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Fähre vor Griechenland in Brand
quelle: epa/ansa/rainews24 / rainews24 / handout
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Unglücksfähre «Norman Atlantic»

Zehn Leichen geborgen – Suche nach Vermissten geht weiter

Die Zahl der Toten bei dem Fährunglück in der Adria ist auf zehn gestiegen – das teilte die italienische Küstenwache mit. Inzwischen konnten alle überlebenden Passagiere von dem Schiff heruntergebracht werden. 



Beim Fährunglück in der Adria sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. 427 konnten nach Stunden von der «Norman Atlantic» gerettet werden. Als letzter ging am Montag der Kapitän von Bord. Die Suche nach möglichen Vermissten gehe aber weiter, teilte der italienische Transportminister Maurizio Lupi mit. Es gebe Ungereimtheiten mit der Passagierliste, auf der 478 Personen standen.

Der Verbleib Dutzender Menschen war daher unklar. Die italienische Regierung betonte, es sei zu früh, eine Zahl von Vermissten zu nennen. An Bord waren vermutlich auch blinde Passagiere.

Mehr als die Hälfte der Geretteten waren Griechen. Laut Lupi befanden sich unter denjenigen, die bereits in Sicherheit gebracht wurden, auch zehn Schweizer. Zuvor hatte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lediglich bestätigt, dass sich diese Zahl an Schweizer Passagieren an Bord befunden habe.

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Passagiere werden per Seilwinde einzeln in den Militärhubschrauber gebracht. Quelle: Youtube/ Marina Militare

Erschwerte Rettung

Das Drama hatte am frühen Sonntagmorgen begonnen, als auf einem Autodeck der «Norman Atlantic» ein Feuer ausbrach und sich rasend schnell ausbreitete. Manövrierunfähig trieb das brennende Schiff in Richtung Albanien.

Die Fähre der griechischen Anek-Lines liegt nun vor der albanischen Küste. Die ganze Nacht hatten die Retter die Menschen mit dem Helikopter von Bord der qualmenden Fähre gebracht. Wind, Dunkelheit und Kälte erschwerten die Operation.

Mehrere Versuche, die Fähre an einem Schlepper zu befestigen, scheiterten. Erst, als ein Marineschiff mit Helikopterlandeplatz vor Ort war, konnten die völlig verängstigten Passagiere schneller in Sicherheit gebracht werden. Am Montagabend schliesslich kamen die ersten 69 Passagiere im westgriechischen Hafen Igoumenitsa an. Sie sollen zunächst ärztlich untersucht werden, hiess es im griechischen Fernsehen. Ein Teil soll zum Hafen Patras weiterfahren.

Passagiere erheben Vorwürfe gegen Belegschaft

Einige Passagiere erzählten von Schlägereien an Bord. Und wieder andere erhoben schwere Vorwürfe gegen die Besatzung. «Es war nur ein Rettungsboot im Wasser und niemand von der Besatzung war da, um den Menschen zu helfen», sagte einer der ersten Passagiere, die von einem Handelsschiff gerettet und im italienischen Bari an Land gebracht wurden. «Wir dachten alle, wir sterben.» «Eigentlich hätten wir mit einem anderen Schiff fahren sollen. Wir haben das erst im Hafen gemerkt. Als wir es gesehen haben, ist uns etwas mulmig geworden», sagte eine andere Passagierin im griechischen Fernsehen. «Auf dem Schiff gab es keinerlei Koordination. Das Personal war praktisch nicht vorhanden», sagte sie weiter.

Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs

Die Staatsanwaltschaften in Bari und Brindisi leiteten Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs und fahrlässiger Tötung ein. Der Eigentümer der Fähre, Carlo Visentini, sagte seine Zusammenarbeit bei den Ermittlungen zu. Die griechische Fährlinie Anek hatte die fünf Jahre alte Fähre von seiner Firma, der italienischen Visemar, gechartert. Das Schiff habe alle Zertifikate gehabt und sei fahrtüchtig gewesen. Bei einer Inspektion am 19. Dezember waren leichtere Mängel an der «Norman Atlantic» moniert worden. Über die Ursache des Brandes, der vermutlich im Autodeck ausgebrochen war, wurde weiter spekuliert. Lastwagenfahrer berichteten in griechischen Medien, dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Viele Laster hätten zudem entzündbares Olivenöl geladen gehabt. (sda/dpa/afp)

Hier die Ereignisse im Live-Ticker:

Liveticker: Brand auf der Adria-Fähre

Schicke uns deinen Input
15:40
Noch zwei Leichen geborgen
14:50
Kommandant gibt Schiff auf
Der Kommandant des Schiffes Argilio Giacomazzi hat um 14:50 Uhr offiziell das Schiff aufgegeben.
14:40
Evakuierung abgeschlossen
Die Evakuierung der Adria-Fähre «Norman Atlantic» ist abgeschlossen. An Bord seien nur noch der Kapitän und vier Marine-Mitglieder, sagte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi am Montagnachmittag. Alle anderen Passagiere und Besatzungsmitglieder seien geborgen worden. «Es ist jetzt nur noch der Kapitän da, der wie alle guten Kapitäne, als letzter von Bord geht», sagte Renzi.

