Die südkoreanische Serie «Squid Game» ist die bisher erfolgreichste Netflix-Produktion mit den höchsten Zuschauerzahlen. Das gab der amerikanische Streaming-Dienst am Mittwoch auf Twitter bekannt. In 27 Tagen erreichte die Serie eine Zuschauerzahl von 111 Millionen.
Squid Game has officially reached 111 million fans — making it our biggest series launch ever! pic.twitter.com/SW3FJ42Qsn
— Netflix (@netflix) October 12, 2021
In seinem Heimatland hat «Squid Game» vor allem wegen seiner offenen Gesellschaftskritik den Zeitgeist getroffen. Wachsende Ungleichheit, Diskriminierung sozialer Minderheiten, extremer Leistungsdruck: Fast alle grossen Probleme des Landes werden in der Serie aufgegriffen.
«Squid Game» ist aber nicht die einzige gesellschaftskritische Serie. Hier kommen 9 weitere Serien und Filme, die kritische Themen behandeln und zum Nachdenken anregen.
Die Regeln sind einfach: Eine Gruppe Männer wird in Wärter und Gefangene geteilt. Mit diesem Experiment wollen Forschende das menschliche Verhalten unter speziellen Bedingungen erforschen. Die Gefangenen kriegen drei Mahlzeiten täglich und werden angewiesen, auf die Wärter zu hören. Die Wärter müssen hingegen für Ordnung sorgen. Der Thriller basiert auf wahren Begebenheiten; dem Stanford-Prison-Experiment.
Die deutsche Verfilmung ist zurzeit auf keinem Streaming-Anbieter verfügbar. Die amerikanische Neuverfilmung aus dem Jahr 2010 kann auf Netflix geschaut werden.
In der Zukunft leben Gefangene nicht mehr in Zellen nebeneinander, sondern übereinander. Das Essen wird durch eine grosse Öffnung in der Mitte, den sogenannten «Schacht», heruntergelassen. Je weiter unten ein Gefangener lebt, desto weniger Essen bekommt er, da alle vor ihm bereits gegessen haben. In jeder Zelle leben zwei Insassen, sie haben jeweils zwei Minuten Zeit zu essen, bevor die Plattform mit dem Essen weiter nach unten gelassen wird.
Wenn die Gefangenen weit oben solidarisch handeln würden und nur so viel essen würden, wie sie tatsächlich brauchen, hätte es für alle genug. Niemand müsste hungern. Die Realität sieht allerdings anders aus. Jeden Monat werden die Gefangenen neu arrangiert. Wer einst zuoberst war, kann plötzlich zuunterst landen und muss hungern.
«Der Schacht» ist eine Netflix-Produktion.
Der Film «Parasite», welcher etliche Auszeichnungen, inklusive vier Oscars, abstaubte, kritisiert die südkoreanische sowie westliche Konsum- und Arbeitsweise. Der Film handelt von zwei Familien, die eine lebt am Existenzminimum, die andere im Überfluss. Bald schon kreuzen sich ihre Wege, wenn der eine Sohn als Nachhilfelehrer in der reichen Familie eingestellt wird.
«Parasite» ist auf Amazon Prime, Google Play sowie Apple verfügbar.
In «3 %» leben, wie es der Titel bereits sagt, drei Prozent der Bevölkerung auf einer utopischen Insel. Dort gibt es kein Geld, es werden neuste Technologien verwendet und es gibt genügend Nahrung für alle. Anders sieht das für den Rest der Bevölkerung aus. Sie leben in Ruinen, tragen gerissene Kleidung und die meisten überleben gerade so knapp.
Jedes Jahr gibt es für alle 20-Jährigen einen Auswahltest, um auf diese Insel zu gelangen. Die jungen Erwachsenen müssen sich Geschicklichkeitstests, emotionalen Strapazen sowie Kräftemessen stellen. Nur drei Prozent aller Teilnehmenden schafft es auf die heiss begehrte Insel. Eifersucht, Verrat und Intrigen sind da nicht weit.
Die brasilianische Serie «3 %» hat vier Staffeln, welche alle auf Netflix zu finden sind.
«Black Mirror» ist eine Sammlung verschiedener Geschichten, die in der Zukunft spielen. Das Thema der Technologie der Zukunft vereint all diese Geschichten.
Alle fünf Staffeln, inklusive dem Extra «Bandersnatch», sind auf Netflix verfügbar.
Eine Serie, in der es um ein Pferd geht, das seine erfolgreichen Jahre in Hollywood schon lange hinter sich hat. Mit einer Autobiografie will es sich wieder in das Scheinwerferlicht rücken. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine lustige Animationsserie, behandelt ernsthafte Themen wie Sucht, Überarbeitung, psychische Erkrankungen und kritisiert das System Hollywoods.
Alle sechs Staffeln von «BoJack Horseman» können auf Netflix geschaut werden.
Was ist, wenn du genau weisst, wie viele Tage, Stunden, Minuten und Sekunden du noch zu leben hast und die Zeit ablaufen siehst? Und was ist, wenn genau diese Lebenszeit die Währung ist, mit der du zum Beispiel Nahrung kaufen musst? In «In Time – Deine Zeit läuft ab» werden Menschen nur 25 Jahre alt, danach kriegen sie noch ein zusätzliches Jahr, dessen Countdown auf ihrem Arm abläuft.
Grundsätzlich dreht sich der Film um ein alternatives Wirtschaftssystem, in dem man mit seiner Lebenszeit anstatt Geld bezahlt. Zeit dazugewinnen können die Menschen, indem sie arbeiten, Zeit von jemand anderem geschenkt bekommen oder diese stehlen. Unsterblichkeit kann man sich in diesem Sci-Fi-Thriller mit Amanda Seyfried und Justin Timberlake also erkaufen. Sprich: Die Reichen leben ewig.
«In Time – Deine Zeit läuft ab» kann auf Amazon, Google Play sowie iTunes gekauft oder ausgeliehen werden.
Eines Tages findet sich der Gamer Arisu in einer Art Parallelwelt wieder, in der er tödliche Spiele spielen muss. Er trifft im menschenleeren Tokyo auf eine Frau, die bis anhin diese Spiele alleine bewältigte, und sie beschliessen, fortan gemeinsam zu spielen. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was hinter diesen Spielen steckt und werden damit konfrontiert, was es heisst zu leben.
Die Manga-Adaption wurde von Netflix verfilmt. Bis jetzt gibt es eine Staffel.
Im deutschen Film «Die Welle» startet ein Lehrer ein Experiment zum Thema Diktatur mit seiner Schulklasse. Die Klasse formt ihre eigene Organisation, welche schnell ausser Kontrolle gerät und auch ausserhalb des Klassenzimmers ausartet.
Das Buch, auf dem «Die Welle» basiert, wurde 2019 neu verfilmt, diesmal allerdings als Serie. «Wir sind die Welle» handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam machen wollen. Diese Rebellion gerät allerdings schnell ausser Kontrolle.
«Die Welle» und «Wir sind die Welle» sind beides deutsche Produktionen und auf Netflix verfügbar.
(sda/cmu)