Schweiz
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Der Druck auf Bundesanwalt Michael Lauber nimmt zu. Die Gerichtskommission von National- und St

Bundesanwalt Michael Lauber steht unter massivem Druck. Bild: KEYSTONE

Lauber wehrt sich vehement gegen Vorwürfe der Aufsichtsbehörde



Bundesanwalt Michael Lauber, der in der Fifa-Affäre massiv unter Druck geraten ist, greift die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft frontal an. In einer 70-seitigen Beschwerde lanciert Lauber nach unbestätigten Berichten heftige Vorwürfe gegen die Aufsicht.

Die Aufsichtsbehörde (AB-BA) habe «rechtsstaatliche Grundsätze über Bord geworfen». Sie habe im Verfahren gegen ihn eine «gehörige Portion Böswilligkeit an den Tag gelegt», weil es ihm Lügen zu den umstrittenen Treffen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino unterstelle, zitieren die Tamedia-Medien aus der Beschwerde.

Die AB-BA sei voreingenommen und parteilich vorgegangen. Deren Verfügung zeichne sich durch "Mutmassungen, Spekulationen und konsequente Missachtung aller tatsächlichen Gegebenheiten und entlastender Umstände aus. Die Richter sollten die Verfügung von A bis Z aufheben, beantragt der Bundesanwalt.

Weitere happige Vorwürfe

Der Bundesanwalt macht den Aufsehern weitere happige Vorwürfe: Die Aufsicht habe ihm das rechtliche Gehör in krasser Weise verweigert. So habe er sich nie wehren können gegen diverse Anschuldigungen wie etwa, dass er die Kosten für seine Anwälte im Disziplinarverfahren nicht aus eigenem Sack bezahle. Da laufe aber alles korrekt.

Besonders schwer wiegt für Lauber auch, dass die AB-BA seine Stellungnahme zur gesamten Disziplinaruntersuchung nicht angemessen in ihre Verfügung habe einfliessen lassen. Zudem ist er erbost, dass die Aufsichtsbehörde auch bereits verjährte Sachverhalte in die Untersuchung mit einbezogen habe.

Laubers Anwälte Lorenzo Erni und Francesca Caputo teilten auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag mit, es befremde sie ausserordentlich, dass ihre Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht auf ihnen unbekanntem Weg in die Öffentlichkeit gelangte.

Sie führten das Verfahren weiterhin vor einem unabhängigen Gericht und nicht in den Medien. «Auch Herr Lauber wird sich dazu wie bis anhin gegenüber den Medien nicht äussern, sondern ausschliesslich gegenüber den zuständigen Gremien des Parlaments», hiess es weiter.

Aufsicht sieht Amtspflichten verletzt

Die AB-BA war nach einem Disziplinarverfahren gegen den Bundesanwalt zum Schluss gekommen, dass Lauber verschiedene Amtspflichten verletzt habe. Er habe mehrfach die Unwahrheit gesagt. Zudem habe er illoyal gehandelt, den Code of Conduct der Bundesanwaltschaft verletzt und die Untersuchung der AB-BA behindert.

Zudem habe sich der Bundesanwalt uneinsichtig gezeigt und habe im Kern ein falsches Berufsverständnis. In der Summe seien dies erhebliche Pflichtverletzungen.

Der Ball liegt nun beim Bundesverwaltungsgericht, das in den nächsten Monaten über Laubers Beschwerde befinden dürfte. Der Bundesanwalt selbst wird am kommenden Mittwoch von der parlamentarischen Gerichtskommission angehört. Die Kommission entscheidet anschliessend darüber, ob sie gegen Lauber ein Verfahren auf Amtsenthebung eröffnet. (sda)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • IchSageNichts 17.05.2020 15:54
    Highlight Highlight Am schluss erhält er noch 250000 Entschädigung weil die AB sich aufspielen wollte. Politisch ist er erledigt. Die Frage ist ob ers juristisch auch ist.
  • Fizjak 17.05.2020 13:22
    Highlight Highlight Naja das ganze kommt jetzt ha vor einen richter der das ganze nochmals untersucht, dann sehen wir ja wies war also ein bischen geduld. Aber der ruf von herr lauber ist wohl ruiniert egal wie es läuft.
  • dafe 17.05.2020 10:17
    Highlight Highlight Er, Lauber hat rechtstaatliche Grundsätze über Bord geworfen. Ein nationaler Generalanwalt tuschelt in öffentlichen Angelegenheiten mit Interessenverbänden, sowas würde man in kleineren lateinamerikanischen Staaten vermuten und denken, hmhm, jaja, die nehmens mit der res publica eben nicht so genau.
    Hier? Wo ein russischer Mathematiker um des von ihm geschätzten Rechtswesens willen eine 2stellige Millionenstrafe klaglos abliefert?
    Dreister Typ.
  • Magenta 17.05.2020 09:25
    Highlight Highlight Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert...