Bisher wurden fünf Todesopfer bestätigt. An Bord waren 478 Menschen, als der Brand vor der griechischen Insel Korfu am Sonntagmorgen ausgebrochen war. Viele mussten mehr als 30 Stunden ausharren, bevor sie von dem qualmenden Schiff gerettet werden konnten. Die «Norman Atlantic» treibt derzeit noch vor der albanischen Küste. (sda/dpa/apa)
13:29
Alle Personen evakuiert
Wie die italienische Küstenwache berichtet, sind nun alle Passagiere evakuiert worden. 9 Crewmitglieder bleiben noch auf der Fähre.
12:49
Dokumente sollen Brandschutz-Mängel zeigen
Griechische Offizielle sollen auf der Fähre Dokumente entdeckt haben, die Mängel im Brandschutz auflisten sollen.
12:28
Über 100 Menschen warten noch auf Rettung
Eine gerettete Frau wird ins Spital gebracht. Auf der «Norman Atlantic» warten noch immer gegen 100 Menschen auf Rettung.
epa04542048 An injured passenger of the stricken Greek ferry 'Norman Atlantic' is stretchered off the freight ship 'Spirit of Piraeus'  that brought her to the port city of Bari, Italy, 29 December 2014.  Rescue services at the harbour were preparing for an extended session as more rescued individuals were expected. Hospitals in the city were also on standby, media reports say there are no seriously injured passengers on board the burning ferry.
12:23
Leichen aus dem Wasser geborgen
Die vier Leichen seien aus dem Wasser geborgen worden, sagte am Montag der Minister der griechischen Marine, Miltiadis Varisiotis, gemäss der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Bisher war ein Todesopfer bestätigt worden. Ein geretteter türkischer Passagier hatte bereits am Montagmorgen berichtet, insgesamt vier Leichen gesehen zu haben.
12:13
Vier weitere Leichen geborgen
Auf der Adria-Fähre sind vier weitere Leichen entdeckt worden. Dies berichtete ein griechischer Offizieller. Die Zahl der Toten ist damit auf fünf gestiegen.
11:55
391 Menschen gerettet
Die Anzahl der geretteten Menschen stieg auf 391 an. Noch immer warten gut 100 Passagiere und Crew-Mitglieder auf die Rettung.
11:00
127 Personen immer noch auf dem Schiff
351 Menschen wurden bereits vom brennenden Schiff gerettet. 127 sollen immer noch auf dem Schiff sein.
10:55
Italien eröffnet Strafuntersuchung
Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, hat Italien eine Strafuntersuchung eingeleitet.
10:46
Kleines Mädchen gerettet
Die italienischen Rettungskräfte ziehen ein kleines Mädchen aus der Unglücks-Fähre.

10:38
Rettungsaktion läuft auf Hochtouren



Ein Augenzeuge sagte der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, er habe vier Leichen gesehen. Von offizieller Seite wurde dies bislang nicht bestätigt. Bislang wurde ein Todesopfer gemeldet. Bei dem Mann handelt es sich um einen Griechen, der in Zürich gelebt haben soll, wie griechische Medien berichteten.
10:32
Dramatische Rettungsaktion
Ein Video zeigt die dramatische Rettungsaktion auf der «Norman Atlantic»
10:24
Zusammenfassung
194 Personen haben sich am Montagmorgen noch an Bord der in der Adria nach einem Brand in Seenot geratenen Fähre «Norman Atlantic» befunden. Bisher konnten 284 Menschen in Sicherheit gebracht werden, wie die italienische Marine meldete.

Die sechs geretteten Schweizer sind wohlauf, teilte das EDA mit. Vier Schweizer Staatsangehörige sind noch immer auf dem Schiff. «Die Rettungsaktion läuft ohne Unterbrechungen weiter», berichtete die Marine.

Die Fähre der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als am frühen Sonntagmorgen nordwestlich der Insel Korfu vermutlich auf dem Autodeck ein Feuer ausbrach.

Das Schiff trieb anschliessend manövrierunfähig zwischen der italienischen und albanischen Küste. 478 Menschen waren insgesamt an Bord. Sturm und hohe Wellen hatten den Hilfseinsatz erschwert.

Über die Ursache des Brandes auf dem Schiff wurde weiter spekuliert. Möglicherweise waren Laster überladen. LKW-Fahrer berichteten in griechischen Medien, dass einige Fahrzeuge Olivenöl geladen hätten und dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Ein Funke könne da schnell einen Brand auslösen.(sda/meg)
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