DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub soll kommen in der Schweiz

16.04.2015, 00:0116.04.2015, 08:35

Väter sollen nach der Geburt eines Kindes zwei Wochen bezahlten Urlaub erhalten. Dies will die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates. Sie hat sich mit 13 zu 10 Stimmen bei 1 Enthaltung für eine parlamentarische Initiative ausgesprochen.

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) findet, der Vaterschaftsurlaub sei aus familienpolitischen Gründen angezeigt, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Die Mehrheit der SGK hält den Vorschlag für sozialpolitisch verträglich. 

Bild: KEYSTONE

Stimmt die Schwesterkommission des Ständerates ebenfalls zu, kann die Nationalratskommission einen Gesetzesentwurf erarbeiten, über den dann National- und Ständerat befinden.

Die parlamentarische Initiative eingebracht hatte der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas. Die Präsenz der Väter nach der Geburt sei unerlässlich für einen guten Start ins Familienleben, argumentiert er. Beim ersten Kind müssten sich die Eltern in der neuen Situation einleben und eine Beziehung zum Neugeborenen aufbauen.

«Väter wollen Verantwortung wahrnehmen»

Seien Geschwister vorhanden, komme die Betreuung dieser Kinder hinzu. Dafür brauche es auch für die Väter eine Auszeit vom Erwerbsleben.

«Die jungen Väter wollen ihre Verantwortung wahrnehmen und müssen heute oft unbezahlten Urlaub nehmen», hält Candinas fest. Ein bezahlter Vaterschaftsurlaub sorge dafür, dass Väter sich ab der Geburt des Kindes an der Familienarbeit beteiligen könnten.

Finanzierung über Erwerbsersatzordnung

Wie der Mutterschaftsurlaub soll auch der Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert werden. Väter sollen – wie Mütter – während des Urlaubs 80 Prozent des Erwerbseinkommens erhalten, maximal 196 Franken am Tag. 

Nach dem Vorschlag von Candinas könnte der Urlaub auch innerhalb eines halben Jahres nach der Geburt in Einzeltagen bezogen werden. Mütter haben seit Juli 2005 Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub. (feb/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ueli Maurer erwartet Aufhebung aller Massnahmen – und kritisiert die Medien
Bundesrat Ueli Maurer hadert mit der Coronapolitik – und auch mit dem Kauf des US-Kampfjets F-35. Vor allem aber sorgt sich der SVP-Finanzminister um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes: Die Schweiz drohe den Anschluss zu verlieren. Darum kämpft er für die Abschaffung der Emissionsabgabe.

Der Bundesrat sieht trotz rekordhoher Ansteckungszahlen von zusätzlichen Massnahmen ab. Ist die Regierung auf den Ueli-Maurer-Kurs eingeschwenkt: möglichst keine Einschränkungen?
Ueli Maurer:
Die Situation hat sich verändert. Omikron führt kaum zu schweren Krankheitsverläufen, darum kann man schrittweise normalisieren.

Zur Story