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FILE - In this Aug. 9, 2017, file photo, Louis C.K., co-creator/writer/executive producer, participates in the

Louis C.K.s Zuhörphase dauerte 10 Monate. Nun steht er wieder auf der Bühne. Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

Louis C.K. ist wieder da. Fast, als wäre nie was gewesen



Immer wieder fragte er Frauen, ob er vor ihnen onanieren dürfe. Lautete die Antwort nicht explizit nein, ging es jeweils schnell. Wie 2002 bei Dana Min Goodman und Julia Wolov. Sie glaubten, Louis C.K. scherze nur. Doch der gestandene Comedian zog sich aus. Der «New York Times» schildern sie ihren Fall, berichten davon, dass sie paralysiert gewesen seien, sich gegenseitig gehalten und gelacht hätten, bis der Spuk vorbei war. Danach seien sie geflüchtet.

Als Abby Schachner 2003 Louis C.K. am Telefon zu ihrer Show einlud, konnte sie hören, wie er während dem Gespräch onanierte. 

2005 fragte Louis C.K. Rebecca Corry, ob sie ihm zuschauen wolle, wie er masturbiere. Sie verneinte.

Eine Mitarbeiterin der «The Chris Rock Show», wo Louis C.K. als Schreiber und Produzent engagiert war, sagte nicht nein. «Wegen der Betriebskultur», erklärte sie der «New York Times», «Ich wusste, dass es falsch war. Er missbrauchte seine Machtposition.»

Und dann kam #MeToo und die Frauen traten an die Öffentlichkeit.

Louis C.K. wurde bis jetzt juristisch nie belangt, doch sein Fall rüttelte besonders auf.

Ausgerechnet er, der sich mit präzisen und kritischen Gesellschaftsbeobachtungen den Ruf eines Opinion Leaders erarbeitet hatte, er, als Mitverantwortlicher dafür, dass Comedians in den USA nicht mehr nur Witzfiguren, sondern ernstzunehmende politische Analysten mit Deutungsmacht sind, hatte seine Machtposition missbrauch.

Machtposition missbraucht? Als Dana Min Goodman und Julia Wolov von ihrem Erlebnis berichten, um einen Shitstorm gegen C.K. zu produzieren, sorgt Louis' Manager Dave Becky dafür, dass sie nicht mehr gebucht werden. So interpretieren es Goodman und Wolov in der «New York Times». Becky dementiert. 

C.K., der mit bürgerlichem Namen Louis Székely heisst, dementierte seinerseits nichts, gab sich in einem Statement reumütig und kündigte an, sich für eine längere Zeit von der Bühne zu verabschieden, um vor allem eines zu tun: zuzuhören.

Sein Kinofilm wurde gestrichen, ebenso Auftritte, Interviews, Kooperationen, Spezialsendungen. C.K.s Karriere war am Ende.

Damit war das Thema aber nicht vom Tisch. Männliche Berufskollegen, allen voran Dave Chappelle, nahmen mehrmals öffentlich Stellung: «Wenn du am Telefon hörst, dass er onaniert – wieso hängt du dann nicht auf?» «Victim blaming» wurde Chappelle darauf vorgeworfen – Opferbeschuldigung. Und damit war die Diskussion endgültig lanciert. Um Sexismus im Comedybusiness, Hierarchien und Handlungsunfähigkeit – auch wenn keine juristische Straftat vorliegt. 

Seit Louis C.K.s Abgang sind zehn Monate vergangen. Letzten Sonntag tauchte er überraschend und ohne Ankündigung wieder auf. Im New Yorker Comedy Cellar. Augenzeugen berichten von Standing Ovations und einem sehr relaxten Louis C.K., der in seiner typischen Art Anekdoten über Trinkgelder, Paraden und Rassismus erzählte.

Es sei ein bisschen wie früher gewesen, berichtet der Besitzer des Clubs – was wiederum für Diskussionen, vor allem auf Twitter, sorgte. Darf es das denn? Sich wieder wie früher anfühlen? So wie damals, als der mächtige Louis C.K. die Frauen noch fragte, ob er vor ihnen onanieren dürfe ohne dass es die Öffentlichkeit wusste?

