Schweiz
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Unterirdische Güterverkehrsbahn in der Schweiz einen Schritt weiter



Der Güterverkehr durch die Schweizer Alpen hat im ersten Halbjahr 2019 abgenommen - auf der Strasse ebenso wie auf der Schiene. (Archivbild)

Bald unterirdisch? Bild: KEYSTONE

Die Vorlage für den Bau von Cargo sous terrain (CST) ist in der Vernehmlassung gut angekommen. Der Bundesrat ist daher bereit, ein Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport auszuarbeiten.

In der Vernehmlassung habe sich eine klare Mehrheit dafür ausgesprochen, eine rechtliche Grundlage zu schaffen, um Projekte wie Cargo sous terrain verwirklichen zu können, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung vom Mittwoch. Cargo sous terrain werde mehrheitlich als zukunftsorientierte und umweltfreundliche Ergänzung des Schienen- und Strassengüterverkehrs beurteilt.

Laut Bundesrat hat das Projekt auch den Nachweis erbracht, dass es in der Transportbranche genügend breit abgestützt ist. Aktionäre sind unter anderem SBB, Post und Swisscom, die Grossverteiler Coop und Migros, Logistikunternehmen, Versicherungen und Energieunternehmen. Grösste Schweizer Aktionärin ist die Mobiliar. Aktien halten auch die Infrastrukturentwickler Meridiam aus Frankreich und Dagong aus China.

Schweizer Mehrheit

Das Verkehrsdepartement UVEK arbeitet nun ein Gesetz über den unterirdischen Gütertransport aus. Zu den Eckpunkten gehört, dass der Bund weder Bau noch Betrieb einer Transportanlage unterstützt. Die Aktienmehrheit müsste in Schweizer Hand bleiben. Ausländische Investoren sollen nur einen Minderheitsanteil halten dürfen.

Für die Baubewilligung muss ein Plangenehmigungsverfahren mit einer zweistufigen Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Der Bund führt für unterirdische Gütertransportbahnen einen eigenen Sachplan. Für die Linienführung und die Hub-Standorte sind die Kantone im Rahmen der Richtpläne zuständig. Zudem gilt der Grundsatz der Nichtdiskriminierung: Die Betreiber müssen allen den Zugang unter gleichen Bedingungen ermöglichen.

Milliarden-Investitionen

Bei der Eröffnung der Vernehmlassung betonte der Bundesrat, beim geplanten Gesetz handle es sich nicht um eine «Lex Cargo sous terrain». Andere unterirdische Gütertransportbahnen hätten die gleichen Bedingungen. Faktisch gibt es aber heute nur das Projekt von CST.

Dieses wurde von verladenden und transportierenden Unternehmen initiiert. Vorgesehen ist ein dreispuriger Tunnel zwischen wichtigen Logistikzentren, der rund um die Uhr in Betrieb ist. Darin sollen Güter mit rund 30 Stundenkilometern transportiert werden. An den Zugangsstellen sollen Güter vollautomatisch mit Liften ins System eingespeist oder an die Oberfläche geholt werden.

Die Kosten für die ersten Teilstrecke von Härkingen-Niederbipp SO nach Zürich werden auf 3 Milliarden Franken veranschlagt. Das fertige CST-Netz soll vom Genfer- bis zum Bodensee reichen und 500 Kilometer lang sein. Die Kosten werden auf 30 Milliarden Franken geschätzt. (aeg/sda)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mijasma 30.01.2020 07:36
    Highlight Highlight Ich bin jetzt kein Spezialist aber 30 Milliarden um einen Tunnel quer durch die ganze Schweiz zu buddeln, ist nicht zu teuer.

