Schweiz
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lofe life aids kampagne

Seit Montag hängen die Plakate der neusten Anti-Aids-Kampagne des Bundesamts für Gesundheit in der ganzen Schweiz. Sie gefallen nicht allen.  bild: lovelife.ch

Unmut über «aufreizende» Kampagne

Neue LOVE-LIFE-Plakate hängen: Die einen regen sie an – die anderen auf

Seit Montag hängen in der Schweiz neue Plakate für die Aids-Prävention. Fünf Paare rufen in der neuen LOVE-LIFE-Kampagne zu lust- und verantwortungsvollem Sex auf. Doch Jugendliche und deren Eltern stören sich an den Bildern: Sie fordern, die Plakate abzuhängen.



Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) startete die Kampagne im Mai mit einem Aufruf, am Casting für die Plakatsujets teilzunehmen. Rund 300 Personen meldeten sich. Fünf Paare wurden ausgewählt, wie das BAG am Montag meldete. Sie liessen sich von der Starfotografin Diana Scheunemann in eindeutiger Pose aufnehmen.

Die Kampagne mit dem Titel «LOVE LIFE – und bereue nichts» will zeigen, dass man mit dem richtigen Schutz das Leben und seinen Körper unbeschwert geniessen kann. Schon im Mai löste sie Kritik aus: Auf Online-Kommentaren war von Pornografie die Rede; eine Kritik, welche das BAG damals zurückwies.

Stiftung Zukunft CH macht mobil gegen Kampagne

Eine Gruppe von 35 Kindern und Jugendlichen und deren Eltern macht nun mobil gegen die Plakate. Nach Angaben der Stiftung Zukunft CH vom Montag ersuchten sie das BAG, die Verbreitung der «Sex-Plakate» unverzüglich zu stoppen.

Die Plakate verletzten die schutzwürdigen Interessen von Kindern und Jugendlichen massiv, lautet die Begründung. Die «aufreizende» Kampagne würde Jugendliche zu verfrühten sexuellen Aktivitäten verleiten, schreibt die Stiftung. Sollte es erforderlich sein, will die Gruppe das BAG vor dem Bundesverwaltungsgericht zur Verantwortung ziehen.

Die Plakate zeigten Menschen in lustvollen Situationen ohne pornografisch oder anstössig zu wirken, hielt das BAG in seiner Stellungnahme dagegen. «Wenn Kinder wissen wollen, warum es in der Kampagne geht und Fragen stellen, ist das eine gute Chance für die Erziehungsberechtigten, diese Fragen altersgerecht zu beantworten.»

Ziel der Kampagne sei es, die Bevölkerung in der Schweiz über den Schutz vor dem HI-Virus und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten aufzuklären. Dazu gehörten auch Kinder und Jugendliche.

Interaktive Kampagne – die funktioniert

Das Bundesamt hat erstmals eine partizipative Kampagne gestartet: Via Internet kann, wer will, Ja sagen zum LOVE-LIFE-Manifest. Fast 100'000 taten das inzwischen, wie das BAG schreibt. Über eine halbe Million Menschen schauten sich den Film zur Kampagne an.

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Der Film zur Kampagne. Vimeo/LOVE LIFE

Schliesslich können die Menschen einen pinkfarbenen Ring gratis bestellen und bekunden, dass sie für einen verantwortungsvollen Lebensstil einstehen – mehrere tausend haben das bereits getan. (rar/sda)

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  • Was für ein Quatsch. Mit diesen Plakaten holt man die Zielgruppe ab.75%
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  • Ja. Sie rufen regelrecht zu leichtfertigem Sex auf. 10%

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Neptun 28.07.2014 22:38
    Highlight Highlight Die Kampagne find ich super! Nicht nur, dass sie den Schutz vor HIV bewirbt (dies u.a. noch mit realistischen Szenen). Sie schafft es auch, breit thematisiert und damit gestreut zu werden. Daumen hoch gür das BAG!

    Zudem bin ich klar der Meinung, dass auch Kinder und Jugendliche sich mit dem Thema auseinandersetzen sollen und müssen. Gerade in Zeiten von mobilem Internet und allgegenwärtigen Smartphones!
  • marblemomo 28.07.2014 22:37
    Highlight Highlight War eben in Amsterdam. Touristen zerren ihre 2-jährigen Kinder hinter sich durch den RedLightDistrict, das ist da voll ok. Besser, man lernt offen darüber zu reden, als das Thema unter den Tisch fallen zu lassen.
  • street21 28.07.2014 17:41
    Highlight Highlight ich finde die Idee hinter der Kampagne eigentlich gut, doch mit diesen Bildern und Filmen gehen sie definitiv zu weit.
    • Neptun 28.07.2014 22:43
      Highlight Highlight Warum denn zu weit? Sex kommt doch heute schon tag täglich im TV, sei es in Serien oder Filmen. Aber das BAG soll dann in einer Zeit, in der die Ansteckungsrate mit dem HI-Virus wieder steigt päpstlicher als der Papst sein? Wäre wohl der falsche Weg!
    • street21 28.07.2014 23:13
      Highlight Highlight ja bin ich voll einverstanden. auch dass man offen darüber spricht und es thematisiert. aber für mich sind das Pornos. Und Paare, die sich nicht für die Kampagne einsetzen wollen sondern es geil finden, Sex vor Kameras zu machen und sich vor
      allen zu entblössen...
  • amade.ch 28.07.2014 17:00
    Highlight Highlight Naja, wenn man die Website von "Zukunft CH" besucht, merkt man schnell, wie der Hase läuft. Oder sollte ich Häsin schreiben? ;-)
  • Riccardo 28.07.2014 16:55
    Highlight Highlight Gute Kampagne! Zeitgemäss!
  • Rondi 28.07.2014 16:21
    Highlight Highlight Die lächerlichen 35 Gegner der Kampagne sind wohl fundamentale Christen oder sonst eine komische Gruppierung...
    • Nikita Schaffner 29.07.2014 02:20
      Highlight Highlight 35 Jugendliche und Kinder, HA! Warscheinlich von ihren Eltern (auf)gezwungen. Gute Erziehung ist das glaube ich nicht... aber ja..

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