Schweiz
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Defilee von Radfahrzeugen der Schweizer Armee in Duebendorf, Kanton Zuerich, mit mehreren Reihen von Gelaendewagen, undatierte Aufnahme um 1980. (KEYSTONE/Str)

Defilee von Radfahrzeugen der Schweizer Armee in Dübendorf (ZH). Undatierte Aufnahme um 1980. Bild: KEYSTONE

Warum es in der Schweiz schon lange keine Militärparaden mehr gibt

Das letzte grosse Defilee ist hierzulande schon über 30 Jahre her.

Dominic Wirth / ch media



Donald Trump macht sonst gerne sein eigenes Ding, aber wenn es darum geht, ein wenig aufzuschneiden, dann ist der US-Präsident für jede Inspiration empfänglich. Und so hat Trump am 4. Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag, in Washington eine grosse Militärparade ausgerichtet. So, wie er das zwei Jahre zuvor bei einem Staatsbesuch in Frankreich erlebt hatte – und schwer beeindruckt war. Auch in anderen Ländern zeigen die Machthaber ihrem Volk gerne, was sie militärisch zu bieten haben, in China etwa, Russland oder Nordkorea.

«Die Bedeutung des Militärs hat in den letzten 30 Jahren stark abgenommen»

Rudolf Jaun (Militärhistoriker)

Die Militärparade zum Nationalfeiertag hat die Schweiz nie gekannt. Doch auch hierzulande gab es Zeiten, zu denen mit Defilees die eigene Wehrhaftigkeit unterstrichen wurde. Allerdings sind sie lange vorbei. Die goldene Ära der Defilees, sagt Militärhistoriker Rudolf Jaun, begann nach dem zweiten Weltkrieg. Den Höhepunkt erlebte sie am 17. Oktober 1963, als 15000 Truppenangehörige zu Fuss, auf Pferden oder in Panzern über den Militärflugplatz Dübendorf zogen. Auch das letzte grosse Defilee fand im Frühjahr 1986 dort statt. Jaun, der an der Universität Zürich forscht, sagt:

«Mit dem Ende des kalten Kriegs ging auch die Ära der grossen Truppenvorbeimärsche in der Schweiz zu Ende»

Der militärtechnologische Wandel, die starke Abnahme der Wehrpflichtigen und die neue politische Grosswetterlage standen am Anfang der Verkleinerung und Umstrukturierung der Schweizer Armee. Sie wurde zentraler organisiert, und ihre Truppenstärke nahm von 800000 auf noch 100000 Mann ab. «Die Bedeutung des Militärs hat in den letzten 30 Jahren stark abgenommen», sagt Jaun, «es ist heute viel weniger sichtbar in der Gesellschaft».

Defilee mit Kampflugzeugen der Schweizer Armee in Duebendorf, Kanton Zuerich, die von Traktoren gezogen werden, undatierte Aufnahme um 1980. An der Spitze eine de Havilland D.H.112 Venom, auch Sea Venom genannt, gefolgt von zwei Hunter Mk 6-Kampflugzeugen britischer Produktion. (KEYSTONE/Str)

Kampfflugzeuge der Schweizer Armee in Dübendorf (ZH) werden von Traktoren gezogen. An der Spitze eine de Havilland D.H.112 Venom, gefolgt von zwei Hunter Mk 6-Kampfflugzeugen. Bild: KEYSTONE

FDP-Nationalrat Walter Müller sieht das auch so. Der St. Galler trägt den Grad eines Oberleutnants, und er sagt, die Armee müsse wieder sichtbarer werden. In seinen Augen ist «eine Distanz entstanden» zwischen Volk und Armee. Braucht die Schweiz also wieder Defilees? Nein, sagt Müller, er trauere diesen nicht nach, «ich finde aber, dass die Armee sich wieder mehr zeigen sollte». Schliesslich sei sie für das Volk da – und werde von diesem bezahlt.

Bloodhound Lenkwaffe BL-64

Bloodhound Lenkwaffe «BL-64» bei einem Defilee in Emmenbrücke (1981). bild: ETHzürich

«Ich bin gegen Veranstaltungen, auf denen Macht demonstriert wird – aber ich finde, Bürger und Soldat sollten wieder näher zusammenrücken», sagt Müller. Auch SVP-Nationalrat Adrian Amstutz ist der Meinung, dass die Schweiz keine neuen grossen Defilees oder eine Parade nötig hat. «Solche Selbstinszenierungen der Generäle und Politiker widersprechen unserem Wesen», sagt der Berner. Er findet, dass es heute andere, passendere Anlässe gibt, etwa die Tage der offenen Türe. Oder die Armeetage in Thun, denen 160000 Besucher beiwohnten.

