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Demos und Strassenschlachten in Mexiko

«Er wird fallen, er wird fallen»



Mexiko Studenten

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Mexiko Studenten
quelle: ap/ap / marco ugarte
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Aus Wut über die mutmassliche Ermordung von 43 Studenten sind zehntausende Menschen am Donnerstag in Mexiko erneut auf die Strassen gegangen.

Im Vorfeld der Proteste war es zu Strassenschlachten zwischen Vermummten und der Polizei gekommen.

In der Hauptstadt Mexiko-Stadt marschierten Zehntausende angeführt von den Angehörigen der Vermissten über den grössten Boulevard zum zentralen Platz der Verfassung. Viele forderten den Rücktritt von Präsident Enrique Peña Nieto, den sie für das Schicksal der Studenten verantwortlich machen. «Er wird fallen, er wird fallen, Peña Nieto wird fallen!», riefen die Demonstranten in der Hauptstadt.

People and parents of the 43 students missing protest at the Eje Central Avenue in Mexico City, on November 20, 2014 to demand the safe return of 43 students who went missing in southern Mexico after an attack by gang-linked police last September 26. Rocked by the presumed massacre of 43 students who disappeared in late September, Mexico has appointed a new head of human rights to the lead the violence-plagued country's abuse-investigating body. AFP PHOTO/Alfredo ESTRELLA

Nach den mutmasslichen Morden an 43 Studenten gehen in Mexiko immer mehr Menschen auf die Strassen.  Bild: AFP

Viele schwenkten zum Zeichen ihrer Trauer geschwärzte Fahnen von Mexiko und hielten Bilder der 43 vermissten und wahrscheinlich ermordeten Studenten in den Händen. Der Protest am Donnerstag fiel mit dem Jahrestag des Beginns der Mexikanischen Revolution 1910 zusammen, die Zentralregierung sagte wegen der Proteste ihre jährliche Parade ab.

Auch in Ciudad Juárez, Puebla und in Chilpancingo im Staat Guerrero gingen tausende Menschen auf die Strassen. In Bolivien zeigten sich ebenfalls tausende Menschen solidarisch, in El Salvador gingen rund 200 Demonstranten auf die Strasse.

In Iguala im Staat Guerrero waren die 43 Studenten Ende September verschwunden. Sie wurden nach einer Spendensammelaktion offenbar von Polizisten an eine Drogenbande ausgehändigt. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden die Lehramtsstudenten später von Mitgliedern der Bande getötet, die mit Polizeikräften und örtlichen Politikern kooperierte. Viele Eltern zweifeln aber weiterhin am Tod ihrer Kinder und fordern mehr Anstrengungen bei der Suche nach den Vermissten. Aufgeben wollen sie erst, wenn unabhängige Beweise wie DNA-Tests von Leichenteilen vorliegen sollten.

Im Vorfeld der Massenkundgebung kam es am Donnerstag zu schweren Krawallen zwischen Demonstranten und der Polizei in der Hauptstadt. In der Nähe des Flughafens griffen Vermummte die Beamten mit Brandbomben und Feuerwerkskörpern an, viele von ihnen waren mit Eisenstangen und Knüppeln ausgerüstet. Die Polizei setzte Tränengas ein. Zuvor hatten hunderte Protestierende die Hauptzufahrtsstrasse des Flughafens für eine Stunde blockiert. Streifenwagen sammelten Reisende und deren Gepäck ein.

Riot police advance past flames after protesters threw molotov cocktails at them near the airport in Mexico City,Thursday, Nov. 20, 2014. Mexico City is bracing for demonstrations as caravans of students and family members of 43 missing college students converged on the capital after several days crisscrossing the country. (AP Photo/Marco Ugarte)

Die Gewalt nimmt zu. Am Flughafen von Mexiko-Stadt lieferten sich die Polizei und die Demonstranten Strassenschlachten.  Bild: Marco Ugarte/AP/KEYSTONE

Das Verschwinden der Studenten sorgt seit Wochen für Empörung und Proteste im Land. Viele Mexikaner sind erbost über den Umgang der Behörden mit dem Fall. Es ist die grösste Herausforderung für den Präsidenten, der seit fast zwei Jahren im Amt ist. (feb/sda/afp)

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