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epa04923716 A photo provided by Vatican newspaper Osseervatore Romano showing a large number of newly-appointed bishops wearing their distinguishable purple zuchettos, listening as Pope Francis addresses them during an audience in the Vatican 10 September 2015.  EPA/Osservatore Romano  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/ANSA

Ungewohntes Bekenntnis im Vatikan: Priester steht offen zu seiner Homosexualität



Vor der am Sonntag beginnenden Bischofssynode zur Ehe und Familie bekennt sich ein prominenter Vatikan-Theologe der römischen Kurie zur seiner Homosexualität. Der 43-jährige polnische Priester Krysztof Charamsa erklärte im Interview mit der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera», er sei homosexuell und habe einen Partner.

«Ich will, dass die Kirche und meine Gemeinschaft wissen, wer ich bin: Ich bin ein homosexueller Priester, der glücklich und stolz über seine Identität ist. Ich bin bereit, die Folgen dafür zu tragen», sagte Charasma, Sekretär der theologischen internationalen Vatikan-Kommission.

Doch die Zeit sei gekommen, dass die Kirche ihre Augen vor gläubigen Schwulen öffne und begreife, dass die Lösung, die sie vorschlage – die totale Abstinenz vom Liebesleben – unmenschlich sei. Sein Ziel sei es aber, eine «zurückgebliebene» und «paranoide» Kirche zu bewegen.

Der seit 17 Jahren in Rom lebende Charasma ist der erste Geistliche mit einer aktiven Rolle im Vatikan, der sich outet. «Allein hätte ich mich im Albtraum meiner verleugneten Homosexualität verloren, doch Gott lässt uns nie allein. Ich glaube, dass er mich dazu geführt hat, jetzt diesen starken existenziellen Beschluss zu fassen», sagte Charamsa.

Outing als Pflicht

Sich zu outen, sei seine Pflicht gegenüber seiner Gemeinschaft, der Kirche und sexueller Minderheiten. Er werde Papst Franziskus persönlich in einem Brief über seine Identität berichten.

Er werde dasselbe mit den Leitern der katholischen Universitäten in Rom tun, in denen er Theologie doziere. «Zu meinem grossen Leid ist es wahrscheinlich, dass ich nicht mehr in einer katholischen Einrichtung unterrichten werden kann», sagte er.

Den Teilnehmern der Synode wolle er sagen, dass jeder Mensch Recht auf Liebe und Familie habe. «Diese Liebe muss von der Gesellschaft und von den Gesetzen geschützt werden. Vor allem muss sie von der Kirche gepflegt werden. Christentum ist die Religion der Liebe», so der Geistliche.

Charamsa erklärte auch, dass er einen Lebensgefährten habe. «Er hat mir geholfen, meine letzten Ängste in Kraft der Liebe umzuwandeln», meinte der Pole. Er sei sich bewusst, dass er auf sein bisheriges Leben verzichten werden müsse.

Ab Sonntag berät Papst Franziskus im Vatikan mit Bischöfen aus aller Welt in einer sogenannten Synode. Dabei geht es um die Frage, welche Positionen hinsichtlich des Familienbilds die Kirche in Zukunft vertreten wird. (sda/apa/dpa)

Das passt jetzt nicht dazu, aber ist trotzdem gut:

Vom Winde verweht – der Papst wird Opfer eines Photoshop-Battles

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