    Gut finde ich auch das min 51% in Schweizer Besitz bleiben muss. Sonst kaufen eh die Chinesen das Ding wenn es fertig ist.
  • row 30.01.2020 02:50
    Highlight Highlight Diese Projekt ist super. Beobachte es schon seit 2014 und bin froh geht was vorwärts. Tolle Leistung.
  • Scaros_2 29.01.2020 19:18
    Highlight Highlight Erfreulich das dieses projekt nicht auch in deutschland geplannt ist :-D
  • Ton 29.01.2020 18:15
    Highlight Highlight Das wäre dann was für die Boring Company, dann wirds auch günstig.
    • ursus3000 29.01.2020 19:12
      Highlight Highlight Bei und gibts welche die haben mehr Erfahrung
      Aber klar der Messias kann alles und günstiger
  • WeischDoch 29.01.2020 17:38
    Highlight Highlight So schnell wie Änderungen in der Schweiz durchkommen, rechne ich mit Baubeginn 2060 :)
    • Heinzbond 29.01.2020 17:44
      Highlight Highlight Dann ist Mann aber '61 fertig und streitet bis' 75 ob noch eine vierte Röhre gebaut werden soll...
    • Evan 29.01.2020 18:47
      Highlight Highlight Ich nicht
  • Duden 29.01.2020 16:41
    Highlight Highlight „Darin sollen Güter mit rund 30 Stundenkilometern transportiert werden.“
    Ist das nicht ein wenig langsam?

    • Yummy 29.01.2020 17:19
      Highlight Highlight Nein. Die Geschwindigkeit spielt nicht so eine Rolle. Viel wichtiger ist, dass man zu jeder Tages und Nachtzeit abschicken kannst. Thema Lagerkosten.

      Bis jetzt liegt meine Onlinebestellung zuerst beim Händler. Dann liegts im Verteilzentrum. Dann im 2. Verteilzentrum. Und dann in der Poststelle... viel tote Zeit. Und Lastwagen fahren auch nur 80.
    • Gollum27 29.01.2020 17:33
      Highlight Highlight nicht unbedingt. sie fahren dafür konstant, nicht im stau ohne ampeln etc..
    • Heinzbond 29.01.2020 17:47
      Highlight Highlight Wenn du mal Freitags von Zürich nach Ins/BE 4,75 h gebraucht hast sind 30 km/h schnell und ist ja nur für klopapier und Co die haben es nicht so eilig...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Auric 29.01.2020 16:38
    Highlight Highlight und ich dachte dazu braucht es Ingenieure, Technologie und finanzielle Mittel...

    Gesetze braucht es !!
    • Gollum27 29.01.2020 17:35
      Highlight Highlight keine angst, die ingenieure brauchts auch
  • Maon 29.01.2020 16:06
    Highlight Highlight Der Güterzug auf dem Foto wird auch weiterhin durch die Schweiz rollen. Das CST-Netz ist für nationalen Cargo gedacht, nicht für Container von Rotterdam nach Genua.
  • Mügäli 29.01.2020 14:55
    Highlight Highlight Die Idee find ich super. Durch die ‚Verlagerung‘ könnten unsere Autobahnen entlastet werden. Die grossen Investitionen, welche auf mit 30 Mrd. geschätzt werden würden zudem nicht durch den Bund sondern durch die Betreiber/Nutzer getragen werden.

    Ich bin erfreut, dass wir anstatt stetem Ausbau unserer Verkehrskapazitäten auch andere Möglichkeiten/Ideen verfolgen und kann daher diesen Plänen nur gutes Abgewinnen ..
  • michiOW 29.01.2020 14:49
    Highlight Highlight Idealerweise würde das Projekt von Hamburg/Amsterdam bis nach Sdfrankreich verbunden werden, wenn auch dort wo möglich oberirdisch.
    • Thor_Odinson 29.01.2020 15:31
      Highlight Highlight Aber nur wenn wir es bezahlen dürfen und es dann Jahre nicht fertig gestellt wird
      😉
    • Bivio 29.01.2020 15:38
      Highlight Highlight Ich finde Deinen Optimismus toll. Von Hamburg :)
      Die Deutschen schaffen ja nicht mal die Bahnlinie oberirdisch fertigzustellen. Von anderen Grossprojekten ganz zu schweigen. Wie sollen die denn ein so grosses Projekt durchziehen? Überlass Deutschland sich selber.
    • Auric 29.01.2020 16:42
      Highlight Highlight sdfrankreich?? was will man da?

      Norditalien reicht, alles was danach kommt ist wirtschaftliches niemandsland
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Meine Name ist Dominik. Ich bin Kondukteur bei den SBB. Ja, ich sage immer noch Kondukteur, auch wenn das die SBB nicht gerne hören. Einmal war unsere Bezeichnung Reisezugbegleiter, aktuell lautet sie Kundenbegleiter. Diese Begriffe versteht jedoch kein Mensch.

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