Centurion Kampfpanzer

Centurion Kampfpanzer bei einem Defilee in Emmenbrücke (1981). bild: ethzürich

Ida Glanzmann-Hunkeler, CVP-Sicherheitspolitikerin, sagt derweil, ihr sei eine «gut ausgerüstete Armee wichtiger» als grosse, kostspielige Truppenaufmärsche. «Wir sollten unser Geld besser dafür einsetzen», sagt sie. (mim/aargauerzeitung.ch)

So geht ein Defilee in Russland

Wenn bei einem Defilee etwas schief geht

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68Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Granini 12.07.2019 17:20
    Highlight Highlight musste den blödsinn auch mal bei wangen an der Aare. Der Oberst war noch so richtig traditionell... Also durch das kleine Dörfchen marschieren und dann den ganzen Nachmittag rumstehen. Dann kam so ein Militärverein mit der Pferdeartillerie. Die rannten dann die ganze Zeit im Kreis. Alles in allem ein sinnloses Rösslispiel. Brauchen wir im kleinen nicht und auch im grossen nicht.
  • DomKi 12.07.2019 15:58
    Highlight Highlight "die neue politische Grosswetterlage standen am Anfang der Verkleinerung und Umstrukturierung der Schweizer Armee". Mmm, 2019: Doomsday clock > 2 Minuten; so schlecht wie seit 1953 nicht mehr...
  • Cédric Wermutstropfen 12.07.2019 15:35
    Highlight Highlight Die Dienstzeit eines Soldaten ist heutzutage schlicht zu kurz, es wäre daher auch eine völlige Fehlallokation, diese für Paraden zu verschwenden.
  • Bruuslii 12.07.2019 12:39
    Highlight Highlight weils einfach doof ist?
    (hab nur den titel und die kommentare gelesen und den rest erspart)
  • fidget 12.07.2019 12:07
    Highlight Highlight Paraden oder Defilees braucht es nun wirklich nicht. Die Armee darf aber gerne für die Bevölkerung sichtbar sein. Wir haben in den WKs jedes Jahr einen Besuchsabend für die örtliche Bevölkerung und Angehörige organisiert. Dort zeigten wir unsere Tätigkeiten und verköstigten die Besucher mit einem kleinen Znacht. Es kam bei den Besuchern stets gut an. Dort kommt man auch in Kontakt mit der Bevölkerung, was bei einem Vorbeimarsch eher nicht der Fall ist.
    • DanielaK 13.07.2019 05:31
      Highlight Highlight Das ist eine gute Idee. In unserem Dorf sind häufig WK Soldaten zu Besuch. Die Schulkinder freuen sich sehr über die Versorgung mit Schokolade😅. Wäre als Nichtmilitärmensch schon interessant, mal zu schauen was die so machen/wie sie leben.
  • neckslinger 12.07.2019 11:58
    Highlight Highlight "- Bürger und Soldaten sollten wieder näher zusammenrücken."

    Unsere Soldaten sind doch stinknormale Bürger?!?
    • DemonCore 12.07.2019 12:54
      Highlight Highlight Vermutlich sind die gemeint, die zwar keinen Dienst leisten aber dennoch immer am lautesten und von Tatsachen völlig ungehindert immer eine Meinung haben, wenn es um das Militär geht.
    • rburri38 12.07.2019 15:16
      Highlight Highlight Aha, dann soll ich als doppelt UT (Unfreiwillig) keine Meinung zum Militär haben und schon gar nicht kundgeben?
    • DemonCore 12.07.2019 15:27
      Highlight Highlight Kommt drauf an. Ist deine Meinung laut und von Tatsachen ungehindert? Ich rede bspw. von Leuten die gleichzeitig folgende Positionen vertreten:

      1. Die Armee hat zu viel Geld
      2. Warum können (konnten) diese Dummköpfe nur während Bürozeiten den Luftraum schützen

      Oder folgende Kombi ist auch super:
      1. Armee abschaffen
      2. Die Nato soll die Schweiz schützen

