Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schneider-Ammann: Die Schweiz ist bei Flüchtlingen an ihrer «Kapazitätsgrenze» angekommen



Die Schweiz sei bei der Aufnahme von Asylsuchenden an ihrer «Kapazitätsgrenze» angekommen, sagte Bundespräsident Johann Schneider Ammann am Donnerstag in Wien. Schneider-Amman traf dort seinen österreichischen Amtskollegen Heinz Fischer.

Austrian President Heinz Fischer and Swiss President Johann Schneider-Ammann, from left, review the honor guard during a welcoming ceremony in front of the Hofburg palace Vienna, Austria, Thursday, Jan. 28, 2016. (AP Photo/Ronald Zak)

Bundespräsdient Johnann Schneider-Amman traf in Wien seinen österreichischen Amtskollegen Heinz Fischer.
Bild: Ronald Zak/AP/KEYSTONE

Die Flüchtlingskrise war eines der Themen beim Arbeitstreffen der beiden Bundespräsidenten – aus aktuellem Anlass, denn Österreich hatte erst letzte Woche bekannt gegeben, eine Obergrenze für Asylsuchende einzuführen. Fischer hielt nach dem Treffen mit Schneider-Ammann allerdings fest, dass er den Begriff «Obergrenze» in der Flüchtlingsdiskussion nicht verwende.

«Schweiz pocht auf Schengen-Regelung»

Die Schweiz pocht laut Schneider-Ammann trotz der derzeitigen Flüchtlingsproblematik auf einer Einhaltung der Schengen-Regelung. Die Regierung bereite sich auch nicht spezifisch auf den Fall vor, dass Österreich nach Erreichen der für 2016 festgelegten Zahl von 37'500 Flüchtlingen massiv zurückweisen könnte.

In der Schweiz selbst wurden im vergangenen Jahr 39'500 Asylgesuche eingereicht, wie das Staatssekretariat für Migration am Donnerstag mitteilte.

25 Prozent Ausländer

Die Schweizer Regierung sei eher mit einer Zuwanderungsfrage konfrontiert, die auf den «stabilen und innovativen Wirtschaftsstandort Schweiz» zurückzuführen sei, sagte Schneider-Ammann.

«Wir haben jetzt schon einen Ausländeranteil von 25 Prozent», sagte der Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Die Nettozuwanderung pro Jahr betrage rund 80'000 Personen. «Das entspricht einer Stadt wie St. Gallen und macht den Menschen Angst.» (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Cloudpanther 28.01.2016 17:30
    Highlight Highlight Es ist immer wider schön wie über Obergrenzen und so disskutiert wird, jedoch keine Vorschläge gegeben werden, wie man den Flüchtlingsstrom bremsen könnte.
    Die Herrkunftsländer finanzell unterstützen. Gott beware.
    Lieber der Türkei Geld geben, damit die keine Flüchtlinge mehr nach Europa lassen.
    WACHT AUF. Solange Menschen in ihren Herrkunftsländern keine Perspektive haben, Verhungern oder mit dem Leben bedroht sind werden sie kommen und da ändern auch Obergrenzen nichts meh.
  • Kookaburra 28.01.2016 17:22
    Highlight Highlight Wie lange haben wir eigentlich schon 25%?

    Und wie machen die das immer? Ich meine, wir haben durchsch. 80'000 seit 2007. 80'000 sind 1%!

    Und die Asylanten werden nicht einmal gezählt bei der Nettozuwanderung. Die kommen ja noch dazu. Oder?

    Waren wir 2006 unter 17%?

    Werden sooo viel eingebürgert? Oder wo versteckt das BFS diese Menschen? Wie geht diese Rechnung auf?
    Wo sind die Schlauen, die das erklären können? (Ich bin rechts:)

Interview

Jean Ziegler zu Moria: «Im ersten Moment dachte ich: Endlich wird dieses Lager liquidiert»

Jean Ziegler kennt die Leiden der Ärmsten auf dieser Welt. Sein Besuch auf der griechischen Insel Lesbos hat den 86-Jährigen dennoch zutiefst erschüttert. Ein Gespräch über die europäische Migrationspolitik und die Rolle der Schweiz.

Herr Ziegler, vor etwas mehr als einem Jahr haben Sie Moria auf Lesbos besucht. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die Bilder des brennenden Lagers gesehen haben? Ich darf es fast nicht sagen. Im ersten Moment dachte ich: Endlich wird dieses schreckliche Lager liquidiert. Gottseidank ohne Todesopfer. Gleich danach packte mich eine grosse Angst um die Leute, die vor dem Feuer in die Hügel geflohen sind. Ohne Nahrung, ohne Wasser, ohne Medikamente, nichts. Ein Flüchtling ist der …

Artikel lesen
Link zum Artikel