Von all den Beiträgen zu C.K.s Rückkehr auf die Bühne sticht einer heraus. Jener von Comedian Jennifer Kirkman. Es lohnt sich, ihn zu lesen:

In dem Sinn: Happy Birthday, Jennifer Kirkman. 

Antifeministen: Unter Männern fühlen sie sich am wohlsten

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Video: srf

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • inmi 30.08.2018 14:45
    Highlight Highlight Was soll er den tun? Die ganze Zeit zuhause rumsitzen und Däumchen drehen? Wenn eine der Beschuldigerinnen ihn vor Gericht zerren will, soll sie das tun. Das klappt ja jetzt, wie wir bei Weinstein und Cosby sehen. Sonst gilt die Unschuldsvermutung und er kann Auftritte machen. Und wer die sehen will, kann das tun.
  • Drank&Drugs 30.08.2018 09:41
    Highlight Highlight Verstehe das Theater nicht... der war doch nur kurz auf Toilette!

    Spass beiseite, keine Ahnung worum es geht. Ist mir zu viel Getwittere, hab keinen Bock das zu lesen...

    Kommt schon, das könnt ihr besser!
  • HeforShe 30.08.2018 07:53
    Highlight Highlight Wer einen ausführlichen Artikel über die Problematik lesen will, hier:

    https://www.buzzfeednews.com/article/scaachikoul/louis-ck-aziz-ansari-kathy-griffin-samantha-bee

    Dieser reflektiert das Hauptproblem. Dass C.K. Louis in seiner spontanen Performance afaik einen Witz über rape whistles gemacht hat, ist wirklich zum Kotzen in seiner ganzen Ignoranz.
    • LeserNrX 30.08.2018 14:41
      Highlight Highlight Super Artikel. Aber letztendlich ist die amerikanische Gesellschaft konsequent. Unangebrachte Kritik an Trump (mit seinem blutigen, abgeschnittenen Kopf zu posieren) wird als absolutes No-Go abgetan und bedeutet einen empfindlichen Karriereknick für die Kritikerin, während man ihm Sprüche, wie "Grab them by the pussy!" verzeiht und ihn sogar zum Präsidenten wählt. Konsequenterweise werden "Pussygrabber-Comedians" mit offenen Armen zurückerwartet, während die Trump-Kritikerinnen weiterhin gemieden werden. Letztendlich alles Ausdruck einer kranken Wertehaltung.
  • Binnennomade 29.08.2018 21:29
    Highlight Highlight Als riesiger Fan von Louis CK als Comedian bin ich natürlich froh, dass er wieder auf die Bühne tritt.