      Oder auch:
      Keine Jets beschaffen, dafür Kampfhelikopter und Drohnen für den Luftpolizeidienst

      PS: Kampfhelikopter sind zur Unterstützung von Bodentruppen (Panzerabwehr, verbunkerte Infanterie bekämpfen), fliegen max 400 Km/h und 5000m hoch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Glücksbringer 12.07.2019 11:54
    Highlight Highlight Doch, es gibt viele Paraden, aber sie sind immer im anderen Dorf. Deshalb sieht sie keiner.
  • Hosesack 12.07.2019 11:52
    Highlight Highlight Ich habe so einen Quatsch in den 00'jahren noch im WK mitgemacht. Sehr zur Freude der Renter in Frauenfeld.
  • Ohniznachtisbett 12.07.2019 11:07
    Highlight Highlight 2010 hatten wir am Ende der U AEROPORTO ein Vorbeimarsch in Kloten mit 2-3000 Soldaten.
  • Aff 12.07.2019 10:52
    Highlight Highlight Weil die Schweiz zu schmale Strassen hat...! ba dum tsss.
  • regen 12.07.2019 10:49
    Highlight Highlight Kann mich noch gut erinnern, musste an einigen defilees mitmachen. So eine sch****e 😰, unglaublich. Wärend des kalten krieges war die ch eine durch und durch militarisierte gesellschaft, denn karriere in der armee=karriere im zivilen
    beruf. Heute unvorstellbar, war höchste zeit, damit aufzuhören.....
    • Armend Shala 12.07.2019 12:00
      Highlight Highlight Aber eben das war eine andere Zeit wie du selbst sagst. Es hatte damals auf eine Art und Weise schon eine Berechtigung. In Ungarn wollte das Volk Rechte und schon kamen Panzer aus Russland.
    • who cares? 12.07.2019 19:08
      Highlight Highlight @Armend und heute ist es die Ukraine
  • Max Dick 12.07.2019 10:45
    Highlight Highlight Da muss man dem Herrn Amstutz mal völlig recht geben. Man muss etwas mit der Zeit gehen. Wenn die Franzosen Militärparaden auf der Schoselisee machen, ok, sieht nett aus. Aber zur CH passt sowas einfach nicht (mehr). Ich finde, biertrinkende Rekruten am Freitag- und Sonntagabend in Zügen stellen die bestmögliche Nähe zwischen Armee und Volk dar.
  • Joe Smith 12.07.2019 10:38
    Highlight Highlight Beste Armee der Welt: check
    Überflug über dem falschen Dorf: check
    Bürozeiten: check
    Zu wenig / zu altes Material: check
    Vertrödelte Zeit: check

