Nach der Katerstimmung am Mittwoch müssen sich die Fans heute noch einen Tag gedulden, bevor das runde Leder wieder rollt. Für Fans beginnt am Morgen wie auch schon gestern ein schwieriger Wiedereingliederungsprozess in die Gesellschaft, bei dem watson Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.
Die Situation: Sie wollen sich noch schlaftrunken an den Zmorge-Tisch setzen, gehen vorher aber noch zum Kühlschrank, um sechs Becher Milch für Ihre Lieben zu holen.
Die Gefahr: Weil Sie gedanklich noch im Stadion sind, greifen Sie mit den Fingern in die Becher, wie Sie es auch tun, wenn Sie Bier für Ihre Meute spendieren müssen. Da fängt man sich schon mal einen bösen Blick ein.
Die Lösung: Niemand will am Morgen ein Getränk, in dem die Finger waren, die gestern womöglich noch an Gegenden herumhantiert haben, an die niemals Sonne kommt. Es schickt sich auch nicht, wenn Gäste zugegen sind. Was tun? Nehmen Sie ein ansehnliches Stück grauen Karton und schneiden Sie Löcher hinein, in die Ihre Becher passen: Mit dem Mehrfach-Becherhalter sorgen Sie am Frühstückstisch für ein grosses Hallo.
Und nichts für Ungut, aber kaufen Sie sich endlich auch mal Gläser!
Die Situation: Wenn König Fussball mal nichts zu melden hat, regiert womöglich mal wieder die Lust. Sie sind zu Hause und können weder sagen (oder vorschützen), dass es nach Spätspiel, Verlängerung und Penaltyschiessen angesichts der drohenden Morgenstunde nun wirklich keine dritte Halbzeit geben kann. Sieht so aus, als müssten Sie Ihren partnerschaftlichen Pflichten heute wirklich mal wieder nachkommen.
Die Gefahr: Wenn Sie nicht aufpassen, landen Sie nicht nur mit Ihrem geliebten Menschen im Bett, sondern auch mit Beni Thurnheer und Dani Kern. Dann spucken plötzlich Stimmen in Ihrem Kopf herum: «Schönes Tackling hier an der Strafraumgrenze», «Uiuiui, Tiki Taka» oder «Die Entscheidung MUSS in diesen Minuten fallen!».
Die Lösung – sie ist ganz einfach! Sie hat wiederum ein wenig mit Fussball zu tun, ist aber auch der klassische Weg, auf dem ein erwachsener Mann Probleme angeht und löst: Betrinken Sie sich!
Sie beugen so zum einen mögliche Entzugserscheinungen Ihres Partners vor, weil Sie wahrscheinlich ja schon seit Beginn des Turniers einen gewissen Promillepegel halten. Zum anderen wird jeglicher Leistungsdruck quasi ganz von alleine von Ihnen abfallen, wenn Sie voll von Feldschlösschen und mit fauliger Fahne verkünden, dass diese fahrigen Flegel von der FIFA alle Faulenzer sind.
Die Situation: Es mag heute zwar keinen Fussball geben, aber möglicherweise gibt es trotzdem positive Meldungen aus dem Bereich Arbeit: Auftrag erledigt, Zahlen erreicht, Projekt abgeschlossen.
Die Gefahr: Weil Sie zuletzt nur mit Ihresgleichen unterwegs waren, könnten Sie sich bei einer Erfolgsmeldung zu Jubelgesten wie dem High Five hinreissen lassen. Und das ist ganz gewiss gefährlich – wenn Ihre Kollegin nicht so drauf ist wie Sie!
Die Lösung: Wenn Sie die Schwachstelle kennen, ist es gar nicht so schwer. Es ist bloss eine Wissenschaft – leisten Sie im Zweifel Hilfestellung, wie die Jungs von der NASA es uns keck vormachen.
Oder Sie freuen sich halt alleine. Suchen Sie dazu womöglich eine Toilette oder ein anderes stilles Kämmerlein auf, damit Ihr Ausbruch keine Folgeschäden nach sich zieht.
Die Situation: Ihr Vorarbeiter und einige Anzüge aus der Chefetage stehen gerade beim lockeren, ungezwungenen Business-Meeting in der Küche an ihrem Arbeitsplatz beisammen, als Sie hinzutreten. Ein Kollege fragt Sie, ob Sie noch die X-Akten bringen können.
Die Gefahr: Natürlich haben Sie sich zuletzt nur im Rudel bewegt und dabei viel gegrölt wie ein ganz Grosser. Erst denken, dann handeln: Widerstehen Sie dem intuitiven Drang, ihren Kollegen in Fangesängen zu antworten.
Und wenn sich dann aller Augen befremdet auf den Boss richten und er zum Sprechen ansetzen will, vermeiden Sie es wie ein mexikanischer Fan auf den Abstoss des gegnerischen Goalies zu reagieren. WM hin oder her.
Die Lösung: Stellen Sie im YouTube-Play den Mottosong an, der wahrscheinlich allein für Momente wie diese geschrieben wurde. Und dann ...
... lassen Sie sich einfach mal so richtig fallen! Werfen Sie die Beinchen absurd in die Luft und verdrehen Sie selbige, die Arme und das Gesicht theatralisch in alle Richtungen. Man soll ja den Fussball auch mal auf dem Platz lassen, aber das heisst nicht, dass man nicht von den alten Füchsen lernen darf! Nachdem Sie aufgeschlagen sind, halten Sie sich theatralisch den Knöchel, murmeln etwas von «Schwunggelenk» und verlassen die Küche schleunigst.
Die Situation: Ein Baby nähert sich Ihnen unbeholfen, öffnet den Mund und ist im Begriff, sein Zahnfleisch in Ihre Schulter zu rammen.
Die Gefahr: Unweigerlich geht Ihr Puls hoch, Sie müssen an Luis Suarez denken.
Die Lösung: Kratzen, beissen, Haare ziehen – machen Sie jetzt keine Fehler und reagieren Sie in der einzigen Sprache, die diese Säuglinge verstehen. Und wie so ein angemessener Konter funktioniert, haben Kicker uns ja nun schon oft genug vorgemacht: Stellen Sie die Hass-Hymne im YouTube-Player ganz laut und lassen Sie den GIFs und Ihren Emotionen freien Lauf!