmteam am Samstagabend auf der Berlinale aus – allerdings in Abwesenheit des Regisseurs, der selbst keine Reiseerlaubnis erhielt.

epa08260265 Cast and crew form the movie accepts the Golden Bear on behalf of Mohammad Rasoulof for the movie 'Sheytan vojud nadarad' (There Is No Evil) during the Closing and Awards Ceremony of the 70th annual Berlin International Film Festival (Berlinale), in Berlin, Germany, 29 February 2020. The Berlinale runs from 20 February to 01 March 2020.  EPA/RONALD WITTEK

Cast und Crew des Gewinnerfilms nehmen den Preis entgegen. Bild: EPA

Es ist der dritte Goldene Bär für einen Regisseur aus dem Iran: 2011 gewann «Nader und Simin – Eine Trennung» von Asghar Farhadi, 2015 «Taxi Teheran» von Jafar Panahi. «Es gibt kein Böses» ist eine deutsch-tschechisch-iranische Koproduktion.

Beste Darsteller: Paula Beer und Elio Germano

Die deutsche Schauspielerin Paula Beer wurde als beste Darstellerin geehrt – sie erhielt den Silbernen Bären für ihre Rolle in Christian Petzolds Liebesfilm «Undine». «Vielen, vielen Dank», sagte Beer. Sie freue sich wahnsinnig. Man könne aber nur so gut sein wie sein Gegenüber – ihr Kollege Franz Rogowski sei der «wunderbarste Spielmann», den man sich wünschen könne. In Petzolds Film spielen die beiden ein Liebespaar.

Actress Paula Beer holds The Silver Bear for Best Actress for the film 'Undine' after the award ceremony at the 70th International Berlinale Film Festival in Berlin, Germany. Saturday, Feb. 29, 2020. (AP Photo/Michael Sohn)
Paula Beer

Paula Beer. Bild: AP

Bester Darsteller wurde der Italiener Elio Germano, der im Künstlerdrama «Hidden Away» («Volevo nascondermi») einen Maler spielt, der lange aus Ausgestossener lebte.

Actor Elio Germano holds the Silver Bear Best actor award for the film 'Volevo nascondermi' (Hidden Away) after the award ceremony at the 70th International Berlinale Film Festival in Berlin, Germany. Saturday, Feb. 29, 2020. (AP Photo/Michael Sohn)
Elio Germano

Elio Germano. Bild: AP

Der Grosse Preis der Jury ging an das Coming-of-Age-Drama «Never Rarely Sometimes Always»: US-Regisseurin Eliza Hittman erzählt darin von einer 17-Jährigen, die ungewollt schwanger ist. Der Südkoreaner Hong Sangsoo gewann den Silbernen Bären für die beste Regie: In seinem Film «Die Frau, die rannte» unternimmt eine Frau erstmals wieder etwas ohne ihren Mann. Die italienischen Brüder Fabio und Damiano D’Innocenzo erhielten den Silbernen Bären für das Drehbuch zum Drama «Bad Tales» («Favolacce»).

Ausgezeichnet wurde auch der deutsche Kameramann Jürgen Jürges, der schon mit Grössen wie Wim Wenders und Rainer Werner Fassbinder drehte. Er erhielt nun den Silbernen Bären für eine «herausragende künstlerische Leistung» für seine Arbeit an «DAU. Natasha». Der Experimentalfilm ist Teil eines grossangelegten Kunstprojekts.

Schweiz geht leer aus

Die Schweiz ging leer aus. Gute Chancen auf einen Preis waren im Vorfeld dem Spielfilm «Schwesterlein» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond gegeben worden. Damit war die Schweiz erstmals seit acht Jahren wieder im Wettbewerb in Berlin vertreten.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. In diesem Jahr konkurrierten 18 Beiträge im Wettbewerb. Erstmals leiteten die Niederländerin Mariette Rissenbeek und der Italiener Carlo Chatrian die Filmfestspiele. (sda/dpa)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MartinZH 01.03.2020 05:50
    Highlight Highlight In der Headline und im Text steht, dass der Regisseur nicht einreisen durfte.

    Und weiter? Was ist der Grund? Gehört die Begründung nicht auch in einen seriösen Medienbeitrag?

    Was heisst "Reiseerlaubnis"? Geht es um eine verweigerte "Ausreise"? Oder um Probleme mit der "Einreise"? 🤔

    Rassulof ist ein Filmemacher, der in seiner Heimat Iran immer wieder Probleme hat. 2009 wurde er nach Protesten gegen die Präsidentschaftswahlen verurteilt. Und im Jahr 2017 wurde Rassulof der Reisepass abgenommen. Hat es vielleicht damit etwas zu tun?

    PS: Tochter Baran nahm den Bären für ihren Vater entgegen.
    Benutzer Bild
  • Locutus70 01.03.2020 03:02
    Highlight Highlight "allerdings in Abwesenheit des Regisseurs, der selbst keine Reiseerlaubnis erhielt." - für mich ist sowas unfassbar. Noch unfassbarer, das europäische PolitikerInnen und JournalistInnen diesem Terrorregime in Teheran noch huldigen.
    Für alle in der Fraktion Trump-Hasser und Antiamerikanismus gilt anscheinend: Der Feind meines Feindes ist mein Freund ^^
    • Lolita 01.03.2020 22:29
      Highlight Highlight Nein es gilt, jedes Land muss selber seine Regierung wählen, und niemand hat sich das einzumischen, ausser es geht unfair zu.
      Und die USA ist ganz sicher NICHT die Weltpolizei, angesichts dessen, dass sie sich an absolut gar keine Moral halten, Foltern, mit Drohnen gezielt Menschen in anderen Ländern OHNE Urteil abschiessen, ganz zu Schweigen von der Trumpschen Regierung die jede Rechtsstaatlichkeit ins lächerliche zieht.
      Ganz abgesehen davon. Nur weil man nicht gut heisst was da abgehet, ist nicht jeder ihrer Feinde ein Freund, da kämen noch andere dazu, die du nicht gutheisst (zb SArabien).
  • Simonj 01.03.2020 00:07
    Highlight Highlight Die Schweiz ging nicht leer aus. Favolacce - silberner Bär - ist eine Schweizer Koproduktion.
  • Joe Smith 29.02.2020 22:48
    Highlight Highlight Ein klein bisschen mehr Hintergrundinformation, warum Mohammed Rassulof nicht nach Berlin reisen konnte, hätte dem Artikel gewiss nicht nicht geschadet.
  • weissauchnicht 29.02.2020 21:43
    Highlight Highlight „...der selbst keine Reiseerlaubnis erhielt.“

    Weiss gerade nicht, wie dies zu verstehen ist, nachdem wir 2 Visaanträge, diverse kantonale Abklärungen, ein Einspracheverfahren beim SEM und rund 9 Monate Geduld brauchten um wieder ein Schengenvisum für einen iranischen Freund zu erhalten, der bereits dreimal in Europa zu Besuch war und jedesmal anstandslos wieder ausgereist ist.

    Haben es auch hier die Schengenbürokraten nicht geschafft, rechtzeitig ein Visum, das heisst eine (Ein-)Reiseerlaubnis, auszustellen?

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