    Kennt wirklich niemand einen Witz, den ich nicht schon 100 Mal gehört habe?
    • rönsger 12.07.2019 11:13
      Highlight Highlight @ Joe: Wer hat gesagt, dass das alles Witze waren?
  • Pascal1917 12.07.2019 10:38
    Highlight Highlight Verstehe nicht ganz, was an einer Militärparade so schlimm sein soll. Mich beeindrucken diese immer wieder.
    • MrXanyde 12.07.2019 13:08
      Highlight Highlight Die Symbolik und blosse Zurschaustellung von Macht.
      Geht in Richtung eines Schwanzvergleiches...
    • Luzifer Morgenstern 13.07.2019 01:12
      Highlight Highlight Die meisten Leute suchen sich ihre Schwanzvergleiche heute lieber auf p*hub-dot-com. Wer auf Trachtenverein steht, kann das dort auch finden, ohne meinem Tram den Weg zu blockieren.
  • Mätse 12.07.2019 10:20
    Highlight Highlight keine Militärparaden mehr
    ...aber an jedem Jodlerfest in igrendeinem Kaff und natürlich an grossen Festen (ZüriFäscht, Lauberhornrennen, ...) sowieso, braucht es dann die Patrouille Suisse oder mind. das PC7-Team.
    • Jein 12.07.2019 16:58
      Highlight Highlight Und manchmal taucht an irgendwelchen Jodlerfesten die Patrouille Suisse sogar ungefragt auf...
  • Wander Kern 12.07.2019 10:05
    Highlight Highlight Da die Parade zu Bürozeiten stattfände, hielte sich der Zuschauerandrang wohl in Grenzen.
  • Glenn Quagmire 12.07.2019 10:00
    Highlight Highlight Die Armee ist sehr wohl sichtbar. Meist am Montag morgen, wenn ein ganzes Bat in den WK muss und die eh schon überfüllten Züge belegt. Lasst die Jungs doch 2h später einrücken, dann haben sie auch mehr Platz mit dem ganzen Gepäck. Hat mich schon während meiner Dienstzeit genervt.
    • Safado 12.07.2019 10:24
      Highlight Highlight Wenn sie nicht in den WK müssten, wären sie auch im Zug. Einfach anhand der Uniform nicht zu etkennen. 🤷‍♂️
    • azoui 12.07.2019 10:35
      Highlight Highlight @Safado,
      aber dann gingen sie, wenigsten in den meisten Fällen, einer vernünftigen Beschäftigung nach.
    • Glenn Quagmire 12.07.2019 11:12
      Highlight Highlight Safado: Dann würde jeder seines Weges gehen, andere Ortschaften, andere Zeiten und nicht in Scharen nach X oder Y.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sumsum 12.07.2019 09:48
    Highlight Highlight Angenommen es gäbe einen Überflug der Besten Luftwaffe der Welt bei so einer Parade. kann mittlerweile sichergestellt werden das sie den Durchführungsort auch finden ?
  • Thurgauo 12.07.2019 09:42
    Highlight Highlight Besser so, wären wohl ziemlich peinliche Paraden.
  • ostpol76 12.07.2019 09:37
    Highlight Highlight Heute müsste man im Kreis fahren weil wir zu wenig Fahrzeuge haben 😉
  • Pafeld 12.07.2019 09:32
    Highlight Highlight Böse Zungen würden wohl eher sagen, dass die Armee seit 30 Jahren nix neues mehr vorzuzeigen hat.
    • DemonCore 12.07.2019 13:05
      Highlight Highlight Ich nehme ja nicht an dass gerade sie sich dafür einsetzen dass sich das bald ändert.
    • Pafeld 12.07.2019 15:55
      Highlight Highlight Ich habe mit dem FisHe gearbeitet. Ich habe schlechte Erfahrungen mit Neuanschaffungen gemacht. Auch wenn sie nicht vorzeigbar sind.
    • DemonCore 12.07.2019 20:25
      Highlight Highlight Fis HE? Mein Beileid.
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 12.07.2019 09:24
    Highlight Highlight Es wäre wohl auch zu schwierig zu unterscheiden ob es sich nun um die Clownparade vom Zirkus Knie oder vom Ueli handelt.
    • Team Insomnia 12.07.2019 09:30
      Highlight Highlight Also wenn das Papa Chrigi liest😮🤭
    • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 12.07.2019 09:41
      Highlight Highlight @Team Insomnia, wäre er weniger erfreut? Wie wohl sein Sohn darüber denkt?
    • Gonzolino_2017 12.07.2019 10:11
      Highlight Highlight Ueli ist schon länger nicht mehr Vorsteher des VBS ...nur so als Information - dieses Wissen brauchst du für die Clown Parade vom Zirkus aber nicht 😄
    Weitere Antworten anzeigen
  • mrgoku 12.07.2019 09:20
    Highlight Highlight Das Risiko die Parade im falschen Dorf durchzuführen wäre zu gross!
    • andrew1 12.07.2019 09:47
      Highlight Highlight Ein us-reporte konnte sich fast nicht mehr halten vor lachen als er über die panne berichtete. Allerdings sollte man nicht mit steinen werfen wenn man im glashaus sitzt: die usa bombadierte im 2. Weltkrieg sogar das falsche land, nämlich die schweiz statt deutschland. Mit wesentlich grösseren folgen. Zudem ist man sich immer noch uneins wo genau die drohne langgeflogen ist nahe oder eben überhalb des iranischen luftraums.
    • Glenn Quagmire 12.07.2019 10:01
      Highlight Highlight Vor etwa 10 Jahren musste unser ganzes Bat durch Glarus marschieren zur Fahnenübergabe...
    • Joe Smith 12.07.2019 10:33
      Highlight Highlight @ andrew1: Falls Sie auf das Filmchen Bezug nehmen, das Watson gestern gezeigt hat: Das war ein britischer Journalist. Von wegen Steinen und so.
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