Plant based: Erfahre, was die Ernährungsberaterin davon hält.
Wir haben eine gefragt, die es wissen muss: Ernährungsberaterin Nadia Leuenberger hat uns Rede und Antwort zum Thema pflanzenbasierte Ernährung gestanden.
«Plant based» liegt im Trend. Begrüssen Sie das als Ernährungsberaterin?
Natürlich, denn eine pflanzenbasierte Ernährung ist gesund. Der Anteil an Gemüse, Früchten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Getreide- und Vollkornprodukten ist sehr hoch. Dadurch liefert diese Ernährungsform viele Vitamine und Mineralstoffe.
Wie würden Sie eine pflanzenbasierte Ernährung definieren?
Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. Für mich ist es eine Ernährung, die zum Grossteil aus pflanzlichen Nahrungsmitteln besteht. Diese werden ergänzt mit einem bewussten Anteil an Milchprodukten, Eiern, Fleisch oder Fisch.
Wie erkennt man ein ausgewogenes, pflanzenbasiertes Menü?
Ein guter Indikator sind die Farben. Ein bunter Teller ist meist auch gesund. Nicht jedes Gemüse hat das gleiche Nährstoffprofil und das spiegelt sich auch in der Farbe. Je bunter wir uns also ernähren, desto mehr Nährstoffe können wir aufnehmen. Eine ausgewogene pflanzenbasierte Ernährung besteht meiner Meinung nach zu vier Fünfteln aus pflanzlichen und zu einem Fünftel aus tierischen Lebensmitteln. Diese Faustregel entspricht in etwa den Empfehlungen der Schweizer Lebensmittelpyramide.
Halten wir Schweizer:innen uns an die Empfehlungen der Lebensmittelpyramide?
Die Nationale Ernährungserhebung menuCH hat gezeigt, dass die Schweizer Bevölkerung die Lebensmittelpyramide erst ansatzweise umsetzt. Wir essen zu wenig Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte und Nüsse. Hingegen essen wir deutlich zu viel Fleisch. Statt den empfohlenen zwei- bis dreimal pro Woche sind es im Schnitt über 100 Gramm täglich. Dadurch konsumieren wir zu viele tierische Fette – und auch Süssigkeiten.
Ein Vitaminmangel ist bei einer pflanzenbasierten Ernährung eher unwahrscheinlich, oder?
Das stimmt nicht ganz. Vitamin B12 findet sich fast nur in tierischen Lebensmitteln. Und dieses ist sehr wichtig für den Menschen. Es ist am Energiestoffwechsel beteiligt und auch an der Bildung der roten Blutkörperchen. Zudem stützt es die Funktion des Nervensystems. Man muss aber nicht zwingend Fleisch essen, um an Vitamin B12 zu kommen. Man kann den Bedarf auch über Milchprodukte und Eier abdecken.
Wie können wir gesünder und nachhaltiger essen?
Wir sollten stärker auf Saisonalität und Regionalität der Produkte achten. Generell empfehle ich möglichst natürliche Produkte. Bei industriell hergestellten Lebensmitteln sollte man die Verpackung genau studieren: Wie steht es um die Fettqualität und welche Zusatzstoffe sind drin? Mit Blick auf die Umwelt können wir beim Thema Food Waste viel bewegen. Rund ein Drittel der Lebensmittel wird weggeworfen. Das müssen wir ändern.
Das war noch nicht alles: Das ganze Interview kannst du hier nachlesen. Und für noch mehr Facts und Tipps zur pflanzenbasierten Ernährung hier entlang.
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