Schweiz
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Die beiden afghanischen Flüchtlinge Mohammad Rasuli und Hamid Jafari wollen 1000 Kilometer durch die Schweiz wandern.

Hamid und Mohammad können loswandern – doch Mohammad muss drei Mal pro Woche am Abend in seine Wohngemeinde zurückkehren.  Bild: watson

Hamid und Mohammad können zwar loswandern – aber der Eine muss abends nach Hause



«Das Land besser kennenlernen, unsere Integration aktiv angehen und politisch ein Zeichen gegenüber anderen Flüchtlingen und Einheimischen setzen»: Das ist das selbsterklärte Ziel der beiden afghanischen Flüchtlinge Mohammed Rasuli und Hamid Jafari.

Mohammed und Hamid erklären, warum sie durch die Schweiz wandern wollen. Video: watson/Lya Saxer

Ihre Wohngemeinden Safenwil und Brittnau im Aargauer Bezirk Zofingen trennen nur sieben Kilometer Luftlinie. Doch dem gemeinsamen Wanderprojekt kommt nun die unterschiedliche Rechtslage der beiden Ortschaften in die Quere. 

Im April verkündeten Mohammed und Hamid, über 1000 Kilometer durch die Schweiz wandern und dabei die Nacht bei Menschen verbringen zu wollen, die ihnen eine Übernachtung anbieten. Zu Fuss wollen sie im Mai das Land besser kennenlernen, in dem sie bereits seit über einem Jahr zuhause sind.

Der Plan löste ein grosses Medienecho und positive Reaktionen in der Bevölkerung aus – doch die Behörden schoben dem Vorhaben einen Riegel: Die Sozialvorsteherin von Brittnau teilte mit, aus «rechtlichen, medizinischen und versicherungstechnischen Gründen» könne die Gemeinde dem Plan nicht zustimmen. Asylbewerber müssten in der zugewiesenen Unterkunft übernachten und immer per eingeschriebenen Brief erreichbar sein.

Mohammad muss drei Mal nach Hause

Aussagen der kantonalen Behörden gaben den beiden Afghanen zwischenzeitlich etwas Hoffnung, dass sich doch noch ein Kompromiss finden lässt. Jetzt vermelden die Unterstützer der beiden Afghanen, dass die Rechtslage zwar geklärt, aber uneinheitlich sei. Anfang Mai soll die Wanderung trotzdem losgehen.

Für die Gemeinde Safenwil ist es kein Problem, dass Hamid auswärts übernachtet. Allerdings muss er auf die zehn Franken Taschengeld pro Tag verzichten.

Brittnau, die Wohngemeinde von Mohammed, stellt Bedingungen. Mohammed darf nur an zwei Abenden auswärts übernachten: «Das heisst, er wird an drei von fünf Abenden heimreisen und am Morgen wieder anreisen müssen, um die Route mit Hamid fortzusetzen», heisst es in einem Mail an die Unterstützer des Wanderprojekts.(cbe)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Andi Hüttenmoser 04.05.2017 22:21
    Highlight Highlight Tolle Sache,- wenn z.B. ein Nik Hartmann sowas machen würde, wärs ein Quotenrenner...!?🤔😲😜😅
    Für mich ein Armutszeugnis, dass das zuständige Sozialamt nicht so flexibel ist, eine Ausnahmegenehmigung zu ermöglichen!😤😩😣😫
  • hartmann_max 25.04.2017 21:42
    Highlight Highlight Wie eng die Welt wird, wenn pragmatische Lösungen nicht möglich sind. Diese Art engt uns alle zusehends ein. Ich wünsche den beiden trotz allem gute Erfahrungen mit der Schweiz als Urland einer humanitären Welt.
  • ArcticFox 24.04.2017 21:26
    Highlight Highlight ist dass eine neue genderregel, dass man wenn's 2 männner betrifft von einem als frau (Eine) schreiben muss?
  • Dogbone 24.04.2017 20:48
    Highlight Highlight Das ist einfach nur lächerlich und absolut peinlich und ich hoffe, die Geschichte wird möglichst weitherum so richtig breitgeschlagen. Bürokratie ad absurdum geführt!

    Einer der Unterstützer könnte eine Vollmacht von Mohammed bekommen, damit er seine Post aufmachen und nötigenfalls reagieren kann. Und warum Hamid zwar auswärts übernachten, dann aber auf die lumpigen 10.-/Tag verzichten muss, erschliesst sich mir auch nicht.

    Kann man denn fätaminomal nicht einfach einmal ganz unbürokratisch eine so gute Sache unterstützen?
  • asdf1692 24.04.2017 18:30
    Highlight Highlight Brittnau liegt zwar nahe am Kanton Luzern, gehört aber zum Aargau 🌚
    Umso lächerlicher ist diese Ausprägung des Föderalismus in der Schweiz..
  • Rudolf das Rentier 24.04.2017 18:26
    Highlight Highlight Im asylverfahren ist es erwartbar, dass jemand einmal pro Jahr Woche seine Post anschaut. Das nennt sich informationspflicht. Das mit der täglichen taschengeldauszahlung ist Schikane und teurer bullshit weil es jeden Tag jemanden braucht der diskutiert und die Gelder ausbezahlt... Also im Kanton Zürich machen die das meines Wissens nur bei Nothilfe... Womit sich mir die Frage stellt ob die Jungs tatsächlich aus Afghanistan sind. Denn Afghanen kriegen in aller Regel Asyl. Turkmenen, Usbeken, Tadschiken usw. meist nicht...
    • suchwow 24.04.2017 19:21
      Highlight Highlight Oh Mann. Ich komm dir auch mit Informationspflicht, wenn du mal im Urlaub bist.

      inb4 das kann man nicht mit Urlaub vergleichen

      Lasst doch mal die Leute leben und gebt mal Freiraum zum Atmen. Ist ja unglaublich.
    • Otten4ever 24.04.2017 20:55
      Highlight Highlight Wundern dich die Blitze?
    • Charlie Brown 24.04.2017 21:08
      Highlight Highlight Irgendwie verstehe ich die Message dieses Kommentars nicht.
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