Überraschend: Diese historischen Promi-Briefköpfe sind HAMMER
Wir alle wissen, dass das World Wide Web ein Sammelbecken für jedes nur erdenkliche Thema ist, egal wie nischig und obskur es auch sein mag. Doch falls trotzdem ein weiterer Beweis benötigt würde, empfehlen wir an dieser Stelle wärmstens Letterheady – das Online-Kompendium prominenter Briefköpfe der Weltgeschichte.
Hierbei handelt es sich um ein Projekt des britischen Autors und Sammlers Shaun Usher, Verfasser der internationalen Bestseller «Letters of Note» und «Diaries of Note», sowie der dazugehörigen Live-Bühnenshow «Letters Live», in der berühmte Schauspieler Briefe und Tagebucheinträge historischer Persönlichkeiten vorlesen.
Gewissermassen als Nebenprodukt seiner Sammlung historischer Korrespondenz entdeckte Usher die aparte Ästhetik personalisierter Briefköpfe – und schuf so Letterheady als «Online-Hommage an die Offline-Korrespondenz.»
Klar. Ihr denkt jetzt: Briefköpfe? Seriously? Zugegeben, es ist nicht gerade das naheliegendste Forschungsgebiet. Aber bereits ein kurzer Blick auf die Sammlung auf Letterheady zeigt, wie faszinierend es sein kann. Selbst die grafisch schlichten Beispiele – Marilyn Monroe, Michael Jordan, Gandhi etwa – sind allein schon aufgrund ihrer historischen Bedeutung spannend. Und die aufwendigeren und skurrileren sind einfach fantastisch. Bitte sehr – hier eine Auswahl:
Bob Kane
1950er
Wenig überraschend, dass der legendäre Comiczeichner in seinen persönlichen Briefkopf gleich seine berühmteste Kreation integriert hat.
Andy Warhol
1958
Andy Warhols persönlicher Briefkopf füllt die Hälfte der Seite mit der Handschrift seiner Mutter Julia Warhola – sie selbst war eine preisgekrönte Künstlerin.
The Star Wars Corporation
1976
Zu dieser Zeit befand sich der erste «Star Wars»-Film noch in Produktion, und alle rechtlichen, finanziellen und werbetechnischen Angelegenheiten wurden von George Lucas' «Star Wars Corporation» abgewickelt.
Hier eine Detailansicht des Proto-Luke-Skywalker, vom Konzeptkünstler Ralph McQuarrie entworfen:
Charles M. Schulz
1958
Eines der nur wenigen Briefkopfdesigns, die Charles M. Schulz, Schöpfer der «Peanuts»-Comics, im Laufe seiner langjährigen Karriere verwendete.
The American Thermos Bottle Company
1915
Die 1907 gegründete American Thermos Bottle Company entwickelte sich zum führenden Hersteller von Vakuumflaschen. Auf diesem Briefkopf aus dem Jahr 1915 sind der Teufel und ein Inuit mit jeweils einer Thermoskanne zu sehen; darunter der Firmenslogan: «Für den Mann mit der Thermoskanne ist es nie zu heiss oder zu kalt.»
Jayne Mansfield
1950er
In den 1950er Jahren galt Hollywoodstar Jayne Mansfield als die etwas üppigere, etwas deftigere «Monroe der Arbeiterklasse» – wie dieser Briefkopf treffend unterstreicht.
Währenddessen:
Marilyn Monroe
1958
Genau hinschauen!
Gesehen?
Chuck Jones
1990er
Selbst auf dem Papier konnte der legendäre «Looney Tunes»-Animator Chuck Jones einer guten Verfolgungsjagd nicht widerstehen.
Tom Hanks
2010er
Allen Berichten zufolge ist Hollywoodstar Tom Hanks seit jeher ein überzeugter Anhänger altmodischer Briefkunst – und auch Sammler antiker Schreibmaschinen. Daher auch sein personalisiertes Briefpapier mit seiner charakteristischen Unterschrift:
Muhammad Ali
1978
Boxlegende Muhammad Ali hatte unterschiedliche Briefköpfe für die verschiedenen Bereiche seiner sportlichen, geschäftlichen und wohltätigen Unternehmungen. Dies hier ist sein persönlicher Briefkopf.
The National Woman Suffrage Association
1888
Die 1869 gegründete National Woman Suffrage Association, die sich für das Frauenwahlrecht in den USA einsetzte, listete auf diesem Briefkopf von 1888 ihre führenden Köpfe wie Elizabeth Cady Stanton, Susan B. Anthony sowie Matilda Joslyn Gage, die berühmte Verfechterin indigener Rechte.
Louis Armstrong
1971
Man nannte ihn Satchmo. Er war zu Lebzeiten bereits eine Legende. Dieser Briefkopf wurde noch bis in Armstrongs letztes Lebensjahr hinein verwendet.
Universal Film Exchange Inc.
1935
Die Universal Film Exchange beschloss anno 1935, dass ihr offizielles Briefpapier eine ausgezeichnete Gelegenheit bot, Promo für ihren nächsten grossen Blockbuster zu machen.
Gene Roddenberry
1967
Nun, vom Schöpfer von «Star Trek» hätten wir wohl auch nichts anderes erwartet, oder?
Michael Jordan
1993
Aus dem Jahr 1993 – dem Jahr, in dem Michael «Air» Jordan mit den Chicago Bulls seine dritte NBA-Meisterschaft in Folge sicherte.
Bill Watterson
1980er
«Calvin und Hobbes»-Schöpfer Bill Watterson wurde zeitlebens mit einer Flut von Fanpost aus der ganzen Welt überschwemmt. Obwohl ein sehr privater Mensch, antwortete er so oft wie möglich persönlich – und das mit Stil.
Hier der dazu passende Briefumschlag:
Madonna
1990er
Wenn dein Name so viel Gewicht hat, was brauchst du dann noch mehr?
Terry Gilliam
1990er
Exzellente Namenswahl für eine Filmproduktionsfirma. Exzellente Illustration, auch. Wobei man von dem legendären Monty-Python-Mitglied und Filmregisseur wohl auch nichts anderes erwarten würde.
Stan & Ollie
1940er
Ein seltener Briefkopf der Laurel and Hardy Feature Productions – jener kurzlebigen Produktionsfirma, die Stan Laurel und Oliver Hardy 1940 nach ihrem Weggang von den Hal Roach Studios gründeten. Aufgeführt sind Laurel als Präsident, Hardy als Vizepräsident und ihr Anwalt, Benjamin Shipman, als Sekretär.
Bill Gates
1978
Tadaaa: das allererste (und schönste) Logo des von Bill Gates 1975 gegründeten Unternehmens.
Tesla Company
1900er
Nein, nicht die Autofirma. Sondern der echte, legendäre Erfinder des 19. Jahrhunderts, Nikola Tesla!
Mohandas Karamchand Gandhi
1903
Bevor er Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung und internationale Ikone des Pazifismus wurde, praktizierte der junge Mahatma Gandhi von 1903 bis 1914 in Südafrika als Anwalt. Die Adresse an der Ecke Rissik und Anderson Street in Johannesburg heisst heute ...
... Gandhi Square.
Scuderia Ferrari
1935
Jahre bevor er begann, Autos unter seinem eigenen Namen zu fertigen, gründete Enzo Ferrari 1929 seine Scuderia, um mit Alfa-Romeo-Rennwagen an den Start zu gehen. Dieser Briefkopf beweist, dass er bereits 1935 das ikonische «cavallino rampante» (= das springende Pferd) verwendete.