    Ekelhaft.
  • sdv520 17.05.2020 01:12
    Highlight Highlight der wird ende jahr abgesetzt, dann wirds ein paar wochen lang ruhig um ihn und dann kriegt er ein paar gut vergütete VR mandate um die klappe zu halten gegenüber noch mächtigeren
  • Calvin Whatison 16.05.2020 20:36
    Highlight Highlight Ach Herr Lauber, Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen. Ihr Ruf ist ruiniert. Auf eine Rehabilitation würde ich an Ihrer Stelle auch nicht mehr hoffen. Nicht mehr in diesem Leben.
  • Angelino 16.05.2020 19:53
    Highlight Highlight Tritt bitte endlich zurück Michael!
  • Leader 16.05.2020 19:48
    Highlight Highlight Es wird KEIN Verfahren für eine Amtsenthebung geben!
    Wollen wir wetten?
    Bedenken Sie: Der Herr Bundesanwalt hat viele mächtige Freunde und devote Politiker die ihn verteidigen.
    Immer noch!
    • Bitsundbites 17.05.2020 12:22
      Highlight Highlight Also fast so wie amerikanische Verhältnisse?
  • Eron Thiersen 16.05.2020 19:47
    Highlight Highlight Lauber ist der Trump der Schweizer Justiz; Angriff ist die beste Verteidigung.
    Lauber sollte gehen, solange er noch straffrei davonkommt.
  • Rethinking 16.05.2020 19:40
    Highlight Highlight Kann irgendwer Lauber überhaupt noch ernst nehmen?

    Selbst wenn nur ein Teil der Vorwürfe stimmt... Das Vertrauen ist weg...
  • Enzian034 16.05.2020 19:36
    Highlight Highlight Komisch! An das erinnert er sich noch?
  • wasps 16.05.2020 19:34
    Highlight Highlight Und stützt sich dabei auf Beteuerungen von Infantino! Das spricht Bände.
  • Varanasi 16.05.2020 19:21
    Highlight Highlight Herr Lauber hält sich wohl für unantastbar. Diese Arroganz ist unerträglich.

  • bärn 16.05.2020 19:04
    Highlight Highlight Weg, einfach weg mit diesem Typen und zwar schnell!
  • N. Y. P. 16.05.2020 19:01
    Highlight Highlight Ein unsägliches Kasperltheater. Der Herr Bundesanwalt sieht sich tatsächlich als Opfer.


    @dreizehnköpfigebananenkommission

    Bitte, bitte macht am Dienstag Nägel mit Köpfen. Und lasset dem Bundesanwalt ein Amtsenthebungsverfahren angedeihen. Ansonsten ist in der Presse die Hölle los. Wenn ihr jetzt wieder den virtuellen Schwanz einzieht, also dann ist wirklich
    mätthäus am letschte
    mit unserer Bundesjustiz.
    Benutzer Bild
  • Bitsundbites 16.05.2020 18:46
    Highlight Highlight Ist ja auch ok und legitim Herr Lauber das sie hier alles versuchen um Ihre Unschuld zu beweisen. Aber könnten sie dies nicht tun und nun zurücktreten damit sich die Bundesanwaltschaft wieder um die wichtigen Dinge für die Schweiz und kümmern kann. DANKE !
  • Orfeo 16.05.2020 18:43
    Highlight Highlight Hat niemand eine Geschäftsidee für Lauber&Maudet ??
    • CENSOR 17.05.2020 07:02
      Highlight Highlight Eine Firma für Sesselkleber.

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