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Fähre vor Griechenland in Brand
quelle: epa/ansa/rainews24 / rainews24 / handout
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Unglücksfähre «Norman Atlantic»

Zehn Leichen geborgen – Suche nach Vermissten geht weiter

Die Zahl der Toten bei dem Fährunglück in der Adria ist auf zehn gestiegen – das teilte die italienische Küstenwache mit. Inzwischen konnten alle überlebenden Passagiere von dem Schiff heruntergebracht werden. 
29.12.2014, 09:2729.12.2014, 22:02

Beim Fährunglück in der Adria sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. 427 konnten nach Stunden von der «Norman Atlantic» gerettet werden. Als letzter ging am Montag der Kapitän von Bord. Die Suche nach möglichen Vermissten gehe aber weiter, teilte der italienische Transportminister Maurizio Lupi mit. Es gebe Ungereimtheiten mit der Passagierliste, auf der 478 Personen standen.

Der Verbleib Dutzender Menschen war daher unklar. Die italienische Regierung betonte, es sei zu früh, eine Zahl von Vermissten zu nennen. An Bord waren vermutlich auch blinde Passagiere.

Mehr als die Hälfte der Geretteten waren Griechen. Laut Lupi befanden sich unter denjenigen, die bereits in Sicherheit gebracht wurden, auch zehn Schweizer. Zuvor hatte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lediglich bestätigt, dass sich diese Zahl an Schweizer Passagieren an Bord befunden habe.

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Passagiere werden per Seilwinde einzeln in den Militärhubschrauber gebracht.Quelle: Youtube/ Marina Militare

Erschwerte Rettung

Das Drama hatte am frühen Sonntagmorgen begonnen, als auf einem Autodeck der «Norman Atlantic» ein Feuer ausbrach und sich rasend schnell ausbreitete. Manövrierunfähig trieb das brennende Schiff in Richtung Albanien.

Die Fähre der griechischen Anek-Lines liegt nun vor der albanischen Küste. Die ganze Nacht hatten die Retter die Menschen mit dem Helikopter von Bord der qualmenden Fähre gebracht. Wind, Dunkelheit und Kälte erschwerten die Operation.

Jetzt auf

Mehrere Versuche, die Fähre an einem Schlepper zu befestigen, scheiterten. Erst, als ein Marineschiff mit Helikopterlandeplatz vor Ort war, konnten die völlig verängstigten Passagiere schneller in Sicherheit gebracht werden. Am Montagabend schliesslich kamen die ersten 69 Passagiere im westgriechischen Hafen Igoumenitsa an. Sie sollen zunächst ärztlich untersucht werden, hiess es im griechischen Fernsehen. Ein Teil soll zum Hafen Patras weiterfahren.

Passagiere erheben Vorwürfe gegen Belegschaft

Einige Passagiere erzählten von Schlägereien an Bord. Und wieder andere erhoben schwere Vorwürfe gegen die Besatzung. «Es war nur ein Rettungsboot im Wasser und niemand von der Besatzung war da, um den Menschen zu helfen», sagte einer der ersten Passagiere, die von einem Handelsschiff gerettet und im italienischen Bari an Land gebracht wurden. «Wir dachten alle, wir sterben.» «Eigentlich hätten wir mit einem anderen Schiff fahren sollen. Wir haben das erst im Hafen gemerkt. Als wir es gesehen haben, ist uns etwas mulmig geworden», sagte eine andere Passagierin im griechischen Fernsehen. «Auf dem Schiff gab es keinerlei Koordination. Das Personal war praktisch nicht vorhanden», sagte sie weiter.

Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs

Die Staatsanwaltschaften in Bari und Brindisi leiteten Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs und fahrlässiger Tötung ein. Der Eigentümer der Fähre, Carlo Visentini, sagte seine Zusammenarbeit bei den Ermittlungen zu. Die griechische Fährlinie Anek hatte die fünf Jahre alte Fähre von seiner Firma, der italienischen Visemar, gechartert. Das Schiff habe alle Zertifikate gehabt und sei fahrtüchtig gewesen. Bei einer Inspektion am 19. Dezember waren leichtere Mängel an der «Norman Atlantic» moniert worden. Über die Ursache des Brandes, der vermutlich im Autodeck ausgebrochen war, wurde weiter spekuliert. Lastwagenfahrer berichteten in griechischen Medien, dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Viele Laster hätten zudem entzündbares Olivenöl geladen gehabt. (sda/dpa/afp)

Hier die Ereignisse im Live-Ticker:

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