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Shitstorm über Oberhausen

«Haschplantage im Schrank» – Deutsche Polizei blamiert sich mit «Erfolgsmeldung»



Die Polizei von Oberhausen in Nordrhein-Westfalen hat am 26. Oktober ihre Arbeit verrichtet und auf Facebook davon berichtet. Statt Lob und Anerkennung hagelte es jedoch vor allem Häme und Kritik für die Meldung «Haschplantage im Schrank». Was ist passiert? 

«Der penetrant süssliche Geruch hatte die kriminellen ‹Gärtner› verraten. Vor einer Wohnungstüre roch es besonders intensiv», meldet die Polizei am 26. Oktober. «In der Wohnung nahmen die Fahnder drei 22-jährige Männer fest. Sie werden verdächtigt in einem 2 m x 1,5 m grossen ‹faltbaren Kleiderschrank› aus isoliertem Kunststoff Hanfpflanzen angebaut zu haben.»

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Bilder der sichergestellten Pflanzen. Bild: polizei oberhausen

Die drei jungen Männer hätten insgesamt zehn Marihuana-Bäumchen hochgezogen, die bis zu eineinhalb Meter hoch seien. «Weitere Drogen-Utensilien wie Druckverschlusstüten, Drogenmühlen, Belüftungssysteme, Beleuchtungssysteme, Pflanzendünger und Setzkästen lassen einen gut organisierten Drogenhandel vermuten», heisst es weiter. 

«Alter Schwede, ihr müsst echt Langeweile im Büro haben.»

Sven G. quelle: facebook

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bild: polizei oberhausen

Während andere Facebook-Einträge der Ordnungshüter von Oberhausen so gut wie gar nicht kommentiert wurde, haben auf diesen Eintrag schon knapp 1000 Bürger geantwortet, die sich nicht nur über (sprachliche) Fehler aufregen, sondern auch an der Verhältnismässigkeit der Mittel zweifeln. «Liebe Polizei mit solchen Funden macht ihr euch fast genau so lächerlich wie eure Stuttgarter Kollegen, die Zierpflanzen herausgerissen haben», antwortet beispielsweise ein Facebook-User.

«Schreibt die Polizei von NRW jetzt Artikel für den ‹Postillon›? Ein eventueller Terrorverdacht hätte noch gut in diesen Artikel gepasst.

Michael Z. («Der Postillon» ist das deutsche Pendant der Schweizer Satire-Website «Der Enthüller») quelle: facebook

«10 Pflanzen durch 3 = macht bei mir Eigenbedarf», weiss eine weitere Kommentatorin. «Anscheinend habt ihr noch nie echte Plantagen gesehen und es auch noch nie mit organisierter Kriminalität zu tun gehabt, nervt sich einer «Fahrt doch für ein paar Monate nach Mexiko.» Ins selbe Horn stösst diese Antwort: «Wenn diese Männer nicht eine vollkommen neue Art des Anbaus erfunden haben, würde man hier allen falls von einer ‹Cannabis-Pflanzen›-Plantage sprechen.»

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bild: polizei oberhausen

«Ich finde es sehr bedauernswert, dass Sie dies als Erfolg bezeichnen. Das Leben dieser jungen Männer wurde nachhaltig zerstört.»

Maria J. quelle: facebook

«Was zum Henker ist eine ‹Drogenmühle›?», fragt einer. «Wollte gerade eine eine auf eBay kaufen, um meinen eigenen organisierten Drogenhandel zu starten, doch da findet man nichts mit diesem Namen.» Vermutlich meint die Oberhausener Polizei damit «Kräutermühlen» alias «Grinder» zum Zerkleinern von Marihuana.

«Der schlimmste Aspekt für mich», schreibt ein gewisser Dominik: «Ich zahle Steuern, damit irgendein Chefsessel-Pupser diese wahrhafte Glanzleistung literarisch bei Facebook hochschaukelt und sich dafür wahrscheinlich auch noch beim Abendessen von seiner Frau loben lässt.» 

«Armes Deutschland!»

Her M.  quelle: facebook

Doch wer nachliest, worüber die Polizei von Oberhausen sonst noch berichtet, wundert sich vielleicht gar nicht mehr über die «Hanfschrank»-Meldung. Einen Tag zuvor etwa lobten sich die Schutzmänner, einen Betrunkenen dingfest gemacht zu haben, der einen Sack Herdöpfel stehlen wollte. Vermeldet via Social Media, versehen mit einer eigens angefertigten «Grafik». Moderne Zeiten – in Oberhausen haben sie bereits begonnen.

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