    Aber ich verstehe den Frust von Jen Kirkman, dass sich nichts geändert hat. Es muss wirklich verdammt hart sein als weiblicher Comedian in den Staaten. Man schaue sich nur mal, wie viele Hass-Videos es über Amy Schumer auf Youtube gibt, und wie viel sie aufgerufen wurden. Es scheint, dass ein guter Teil der Bevölkerung nicht mit witzigen Frauen klarkommt, erst recht wenn sie vulgäre Witze machen. Ob man dies innerhalb eines Jahres ändern kann, sei allerdings dahingestellt.
    • Pyrojelly 30.08.2018 06:54
      Highlight Highlight Wieso hat sich denn "nichts geändert"? Was wollte sie denn, dass er den Rest des Lebens in seinen Zimmer kauert? Sein Leben ruiniert, weil er 4 Mal etwas anrüchiges gesagt oder getan hat? Soll sein Trauma grösser sein als ihres? Meh. Ich denke, er hat genug gelitten nach dem alles abgesagt wurde
    • Geisslein 30.08.2018 08:38
      Highlight Highlight Amy Shumer wird eher "gehasst" weil sie die Hälfte ihrer Witze geklaut hat.
    • Binnennomade 30.08.2018 14:33
      Highlight Highlight Pyrojelly, ich glaub, du hast weder ihr noch mein Statement verstanden. Niemand sagt, er dürfe nicht wieder auftreten.
  • Obey 29.08.2018 21:22
    Highlight Highlight Lustig irgendwie, dass Kirkaman erst zitiert wird/einen Artikel auf Watson erhält, weil sie sich darüber beklagt, dass es immer nur um Louis C.K. gehe. Ohne ihn hätte sie nicht einmal publicity gekriegt..hach,ich mag Ironie. Und die wichtigste Info aus diesem Twitterartikel: LOUIS C.K. IST ZURÜCK!!
  • Darth Unicorn *Miss Vanjie* 29.08.2018 20:26
    Highlight Highlight Das Video..
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  • raues Endoplasmatisches Retikulum 29.08.2018 20:23
    Highlight Highlight Sry macht euch wenigestens die Mühe Twitter zusammenzufassen, dass ist grässlich zu lesen.
    Ich habe mir noch kein abschliessende Gedanken dazu gemacht, trotzdem möchte ich einfach mal Devil's Advocate spielen.
    Juristisch verurteil wurde er ja nicht, aber nachdem jemand seine Strafe abgebüsst hat, sollte ein Täter ja wieder als vollwertiges Mitglied einer Gesellschaft aktzeptiert werden. Diesen Gedanken könnte man doch auch auf den vorliegenden Fall anwenden? "Strafe" verbüsst, zurück in die Mitte der Gesellschaft.
    Wie gesagt, habe dazu keine Haltung, soll mehr als Diskussionsgrundlage dienen.
  • Easypeasy 29.08.2018 20:13
    Highlight Highlight Ganz toll.... Alles auf englisch. Warum macht ihr das?
    • dickmo 29.08.2018 20:58
      Highlight Highlight Das ist natürlich nicht so ein guter Service. Ich fasse zusammen: Jen Kirkman ist es wurscht, ob Louis C.K. wieder auftritt oder nicht. Sie hätte sich gewünscht, dass die Medien nun mehr über die Arbeit weiblicher Comedians berichten und die Machtverhältnisse in der Comedyszene beleuchten und was da schiefläuft. Das ist aber nicht passiert, sie ist immer nur nach CK's Rolle gefragt worden, was anderes hat die Journalisten nicht interessiert, egal ob CK in Hiding war oder nicht. Und sie hat Geburtstag.
    • Einstürzende_Altbauten * 30.08.2018 06:50
      Highlight Highlight deepl übersetzt das wirklich sehr gut, wenn Du den Aufwand nicht scheust.
    • Easypeasy 30.08.2018 15:39
      Highlight Highlight Danke viel mal, für die Zusammenfassung. 👍
  • Hayek1902 29.08.2018 20:03
    Highlight Highlight Geht es noch fauler? Ich lese sicher nicht einen artikel, der zu 70% aus verlinkten twitter posts besteht.
    • dickmo 29.08.2018 20:27
      Highlight Highlight Das ist natürlich nicht so ein guter Service. Ich fasse zusammen: Jen Kirkman ist es wurscht, ob Louis C.K. wieder auftritt oder nicht. Sie hätte sich gewünscht, dass die Medien nun mehr über die Arbeit weiblicher Comedians berichten und die Machtverhältnisse in der Comedyszene beleuchten und was da schiefläuft. Das ist aber nicht passiert, sie ist immer nur nach CK's Rolle gefragt worden, was anderes hat die Journalisten nicht interessiert, egal ob CK in Hiding war oder nicht. Und sie hat Geburtstag.

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In Zusammenarbeit mit: Jelena Gučanin, Nana Karlstetter, Mahret Kupka, Julia Pühringer, Theresia Reinhold, Hedwig Richter, Nicole Schöndorfer, Margarete Stokowski und Brigitte Theissl.

Je verwirrender die Welt scheint, um so stärker wird dem Menschen die Sehnsucht nach einer Ordnung. Nach einer Einordnung. Nach anderen Menschen, die ihm Ideen, Anregung und Halt geben. Die ihm Leuchtturm sein können, in der immer wiederkehrenden, scheinbar schrecklichsten aller Zeiten.

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